Bass Hersteller_TC_Electronic
Test
7
29.10.2013

Praxis

Die erste Ausgabe des BG250 mit dem kräftigen 15-Zoll-Lautsprecher hatte ich bereits letztes Jahr im Test und war durchaus beeindruckt vom erwachsenen und fundamentstarken Sound, den der leichte TC-Combo lieferte. Die neue Version mit den zwei Zehnzöllern gefällt mir sogar noch eine Spur besser. Da sich am Verstärker außer dem zusätzlichen Toneprint-Slot nichts verändert hat, klingt der Neue logischerweise sehr ähnlich wie sein Vorgänger, kommt aber durch die Zehnzöller erwartungsgemäß etwas straffer und knackiger im unteren Bereich. Das führt insgesamt zu einem aufgeräumten und ausgewogenen Klang, der weit entfernt von einem sterilen Hifi-Sound ist, sondern im Gegenteil mit der TC-typischen Tiefmittennase sehr warm, punchy und erdig rüberkommt. Ein toller Univeralssound also mit einer leichten Vintage-Tendenz, wie gemacht für traditionellere Instrumente wie Jazz- oder Precision-Bässe. Darüber hinaus liefert der moderne Leichtgewicht-Combo dank des ausgeklügelten Dreiband-EQs viele schöne Soundvarianten für zahlreiche Musikstile. Vom „intelligenten“ TC-EQ konnte ich mich ja bereits beim BG250 MARK ONE und dem Microtop BH250 überzeugen. Das Prinzip mit den verschiedenen Einsatzfrequenzen hat sich bewährt und präsentiert sich auch im neuen BG250 als effektives und vor allem sehr bedienerfreundliches Klangwerkzeug. Es ist damit wirklich ein Kinderspiel, klassische Slap-, aggressive Rock- oder eher bedeckte und runde Vintagesounds aus dem Combo zu kitzeln. Genau so leicht lassen sich damit schwierige Raumsituationen oder fiese Dröhnfrequenzen in den Griff bekommen. Der sogenannte „Dynamic Contouring Filter“ ist zwar kein feines Sezierwerkzeug, aber ein praxistaugliches Tool, das unkompliziert zum Ziel führt.

An dieser Stelle ist aber beim pfiffigen Combo aus Dänemark noch lange nicht Schluss, denn jetzt kommen erst die innovativen und TC-exklusiven Toneprints auf den Plan. Wie oben schon erwähnt, hat man der neuen BG-Serie mit Ausnahme des kleinsten 2x8 Zoll Modells einen zusätzlichen, also insgesamt zwei Toneprint-Slots spendiert. Der User kann also selbst entscheiden, welche zwei Effekte aus der mächtigen Toneprint-Kollektion er in seinem Amp nutzen will. Der Transfer funktioniert wie bei allen Toneprint-fähigen Geräten entweder über ein Smartphone oder den Computer - und zwar völlig unproblematisch und reibungslos. Der detaillierte Vorgang wurde schon in vielen Tests beschrieben, darum soll er hier nicht näher erläutert werden. Was die Qualität der Sounds anbelangt, sind die Effekte der Dänen über jeden Zweifel erhaben, denn nicht ohne Grund ist TC seit Jahrzehnten einer der Marktführer in diesem Bereich. Mir gefallen speziell die sehr schön plastisch klingenden Modulationseffekte wie Chorus und Flanger, aber auch die Röhrensimulation liefert absolut überzeugende Bassounds mit Wärme und Durchsetzungskraft. Die Auswahl an Toneprints ist mittlerweile riesengroß und sicher wird jeder Basser ein Effekt-Setting für seinen Geschmack finden, das vielleicht sogar von seinem Bass-Hero höchstpersönlich erstellt wurde.

Die Toneprint-Technologie ist bisher wirklich einzigartig und erhöht den Nutzwert der betreffenden Geräte erheblich, allerdings im Falle der neuen BG-Serie leider mit einem dicken Wermutstropfen: Die neuen Combos besitzen zwar lobenswerterweise zwei Toneprint-Slots, es kann aber immer nur einer davon aktiv sein. Zwei Effekte gleichzeitig zu benutzen ist also leider nicht möglich. Warum TC diesen Weg geht, ist mir wirklich schleierhaft, denn diese Einschränkung verdirbt dem einen oder anderen Effektliebhaber sicherlich den ansonsten großartigen Toneprint-Spaß.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare