Vocals_Effektgeräte
Test
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26.05.2011

DETAILS

Wie seine Geschwister hat auch dieses Mitglied der bunten Voicetones seine ganz persönliche Farbe zugeordnet bekommen, hier ist es Blau. Das Gehäuse besteht aus Metall-Druckguss und wurde auf eine umlaufende blaue Gummiwulst gesetzt, mit der es Kontakt zu biergetränkten Proberaumteppichen und schwarzlackierten Bühnenbrettern aufnehmen soll. Ansonsten gestaltet sich die Unterseite recht unspektakulär, ein Batteriefach sucht man hier vergebens. Dementsprechend möchte ich meine Besichtigungstour mit dem Anschluss für das notwendige externe Netzteil beginnen, um mich anschließend dem USB-Port des Formats Mini-A zuzuwenden. Hier lang, meine Damen und Herren! Wie diese beiden auf der dem Sänger abgewandten Seite angebrachten Buchsen, befinden sich dort auch eine männliche und eine weibliche XLR-Buchse. Das Weibchen erhält das Mikrofonsignal, bei minimalem Gain am Voicetone (flacher Regler an der linken Seite, das Metering erfolgt mit zweifarbiger LED oben links) kann dies auch ein Line-Signal sein, welches es zum Beispiel von einem vorgeschalteten Voicetone erhält. Ausgangsseitig sorgt ein symmetrisches Line-Signal für den störunempfindlichen Transport der werten Stimme. 

Mit dem linken Regler auf der Oberseite kann die jeweils zu Grunde liegende Skala eingestellt werden. Zur Verfügung stehen, ausgehend von C, die Dur-Skalen (natürlich samt ihrer terzverwandten Moll-Pendants) in Halbton-Abständen. Alleine schon die gute, alte Geschichte mit melodisch Moll aufwärts und abwärts, erst recht aber das Vorkommen von Tonartwechseln im Song, macht deutlich, dass oft die Einstellung “CH” wie “chromatisch” gewählt werden muss. Im chromatischen Modus ist es möglich, in den rechten Klinkeneingang ein Gitarrensignal zu füttern. Die möglichen Tonhöhen des Gesangssignals werden in diesem Fall durch das analysierte Gitarrensignal festgelegt.Das C1 ist keine Sackgasse für Instrumentensignale: Es wird selbstverständlich durchgeschleift und liegt an einer Buchse auf der linken Seite des Geräts wieder an. Zudem gibt es dort einen Ground-Lift, welcher das Gitarrensignal von der Masse trennt. Den Rundgang komplett macht der kleine Schalter, der die Aktivierung des Geräts per TC Helicon MP-75-Mikrofon ermöglicht. Hauptsächlich wird aber wohl „getreten“ werden, daher ist das Pedal an bewährter Stelle mit einem stabilen Effect-On/Off Schalter ausgestattet. Ist der Effekt aktiv, leuchtet die mittige LED rot, ist er ausgeschaltet, lässt sie es bleiben.  

Der nördlich davon angesiedelte “Attack”-Regler kann ein schnelleres oder langsameres Erreichen der korrigierten Tonhöhe bewirken und ist damit zuständig dafür, wie stark der Effekt wahrgenommen wird. “Gender-Control” – ganz rechts – bewirkt ausgehend von der rastenden, neutralen Mittelstellung, eine Veränderung des Klangcharakters der Stimme in Richtung “männlicher” (nach rechts) oder “weiblicher” (nach links). 

Der kleine Blaumann kann mit ordentlichen Daten prahlen, so beträgt bei maximalem Mikrofon-Gain das Rauschen verschwindend geringe -126 dBu. Der Dynamikumfang liegt damit etwas über 100 dB, der des Megaohm-Gitarreneingangs kann sich sogar mit einer Ratio von über 115 dB brüsten. Ebenfalls nicht in die Kategorie “billiger Schund” gehört die Angabe über den Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz bei +0/-0,3 dB! 

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