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Test
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17.10.2016

Thomann SP-5600 Test

Stagepiano mit Arranger

Einsteigerpiano zum Kampfpreis

Unter seiner eigenen Hausmarke vertreibt das Musikhaus Thomann eine Reihe äußerst günstiger Digitalpianos wie etwa das DP-26. Jetzt wurde das Angebot um ein weiteres Modell erweitert: Das Thomann SP-5600 stammt ebenfalls aus der hauseigenen Entwicklung und ist eine Mischung aus Digitalpiano und Arranger-Keyboard. Damit bekommt das bereits einige Jahre alte Thomann/Clifton SP-5500 einen Nachfolger. Neben eingebauten Lautsprechern, einer Vielzahl an Sounds und Styles liegt  das Hauptaugenmerk auf dem unschlagbaren Preis, denn mit seinem Kampfpreis von nur 369 Euro liegt unser Testkandidat außerhalb jeglicher Konkurrenz. Was man zu diesem Preis erwarten darf und ob das Thomann SP-5600 auch höheren Ansprüchen genügen kann, wollen wir in diesem Test herausfinden.

Ein Digitalpiano mit vielen Sounds, 88 Tasten, eingebauten Lautsprechern und einer Arrangerfunktion – muss das unbedingt teuer sein? Genau hier setzt Thomann mit seiner Hausmarke ein klares Zeichen und wendet sich mit sehr günstigen Instrumenten an Einsteiger und Budget-bewusste. Die Eckdaten lassen eine solide Ausstattung vermuten: Bei einer 128-stimmigen Polyphonie stehen neben 600 internen Sounds auch 230 Begleitrhythmen zur Verfügung. Mit einem optional erhältlichen Unterbau aus Holz lässt sich das Thomann SP-5600 in ein schickes Heimpiano verwandeln. Der Ständer ist mit rund 70 Euro ebenfalls deutlich günstiger als die Konkurrenz. Welche Qualität darf man also bei diesen Preisen erwarten?

Details

Im Gegensatz zum silbernen Vorgänger präsentiert sich das Thomann SP-5600 in einem schwarzen Plastik-Gehäuse und wirkt dadurch recht klassisch. Mit seiner leicht abgerundeten Oberseite mit der darin eingebetteten Tastatur und den im Gehäuse eingelassenen Lautsprecher ist das Piano schlicht, aber doch ansprechend gestaltet. Dank der „Leichtbauweise“ – das SP5600 wiegt nur 13,8 kg! – ist es gegenüber seinem Vorgänger leichter geworden und damit ausgesprochen transportabel. Vielleicht verrät nicht zuletzt die Bezeichnung „SP“ (für Stagepiano) im Namen unseres Testkandidaten, dass sich das Piano auch auf der Bühne wohlfühlen könnte. Für den Einsatz zu Hause kann man das SP-5600 mit dem optional erhältlichen Unterbau inkl. 3-Pedal-Einheit in ein Heimpiano verwandeln. Im Lieferumfang des SP5600 sind ein Netzteil, ein Haltepedal sowie eine Notenablage zum Aufstecken und eine Bedienungsanleitung enthalten.   

Auf den ersten Blick besitzt das SP5600 eine für ein Digitalpiano recht üppige Bedienoberfläche: 46 graue Drucktaster dienen neben einem Jog-Wheel, einem Volumenregler und dem On/Off-Schalter zur Bedienung des Instruments. Herzstück des Pianos ist das mittig angeordnete, blau leuchtende Display, auf dem diverse Parameter wie Sound, Rhythmus, Harmonie und Tempo angezeigt werden. Nicht nur das Display, sondern auch die Anordnung der Taster ist einem Arranger-Keyboard sehr ähnlich. Links vom Display findet man die Bedienelemente für die Begleitautomatik, die über die typischen Funktionen Start, Fill-Ins und Ending verfügt. Die Auswahl der Sounds und Split- bzw. Layerfunktionen hingegen erfolgt auf der rechten Seite des Displays. Links außen ist abschließend noch das für ein Digitalpiano untypische Pitch-Bend-Rad erwähnenswert. Da das SP-5600 neben Klaviersounds auch zahlreiche andere Klänge enthält, ergibt es hier aber durchaus Sinn.

Die meisten Taster verfügen über eine Doppelfunktion, die mit der links vom Display befindlichen Shift-Taste aufgerufen wird. Durch die rot unterlegte Schrift wird deutlich, welche der Taster eine Zusatzfunktion bieten. Durch die gut lesbare Beschriftung ist es möglich, das Gerät fast ohne Anleitung zu bedienen, jedoch wirkt sie durch die vielen Symbole und Doppelfunktionen etwas unübersichtlich. Hinzu kommen die oberhalb der Tastatur aufgedruckten Zusatz-Symbole für Noten, Buchstaben und Percussion-Instrumente: Einen Schönheitswettbewerb wird man mit dem SP-5600 nicht gewinnen, allerdings werden sich Einsteiger über die vielen Hilfssymbole freuen. 

Anschlüsse

Fast alle Anschlüsse befinden sich mittig auf der Rückseite des Instruments. Neben einer USB-Buchse und je einem MIDI In und Out befinden sich hier Anschlussmöglichkeiten für das Haltepedal, ein Aux-In/Out sowie ein Mikrofonanschluss im Klinkenformat. Zwei Anschlüsse für Kopfhörer findet man auf der Vorderseite unterhalb des Pitch-Bend-Rades. Damit sind sie ebenso gut zugänglich wie die Buchse für einen USB-Stick, die im rechten Bereich auf dem Bedienfeld zu finden ist.

Ein praktisches Detail: die rechte der beiden Kopfhörerbuchsen schaltet die internen Lautsprecher ab, beim linken Ausgang sowie bei der Aux-Buchse bleiben die Lautsprecher jedoch angeschaltet. Erfreulich ist zudem, dass die Klangqualität der drei Buchsen gleich gut ist – beim Vorgänger hatten wir damals entdecken müssen, dass das Aux-Signal wesentlich schlechter und „dünner“ als das Signal aus dem Kopfhörerausgang klang. Dieses Problem gibt es beim SP-5600 nicht mehr. Leider ist aber auch der Aux-Ausgang als Stereo-Klinkenbuchse ausgeführt, sodass man für den Anschluss an ein Mischpult ein entsprechendes Y-Kabel einplanen muss. Getrennte Buchsen für den linken und rechten Kanal wären hier praktischer gewesen.

Tastatur

Die 88 gewichteten Tasten des SP-5600 machen einen robusten und recht schwer gewichteten Eindruck. Im Gegensatz zu teureren Keyboards verfügen sie zwar nicht über einen 3-Punkt-Sensor oder einen Druckpunkt und das Spielgefühl kann nicht mit Oberklasse-Digitalpianos mithalten. Jedoch sollte man hier bedenken, dass der Preis einer wirklich hochwertigen Tastatur alleine den Wert des SP-5600 deutlich übersteigt.

Lautsprecher

Mit einer Leistung von 2 x 10 Watt verfügt das eingebaute Lautsprechersystem über einen passablen Klang. Laut dem Datenblatt ist die Leistung gegenüber dem Vorgänger zwar etwas weniger geworden (beim Thomann/Clifton SP5500 waren es noch 2x15 Watt), davon ist bei aufgedrehtem Volumenregler allerdings nichts zu merken. Die Lautstärke reicht also auch weiterhin aus, um einen kleineren Raum ausreichend zu beschallen.    

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