Workshop_Folge
Workshop
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21.12.2011

Synthesizer DIY #2: Werkzeuge & Löten

Synthesizer Löten

Welche Werkzeuge werden benötigt und Tipps zum Löten des Synthesizers

Das Paket mit dem Bausatz ist da, es kann losgehen: Viele, viele bunte Teilchen müssen montiert, gelötet und festgeschraubt werden, damit der PAIA Synthesizer (hoffentlich) irgendwann ertönen kann ...

Das ganze Projekt macht einen sehr guten Eindruck! Schön verpackt und sortiert – und oh je ... als ich die Tüten mit den ganzen elektronischen Bauteilen sehe, mit allein über 100 Widerständen deren Farbcodes mir NICHTS sagen, frage ich mich, ob ich nicht doch ein bisschen zu optimistisch war. Ich beschließe, mir vor Baubeginn von Synthifachmann Thorsten Thiele in der Werkstatt bei ASC auf jeden Fall noch mal Tipps zu holen. Er stand uns ja auch schon bei den Vintage Synth Features reparierend zur Seite.

Heieiei - und alle sehen gleich aus!

Nach genauerem Studium der Anleitung sehe ich erleichtert, dass alles perfekt beschrieben ist: neben jedem Widerstand in der Stückliste ist der Farbcode mit aufgeführt, und der Bau ist in logische Abschnitte mit den jeweils benötigten Teilen inklusive Checkliste zum Abstreichen eingeteilt. Extrem gut gemacht! Sogar ein kleines Kärtchen zum Entschlüsseln der Farbcodes von Widerständen ist dankenswerter Weise mit dabei. Ich besorge mir eine Sortierbox für die vielen Teile, und verbringe den ersten Abend erstmal mit „Auseinanderklamüsern“, wie wir hier im Norden sagen. Als nächstes trage ich mein Kästchen zu Thorsten von ASC: ein paar Tipps will ich mir doch lieber noch abholen. Worauf muss ich achten? Welche Bauteile sind besonders empfindlich? Was für Werkzeug muss ich auf jeden Fall haben? Und ganz wichtig: Wird er mich retten, falls ich es verbocke?

Der Besuch bei Prof. Dr. Synth

Kurz mal die Lage geschildert, den Bausatz ausgebreitet und ein Statement eingesammelt: Das Kit macht auch auf Thorsten einen guten Eindruck, und er gibt mir nicht nur gute Wünsche, sondern  auch noch einen sehr guten Werkzeugtipp namens "Widerstandslehre" mit. Doch seht selbst:

Das Zeugs zum Werken: Auf der Paia Seite wird aufgeführt, was für Werkzeug man haben sollte: einen ordentlichen Lötkolben mit regelbarer Temperatur (nebst Lötzinn), eine Widerstandslehre zum besseren Biegen der Widerstandsbeinchen (so dass sie vom Abstand genau in die Löcher der Platine passen), eine Pinzette, sowie eine feine Zange zum Zuschneiden und Drähte und Abknipsen von nach der Montage eventuell zu langen Bauteilbeinchen. Eine kleine Saugpumpe zum Entfernen von Lötzinn sollte man auch haben – und natürlich eine Abisolierzange. Ich mache mich auf zu einem großen Elektronikfachmarkt, sowie zum Baumarkt und fülle mein Einkaufskörbchen: Wenn man noch kein Werkzeug hat, gibt man schnell weitere 80 – 100 EUR aus. Und da ist man noch lange nicht mit Edelequipment ausgestattet...

Diese Billigzange ist ungeeignet!

In meinem Fall eine neue Lötstation aus dem Angebot etwa 20 EUR, Lötzinn 5 EUR, Widerstandslehre 1,50 EUR, ein paar Pinzetten 5 EUR, Platinenwerkzeug-Set zum Reiningen und Anheben von Bauteilen etwa 6 EUR, eine Flachzange und eine Abknipszange etwa 30 EUR, Absaugpumpe 7 EUR, Abisolierzange 15 EUR. Eine antistatische weiche Arbeitsunterlage und eine kleine Schieblehre mit Inch-Skalierung hatte ich bereits (die ist übrigens sehr wichtig, da die Längenangaben alle in Inches sind, nix Zentimeter!). Zu den Zangen, insbesondere der Abknippszange sei gesagt: billig taugt nichts! Ich hatte erst eine Standardzange (die gelbe auf dem Foto) – damit kann man die feinen Beinchen nicht sauber abknipsen. Ich kaufte dann eine gute Zange (die feine rote auf dem Bild) – mit 15 EUR sicher kein Schnäppchen, aber ohne gutes Werkzeug geht so ein Projekt ganz schnell nach hinten los. Man sollte also nicht das Baumarkt-Gunst-Angebot nehmen, sondern bei den Zangen die Mittelklasse anpeilen. 

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