Test
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08.08.2019

Praxis

Die Mischpulte der the t.mix Serie glänzen mit einer sauberen Verarbeitung, Klang und Qualität. Wir finden die Produkte meist in den oberen Ranglisten der jeweiligen Preiskategorie wieder und das zu Recht. Dementsprechend ist meine Erwartungshaltung an den the t.mix Rackmix 821 FX USB.

Wie erwartet, besticht der Mixer mit einer guten Verarbeitung, solide verschraubter Anschlusstechnik, moderatem Gewicht und übersichtlichem Layout, welches der Preisklasse entspricht: spartanisch, aber funktional.

Der Fader des Stereokanals 7/8 ist etwas abgesetzt. Zuerst hat mich das etwas verwirrt, da ich die dazugehörigen Gain-, EQ- und Bus-Regler nicht als solche erkannt hatte. Doch macht das Absetzen hinsichtlich der Zugehörigkeit zu Mediaplayer und Bluetooth-Funktion Sinn.

Masterfader (rot), Effektregler (gelb) und Kanal für Playlisten (grau) liegen in direkter Nachbarschaft. Zudem sind es die drei Fader, die während eines Gigs am häufigsten benutzt werden. Das farbliche und räumliche Absetzen hilft, den voreingestellten Mixdown nicht versehentlich zu stören.

Die Betriebslampe ist sehr hell, vielleicht vorsorglich abkleben. Dafür ist die Wärmeentwicklung des Rackmixers moderat. Bei einer Leistungsaufnahme von 19 Watt gibt das Pult eben recht wenig Wärme ab. Trotzdem sollte auf ausreichend Belüftung beim Einbau in das Rack geachtet werden.

Klang

Wie bei den Desktop-Modellen der the t.mix Serie ist der Sound sauber und handfest. Die EQs reagieren cremig und ohne Übertreibung, die Effekte sind dicht im Sound und besorgen dem Mix den finalen Schliff. Nichts was blechern vor sich hin scheppert oder gar mit Obsoleszenz abstraft.

Die Mikrofonkanäle sind, wie die Effekte, rauscharm und klingen amtlich. Deren Funktionalität habe ich als Sprechprobe über das dynamische Shure SM58 als auch mit einer Aufnahme eines Gewitters über das Kondensatormikrofon Neumann TLM 103 getestet. Der satte Bass am Anfang ist das Öffnen der Türe. Wegen des Tiefgangs habe ich den mal drin gelassen.

Zum Abgleich gibt es die identischen Szenarien über das Avid Fast Track Duo direkt mit der DAW eingefangen. Abschließend gebe ich eine kleine Übersicht der Effekte im Anschnitt. 99 Presets sind dann doch etwas viel, zumal sich die Algorithmen auf Reverb, Delay, Modulation und Pitch verteilen.

Die Line-Eingänge funktionieren wie die Mikrofonvorstufen tadellos, rauscharm und mit guter Leistungsreserve. Zur Demonstration, auch in Verbindung mit den Effekten, habe ich die Cyclone Analogic TT-303 angeschlossen und lasse zwei Preset-Patterns laufen. Wie bei der echten TB-303 von Roland gibt es auch hier eine Rauschfahne auf dem Acid-Sound. Dies ist bauseitig bedingt und gehört zum guten Ton des erstklassigen TB-303-Klons.

Zunächst gibt es die Acid-Basslinie mit Small Stage Hall, dann mit dem Ping Pong Delay 1, wobei ich mittendrin eine kürze Delayzeit wähle, und danach mit der Radio Voice, welche einen Distortion-Charakter beifügt. Zum Vergleich wurde die trockene Monospur direkt in die DAW über den Avid Fast Track Duo eingespeist.

Mediaplayer – Handhabung und Klang

Den Mediaplayer müssen wir aufgrund fehlender Dokumentation auf eigene Faust erlernen. Doch unterscheidet dieser sich nicht viel von bekannten Modellen, also können wir auch als Novize schnell mit den Features umgehen lernen. Ist noch kein USB-Stick angeschlossen, erscheint der Hinweis NO DEVICE. Trotzdem können wir nach Betätigung der Play/Pause-Taste auf das Grundmenü zugreifen und zum Beispiel eine Bluetooth-Verbindung aufbauen, die sich bei dem Quellgerät als BT-Speaker zur Kopplung anmeldet. Haben wir z. B. iTunes auf dem Quellgerät offen, können wie die anliegende Playlist direkt vom Mischpult aus starten und pausieren oder zwischen den Stücken skippen. Die Klangqualität lässt nichts zu wünschen übrig.

Der nächste Menüpunkt ist Music (MSC) für das Abspielen von Musik in Verbindung mit USB-Medien. Im Display erscheinen dann die Spielzeit, Abspielmodus, EQ Modus, Titel, Interpret, Speicherort und Positionsnummer in der Playliste. Mit der Repeat-Taste (Auswahl der Betriebsart) lässt sich ein Betriebsmenü mit vier Unterpunkten und einer Return-Funktion aufrufen. Die Unterpunkte sind PLAY MODE (All, Random, One), EQ MODE mit den diversen üblichen Einstellungen, DISK ROOT für die Auswahl der Ordner und DELETE FILE.

Durch die Menüs gelangen wir, indem wir die Skip-Tasten für vor und zurück, die Play/Pause-Taste als Eingabe und die Repeat-Taste für Auswahl der Untermenüs nutzen. Wählen wir nichts aus, springt das Menü wieder auf den Ursprungsbildschirm zurück.

Drücken wir die Play/Pause-Taste länger, gelangen wir wieder auf das übergeordnete Menü zurück und können in den Punkt REC für Recording einsteigen. Dort gelangen wir auch hin, wenn wir die Repeat-Taste länger gedrückt halten. Praktisch eine Not-Taste, falls der aktuelle Take plötzlich und dringend mitgenommen werden muss.

Auf dem Display erscheint dann der Hinweis REC für Aufnahme, Status der Aufnahme (ENC PAUSE, ENC START, ENC STOP), Ziel der Aufnahme (USB), Zeitvolumen der Aufnahme und darunter nochmal REC mit dem entsprechenden Symbol (Start, Pause, Stop). Start und Pause aktivieren wir mit der Play/Pause-Taste, gestoppt bekommen wir die Aufnahme, wenn wir die Repeat-Taste betätigen. Nach dem Stoppen wird bei der nächsten Aufnahme ein neues File angelegt. Aufgenommen wird die Mastersumme als 128-kbit/s-MP3.

Der nächste Hauptmenüpunkt „PC“ wirft Fragen auf, die von der Dokumentation nicht beantwortet werden. Viele moderne Mischpulte mit digitaler Anbindung können auch als Interface dienen bzw. stellen die Mastersumme als unkomprimierte Audiodatei zur Verfügung. Eine USB-B Buchse dient dabei als Host zum Anschluss an PCs oder smarte Geräte. Teilweise kann die Datei auch über WLAN von dem Mischpult abgerufen werden.

Beide Optionen sind an dem Mixer nicht verbaut, es existiert nur die USB-A Buchse auf der Frontseite, in die wir USB-Medien einstöpseln können. Das deutet mitunter auf einen Bug hin bzw. dass der Punkt „PC“ aus Versehen in dem Hauptmenü verblieben ist.

Letzter Punkt ist die Grundeinstellung des Players bezüglich Display, Sprache und Firmware-Version. Sollte eine Playlist anliegen, egal ob USB oder Bluetooth, wird diese unterbrochen, wenn wir an den Grundeinstellungen arbeiten. Also vorher grundeinstellen, dann Musik machen.

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