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13.02.2018

the t.bone freeU PT 863 Test

Drahtlos-Funksystem mit Taschensender

Wirklich preiswert?

Dank des the t.bone freeU PT 863 sollen auch Sparfüchse in den Genuss professioneller Funkstrecken-Funktionen kommen wie True-Diversity, Pilotton und Auto-Squelch. Das ist bemerkenswert, denn viele günstige Funkanalagen müssen gerade in diesen Punkten passen. Was freeU PT 863 taugt, haben wir uns im Praxistest genau angesehen.

Details

Der Lieferumfang des freeU PT863 besteht aus einem stationären Empfänger samt Bodypack-Sender, ergänzt von zwei Antennen und einem Steckernetzteil. Angesichts des geringen Verkaufspreises überrascht das beiliegende Instrumentenkabel mit Mini-XLR-Anschluss ebenso wie das mitgelieferte Rack-Kit. An den Rack-Ohren ist sogar eine frontseitige Montage der beiliegenden Antennen möglich, das optional erhältliche Befestigungs-Kit vorausgesetzt. Zwei Batterien für den Taschensender liegen ebenfalls bei.

Empfänger

Der stationäre Empfänger misst 9,5 Zoll in der Breite bei einer Höheneinheit. Das Metallgehäuse hinterlässt einen roadtauglichen Eindruck, auf der Rückseite bietet das Gerät BNC-Anschlüsse für die Antennen. Sie können für optimalen Empfang gedreht und geschwenkt werden. Außerdem finden sich hier einen ein symmetrischer XLR-Out sowie eine unsymmetrische 6,35-mm-Klinkenbuchse. Laut Hersteller sollten die Ausgänge nicht parallel genutzt werden. Die Stromversorgung übernimmt ein 12-Volt-Steckernetzteil.

Die Front des Empfängers ist übersichtlich aufgebaut, die Leuchtelemente sind in stylischem Blau gehalten. So ist der Volume-Regler für den Ausgang des Empfängers zum Beispiel von einem blauen Leuchtkranz umgeben. Zur Navigation durch das Setup gibt es drei unbeleuchtete Taster, ein Display gibt Auskunft über den Audio- und Funkpegel, die aktive Frequenzgruppe und den Funkkanal, die Aktivität der Infrarot-Schnittstelle sowie die aktive Antenne. Erfreulicherweise wird die Arbeitsfrequenz in besonders großen Zahlen angezeigt, sodass sie auch aus mittlerer Distanz gut ablesbar ist.

Ein Pilotton sorgt für reibungslose Kommunikation von Sender und Empfänger. Eine nicht regelbare, automatische Squelch-Funktion soll das Aufrauschen des Audiosignals unter schlechten Funkbedingungen verhindern. Vier Frequenzgruppen mit vier Kanälen werden als Preset bereitgestellt. Die Frequenzauswahl wird vom Empfänger zum Sender per Infrarot übertragen.

Das freeU PT 863 arbeitet im sogenannten EU-Band, dem ISM-Frequenzbereich von 863 - 865 MHz. Die Bundesnetzagentur garantiert für diesen Bereich keinen störungsfreien Betrieb, außerdem lässt sich nur eine beschränkte Anzahl von Funkkanälen parallel nutzen. Im Fall des freeU PT 863 könnt ihr höchstens drei Funkstrecken parallel einsetzen. Für den Einsatz in großen Bands mit zahlreichen Musikern eignet sich das Funksystem deshalb nicht. Dafür dürft ihr das the t.bone freeU PT 863 europaweit anmeldefrei betreiben.

Bodypack-Sender

Der Taschensender lässt sich wahlweise durch zwei AA-Batterien oder entsprechende Akkus mit Strom versorgen. Bei Alkaline-Zellen kommt man, laut Hersteller, auf eine Betriebszeit von über zehn Stunden. Mit gerade einmal 88 Gramm ohne Batterien ist das Bodypack, es besteht vollständig aus Kunststoff, so leicht, dass es, ohne zu stören, an Gürtel oder Hosenbund getragen werden kann.

Der Ein/Aus-Taster befindet sich auf der Geräteoberseite; er muss mehrere Sekunden lang betätigt werden, um den Sender auszuschalten. Zum Einschalten reicht dagegen ein kurzer Druck. Per Drehregler lässt sich der Eingangspegel justieren; der Sender akzeptiert Mikrofon- oder Instrumentenkabel mit Mini-XLR-Anschluss; eine biegsame Kurzantenne sorgt für Flexibilität. Das Display zeigt Frequenz und Batteriestand. Zur Navigation durch das Menü muss auf der Vorderseite die Klappe des Batteriefachs geöffnet werden. Um die drei zugehörigen Taster zu bedienen, benötigt ihr einen Kugelschreiber oder einen kleinen Schraubenzieher. Ebenfalls im Inneren verstaut: die IR-Schnittstelle zur Synchronisation von Sender und Empfänger.

Technisches

Die Stärke des Funksignals lässt sich in vier Stufen von 5 bis 30 Milliwatt justieren. Der Audio-Frequenzgang reicht von 60 Hz bis 17 kHz und ist somit vor allem für Sprache, Gesang und Gitarre gut aufgestellt. Bassisten sollten jedoch testen, ob sie damit auf der Bühne klarkommen. Das mit analoger Frequenzmodulation arbeitende Funksystem stellt 16 Kanäle zur Verfügung, aufgeteilt in vier vorprogrammierte Frequenzgruppen mit je vier Kanälen. Das geht für diese Preisklasse in Ordnung. Laut Hersteller erreicht das System einen respektablen Geräuschspannungsabstand von über 105 Dezibel (A) und einen Dynamikumfang von über 100 Dezibel.

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