Test
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13.02.2020

Praxis

Einwandfreies Handling, niedriges Gewicht

Im Einsatz punktet die Bold Spotted Gum zunächst mit ihrem niedrigen Gewicht, an dem natürlich der dünne Kessel seinen Anteil hat. Reisenden Drummern dürfte das gefallen, aber auch die Funktionalität der Trommel verdient uneingeschränktes Lob. So lassen sich die zehn Stimmschrauben mit guter Rückmeldung bewegen, und die bekannte, beidseitig verstellbare Abhebung lässt eine sehr präzise Justierung des Teppichs zu, ohne zum selbsttätigen Verstellen zu neigen. Am meisten interessiert uns aber natürlich der Sound. 

Das harte Holz besitzt einen trockenen, mittigen Oberton

Ein bisschen habe ich natürlich gehofft, dass diese in China hergestellte Snaredrum tatsächlich nach australischem Hartholz, oder besser, nach Brady, klingt. Und siehe da, sie tut es. Natürlich klingen nicht alle harten Hölzer identisch, und Brady hat Spotted Gum nur bei wenigen Trommeln verwendet, aber der holzige, trockene und trotzdem irgendwie „knisternde“ Sound ist bei unserem Testobjekt sofort präsent. Das gilt besonders für hohe Stimmungen, in denen die Tama für krachende, aber luftige Backbeats sorgt. Sehr gut gefallen mir in allen Stimmungen auch die kompakten und durchsetzungsstarken Rimshots und Rimclicks.

Hohe Stimmung

Zieht man die Bold Spotted Gum ordentlich hoch, wird sie erwartungsgemäß funky mit einer kleinen Tendenz zum Knochigen, Fell-betonten, was aber nicht negativ gemeint ist. Denn gleichzeitig sorgt der harte Kessel für große Dynamikreserven nach oben, ohne dass die Ansprache leidet. 

Mittelhohe Stimmung 

Besonders schön hört man den Klang des Holzes in mittelhohen Stimmungen. Hier tritt der leicht spröde, sehr musikalische Oberton stärker in den Vordergrund, ohne das Klanggeschehen zu stark zu dominieren. Der Sound erinnert mich an eine Messingsnare mit reduzierterem „Ring“. Wer es also holzig und trocken mag, ohne auf Lebendigkeit und Durchsetzungsfähigkeit zu verzichten, dürfte mit der S.L.P. einen interessanten Kandidaten gefunden haben. 

Mittlere Stimmung

Geht es tiefer hinunter, fällt auf, dass der Kesseleigenton in einem mittigen Bereich bleibt. Das Spielgefühl ist angenehm weich, der Klang bekommt mehr Bauch und Volumen, ohne an Straffheit zu verlieren. Hier wird der Unterschied beispielsweise zu einer Ahornsnaredrum besonders deutlich. 

Tiefe Stimmung

Die Beobachtungen aus der mittleren Stimmung verstärken sich bei niedriger Fellspannung noch. Anders als bei vielen anderen Snaredrums, beginnt unser Testobjekt nicht zu „wabern“, auch leichte Stimmfehler verzeiht sie eher. Wer also bei tiefen Stimmungen nicht gleich zu massiver Dämpfung greifen möchte, dem dürfte das Klangverhalten der Spotted Gum sehr entgegen kommen. Im Video drehe ich die Stimmung noch weiter hinunter und lege zudem ein Portemonnaie auf. 

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