Gitarre Westerngitarre
Test
1
03.11.2017

Vergleichstest Dreadnought Gitarren bis 500 Euro

Neun Dreadnought Westerngitarren im Vergleichstest

Der große Dreadnought Gitarren Test zum 100-jährigen Geburtstag

Die Dreadnought Gitarre von Martin feiert in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag. Es gibt heute kaum noch einen Gitarrenproduzenten, der nicht einen Abkömmling dieser legendären Steel-String im Line-Up führt. Inwieweit unterscheiden sich die modernen Ableger überhaupt von ihren Urahnen und den aktuellen Modellen, die Martin heute produziert?

Wir haben den Markt durchforstet und uns neun Replikate diverser Marktführer ins bonedo-Studio geholt. Welche Unterschiede gibt es in Bezug auf Material, Verarbeitung, Bespielbarkeit und Klang? Wir haben den Fokus vor allem auf aktuelle Cutaway-Westerngitarren-Modelle im Preissegment zwischen 300 und 500 Euro gerichtet. Unsere Wahl fiel auf folgende Vertreter:

Baton Rouge L6 CE Test

Baton Rouge L6 CE Test

Die Baton Rouge L6 CE präsentiert sich als Dreadnought mit einer kürzeren Mensur. Wie sich dies auf die Performance der schlichten Gitarre mit deutschen Wurzeln auswirkt, sagt unser Test.
Harley Benton CLD-30SCM CE Test

Harley Benton CLD-30SCM CE Test

Wer die Harley Benton CLD-30SCM CE in die Hand nimmt, wird zuallererst vom geringen Gewicht überrascht sein. Ansonsten erweist sie sich rundum als ausgewachsene Dreadnought.
Cort MR710F NS Test

Cort MR710F NS Test

Die Cort MR710F überraschte in unserem Dreadnought-Vergleichstest und bewies mit ihren Eigenschaften, dass sie weit mehr ist als nur eine Einsteigergitarre.
Fender CD-140SCE All Mahogany Test

Fender CD-140SCE All Mahogany Test

Außer einem Palisandergriffbrett besteht die Fender CD-140SCE komplett aus Mahagoni. Dass diese Bauweise nicht nur optisch ihre Reize hat, belegt sie mit einem charaktervollen Ton.
Fender Sonoran SCE BK Test

Fender Sonoran SCE BK Test

Auf die Fender Sonoran SCE wartet die Bühne, und mit ihrer typischen Stratocaster-Kopfplattenform zeigt sie ganz deutlich ihre Verwandtschaft zu den elektrischen Ikonen der Marke.
Fender F-1020SCE BLK Test

Fender F-1020SCE BLK Test

Die Fender F-1020SCE kommt in glänzendem Schwarz und deutet damit schon an, dass sie auf die Bühne will. Und mit dem eingebauten Fishman Pickup- und Preampsystem ist sie dort auch bestens aufgehoben.
Ibanez Artwood AW65ECE-LG Test

Ibanez Artwood AW65ECE-LG Test

Die Ibanez Artwood AW65ECE entpuppt sich im Test als Spezialistin in Sachen Fingerstyle. Aber auch beim kräftigen Strummen mit dem Plektrum bleibt sie dynamisch.
Takamine GD20CE-NA Test

Takamine GD20CE-NA Test

Die Takamine GD20CE-NA gehört nicht zu den Dreadnoughts, die mit Prunk und Glitzer die Bühne stürmen, sondern vertritt ihre Gattung bescheiden, aber solide und mit Charakter.
Takamine GD51CE-BSB Test

Takamine GD51CE-BSB Test

Wer bei seiner Suche nach einer amtlichen Dreadnought die Takamine GD51CE in die engere Wahl zieht, der beweist nicht nur ein gutes Händchen, sondern auch ein feines Gehör.

Da alle Gitarren mit einem Tonabnehmer/Preamp-System ausgestattet sind, wollen wir euch auch nicht vorenthalten, wie sie sich klanglich in unserem Test geschlagen haben. Für die akustischen Aufnahmen kamen zusätzlich zwei Neumann-Mikrofone zum Einsatz. Um einen objektiven Vergleich zu ermöglichen und Einflüsse durch unterschiedliche Werksbesaitungen auszuschließen, wurden alle Gitarren ausnahmslos mit einem neuen Satz Elixir 80/20 Bronze Light .012 -.053 bespannt. Die tiefen Frequenzen wurden zwischen 100 Hz bis 50 Hz ausgeblendet, um das Soundbild zu entrumpeln, ansonsten wurden die Aufnahmen nicht weiter bearbeitet. Die Position der Mikrofone musste im Verlauf der Session mehrmals geändert werden, um den unterschiedlich Spielstücken und damit Lautstärken Rechnung zu tragen. Alle Dreadnought Gitarren benötigten beim Strumming mehr Abstand und bei einem Picking mehr Nähe. Der Abstand der Membran zum Schallloch betrug ca. 1,50 bis 2,00 Meter in einer Höhe von ca. 1,30 bis 1,60 m.

History

Eigentlich reagierten die beiden Geburtshelfer Frank Henry Martin und Harry Hunt im Jahr 1916 auf die wachsende Nachfrage nach einem durchsetzungsfähigen Instrument, denn zu diesem Zeitpunkt mussten sich Gitarren noch mit einem relativ zierlichen Korpus begnügen. Der Musikalienhändler Ditson verkaufte die voluminöse D-1 und die D-2, die martialisch nach einem britischen Schlachtschiff benannt wurde, zunächst in seinem Store in New York. Als Ditson die Pforten seines Shops schloss, setzte Martin die Produktion der Dreadnought Gitarre fort und präsentierte 1931 - jetzt unter eigenem Label - zwei neue Modelle: die D-18 mit Boden und Zargen aus Mahagoni und die D-28 mit Boden und Zargen aus Palisander. Beide Modelle erhielten 1934 ihre endgültige Gestalt, als Martin den Neck-Joint am 14. Bund ansetzte. Schon bald wurde die Dreadnought Gitarre auch unter dem Namenssuffix "Bassgitarre" bekannt, denn der voluminöse Resonanzkörper produzierte einen außergewöhnlich satten Sound mit vielen Bassanteilen. Jetzt stiegen auch die Verkaufszahlen der beiden Dreadnoughts, die Anfang der Siebziger Jahre ihren Höhepunkt erreichten. Zusätzlich gab es hausinterne Konkurrenz mit der D-35, die seit 1965 gebaut wurde und von der Martin 1975 weit über 6000 Exemplare verkaufte. In dieser Zeit begann auch der weltweite Siegeszug der Westerngitarren schlechthin und in dessen Folge konnten sich auch neue Hersteller mit günstigeren Repliken Zugang zum Markt verschaffen, denn die Originale von Martin erforderten Investitionen, die das schmale Budget vieler Gitarristen sprengte. Ein Grund, warum preiswertige Produkte aus Fernost den Markt regelrecht überschwemmten.

Nachfolgend könnt ihr euch alle Daten der getesteten Dreadnought-Modelle in einer Vergleichstabelle als PDF downloaden:

Hier noch einmal zum Abgleich die Maße der Martin Dreadnought Gitarre:

Breite am Unterbug: 39,5 bis 39,7 cm
Breite am Oberbug: 29,7 cm
Länge am Korpus: 50,5 cm bis 51 cm (ohne Halsfuß)
Zargentiefe am Knopf: 12,4 cm bis 12,5 cm
Zargentiefe am Halsfuß: 10,0 cm
Mensur: 64,37 cm

Verwandte Artikel

User Kommentare