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Test
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18.11.2020

Praxis

Tastatur

Seitens der Klaviatur des DP-28 Plus ist Thomann ein echter Wurf gelungen. Die gewichtete Tastatur mit 88 Tasten und Hammermechanik bietet beim Spielen einen angenehmen Widerstand, auch ist das Ansprechverhalten - die Kommunikation zwischen Tastatur und Tonerzeugung - harmonisch, was sich in einem guten dynamischen Spielgefühl äußert. Da die Anschlagdynamik mittels sechs Dynamikkurven individuell angepasst werden kann, ist mit Sicherheit für jeden Spieler-Typus das passende Setting dabei. Insgesamt ist die Klaviatur des DP-28 Plus für dessen Preisklasse erstaunlich gut.

Integrierte Lautsprecher

Die beiden verbauten Lautsprecher mit jeweils 20 Watt Leistung sorgen für ein durchaus ausgewogenes, rundes Klangbild, die für das heimische Wohnzimmer definitiv ausreicht. Selbst bei hoher Lautstärke war keine Verzerrung festzustellen. Interessant ist ein Feature, das im Instrument als ‚Dynamic Acoustic System‘ (D.A.S) bezeichnet, Bässe und Höhen automatisch verstärkt, wenn man mit niedriger Lautstärke spielt. D.A.S lässt sich nach Bedarf aktivieren und wieder abschalten.

Sounds und Effekte

Hauptaugenmerk unseres Klangtests sind die vier Flügel-Emulationen, denn damit verbringt man erfahrungsgemäß die meiste Zeit an einem Digitalpiano. Hören wir uns die vier Flügel nacheinander mit derselben Sequenz an, der Brilliance-Regler für die Klangregelung steht dabei jedes Mal in der mittleren Basisposition. Kleine Kritik vorneweg: Der Line-Ausgang (6,3 mm Stereoklinke) rauscht wahrnehmbar, was über die integrierten Lautsprecher fast nicht feststellbar ist.

Bei diesen Klängen kann man hören, dass die Qualität der gebotenen akustischen Flügel in einem Instrument für unter 400 Euro erstaunlich gut ist. Klar, gibt es immer Luft nach oben, wenn man gewillt ist wesentlich mehr zu zahlen. Für die Preisklasse sind diese Sounds wirklich gut. Die Flügelklänge German Grand, Bright German Grand, Japanese Grand und Warm Grand bieten Stereo-Samples, die sich mithilfe der zur Verfügung stehenden Parameter noch individuell anpassen. Es folgen noch zwei Audiobeispiele mit den Klängen von German Grand und Warm Grand.

Auch die anderen Sounds hinterlassen für ein Instrument in dieser Preisklasse einen soliden Eindruck. Hier haben die E-Pianos an Qualität gewonnen, wodurch das DP-28 Plus alternativ als Stagepiano im Bandkontext eingesetzt werden kann. Im weiteren Angebot finden sich Keyboard-, Synth und ‚Other‘-Sounds, die klangliche Alternativen zu den akustischen Pianos liefern. Schön ist die Möglichkeit des Layerns von Klängen, wodurch zwei Sounds in Kombination erklingen können (z. B. Piano & Strings, u.v.m.), was wiederum neue Klangvarianten zulässt. Im Bereich der verbauten Effekte bietet das DP-28 Plus mit Reverb und Chorus solide Kost. Die Effekte sind in ihrer Intensität regelbar und werten das gebotene Klangmaterial nochmals auf.

Handhabung

Die Bedienung des Digitalpianos gestaltet sich durch ein fehlendes Display und wenige Funktionstasten in der Art, dass Einstellungen in Kombination von Funktionstasten mit Tasten der Klaviatur vorgenommen werden. Das ist aber nicht der Grundgedanke. Mithilfe der kostenlosen App „Piano ToolBox“ lässt sich das Piano via Bluetooth per Smartphone oder Tablet ganz bequem einstellen und verwalten. So lassen sich z. B. Sounds bequem auswählen, deren Instrumenten-Bilder optisch dargestellt werden. Obendrein gestattet eine Auswahl an Parametern die Gestaltung der Piano-Klänge; die Effekte, oder eine spezielle Stimmung und selbst die Spielmodi sind einstellbar, samt Split-Punkt und Layer-Sounds. Auch bietet die App eine Favoriten-Liste und sogar das Metronom kann darüber bedient werden. Das ist für ein Instrument in dieser Preisklasse eine tolle Sache.

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