Hersteller_Tama
Test
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07.03.2016

Praxis

Die äußerlich saubere Verarbeitung wirkt sich auch positiv auf das Stimmen der Trommel aus. Alle Schrauben sind bereits vorgefettet, laufen leichtgängig und ohne zu quietschen. Der Hebel der Snare-Abhebung lässt sich ebenfalls butterweich in Position bringen. Im positiven Sinne gewöhnungsbedürftig ist die Einstellungsmöglichkeit der Spannung des Snareteppichs. Ist man seit jeher gewohnt, mit nur einem Rädchen die Spannung zu beeinflussen, kann man nun den Teppich von beiden Seiten justieren. Sinnvoll ist es also, bei angezogenem Hebel den Teppich erst vollständig lose zu drehen und dann von beiden Seiten gleichmäßig die Spannung zu erhöhen, um eine exakt mittige Auflage zu erzielen. Die Rändelschrauben sind mit einer Rasterung versehen, die verhindert, dass sie sich durch Vibration beim Spielen lockern. Um die bestmögliche Ansprache des Snareteppichs zu gewährleisten, ziehe ich für alle Stimmungen das Resonanzfell relativ hart an. Einen Überblick der tonalen Bandbreite verschafft euch folgendes Video:

Tiefe Stimmung: Voll und fett

Für die tiefstmögliche Stimmung ziehe ich alle Schrauben des Schlagfells gleichmäßig nur ein wenig an, so dass das Fell gerade keine Falten mehr wirft. Da diese ultratiefe Stimmung nur selten völlig ohne Dämpfung funktioniert, lege ich, wie im Video zu sehen, ein Stück Moongel auf das Schlagfell. Das klangliche Resultat ist für die relativ geringe Kesseltiefe erstaunlich fett. Der Teppich spricht sensibel an und erzeugt auch bei Ghostnotes einen direkten Snaresound. Der Kessel liefert einen warmen, vollen Grundsound mit einem angenehm durchsetzungsfähigen Punch. Natürlich haben Drums mit Tiefen von sieben oder acht Zoll noch mehr Bauch, aber den Ansprüchen eines tiefen Pop-/Rock-Snaresounds wird diese Trommel gerecht.

Mittlere Stimmung: Knackiger Ton

In der mittleren Stimmung wird die Snare nicht nur lauter, sondern offenbart einen angenehmen singenden Ton, der mit weniger Dämpfung präsenter, aber nicht zu aufdringlich wird. Im Groove-Kontext bleibt die Snare stets knackig, wobei die Akzente durch Rimshots die Spielfreude noch erhöhen. Der hölzerne Grundcharakter der Snare entfaltet sich mit einer angenehmen Wärme, die im gesamten Dynamikspektrum zu hören ist.

Für die weiteren Klangbeispiele stimme ich die Snare Stück für Stück höher und entferne die Dämpfung weitestgehend.

Hohe Stimmung: Make it funky!

Um die gesamte klangliche Bandbreite zu erkunden, ziehe ich die Spannschrauben noch einmal richtig an. Die Snare wird mit höherer Stimmung immer bissiger, was ihr auch im Kontext eines Rockgrooves eine ordentliche Durchsetzungsfähigkeit beschert. Je weiter man sich beim Spielen von der Fellmitte wegbewegt, desto präsenter wird das breite Obertonspektrum der Trommel. Das Spielgefühl ist trotz der schlussendlich sehr hohen Stimmung durch die Stahlspannreifen nie zu hart. Auch wirkt die Snare zu keiner Zeit abgewürgt. Gerade in schnelleren Funk-Grooves macht die Trommel, dank des guten Rebounds, großen Spaß.

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