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Test
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15.07.2016

Tama HC52F The Classic Stand Test

Ultraleichtes Flatbase-Beckenstativ

Peters neuer Knochen

Weltklasse-Drummer, lebende Legende und Innovator - alle diese Attribute vereint Peter Erskine in einer Person. Hinter dem Drumset bei Weather Report hat er Musikgeschichte geschrieben, er gilt als einer der profiliertesten Jazz- und Big Band Drummer weltweit, und auch in der Weiterbildung ist er schwer aktiv: Seine interaktive Play-Along-App will jungen Spielern das Zusammenspiel in verschiedenen Stilistiken vermitteln. Aber auch in Sachen Equipment ist Peter Erskine stets neugierig und alles andere als untätig. Neben Signature Snares in der Vergangenheit und Signature Sticks erfüllt er sich dieses Jahr in Zusammenarbeit mit seinem aktuellen Ausstatter Tama einen lang gehegten Wunsch: einen ultraleichten Beckenständer im Vintage-Design.

Als Herr Erskine nach vielen Jahren von Yamaha zur nächsten, deutlich kürzeren Liaison mit DW wechselte, gab es als Wechselgrund unter anderem zu hören, dass die Japaner ihm keinen leichten Beckenständer nach seinen Vorstellungen hätten bauen können. „Na gut“, mag sich der eine oder andere gedacht haben, „wegen eines Beckenständers wechselt man doch nicht die Firma?“ Ob das jetzt wirklich der ausschlaggebende Grund war, werden wir wohl nie erfahren, allerdings ist an dem Thema mehr dran als mancher denken mag. Gerade für Jazz- und Studio-Drummer sorgt weniger Masse am Beckenstativ für bessere Klangentfaltung der Becken. Von Matt Chamberlain kann man erfahren, dass er im Studio vor dem Wechsel des Beckens zuerst den Beckenständer tauscht. Dadurch erübrige sich der Beckenwechsel oft. Jetzt schauen wir mal, ob der Classic Stand auch für den Rest der Trommlerschaft eine Offenbarung ist

Details

The Classic Stand macht seinem Namen alle Ehre: Nachdem ich ihn aus seiner Kartonverpackung befreit habe, halte ich ein sehr leichtes und zierliches Gestänge in der Hand, das wirklich verdammt oldschool aussieht. Die Verchromung wirkt absolut makellos und hochwertig, und im Fußraum gibt es ein Flatbase-System, das im Vergleich zu anderen Herstellern sehr platzsparend daher kommt. In entfaltetem Zustand brauchen die drei Füße nicht mehr Raum als ein ausgeklappter Snareständer. Das Stativ ist zweifach ausziehbar und kommt trotz der schmalen Erscheinung auf eine maximale Höhe von 134 cm. Auf der Oberseite wartet die nächste Überraschung: Mr. Erskine entschied sich an Stelle der inzwischen verbreiteten, starren Kunststoffhülsen für eine Unterlegscheibe als Basis, welche das Becken zu mehr Schwingung anregen soll. Befestigt wird das Blech der Wahl dann allerdings auf einem zeitgemäßen 8 Millimeter Gewinde mit einer profan aussehenden Kunststoffmutter. 

Auch im Inneren findet sich eine kleine, aber wichtige Verbesserung. Bei vielen der alten und leichten Vintage-Stative schlagen die Rohre, sofern sie nicht ganz ausgezogen sind, Im Inneren aneinander, was vor allem in Studio-Situationen für Unmut sorgt. Um dem vorzubeugen, haben die Endstücke der beiden Rohre des Classic Stand kleine Gummimuffen installiert. Wirklich leicht ist der Beckenständer obendrein: die Waage zeigt nur 1466 Gramm an, somit ist er deutlich leichter als das normale Ständermaterial am Markt, nur das japanische Konkurrenzmodell von Canopus ist in der gleichen Gewichtsklasse unterwegs. Der Tama Classic Stand wird in Taiwan hergestellt und ist mit einem Anschaffungspreis von 58 Euro im erschwinglichen Preissegment verortet. Ausgeklappt wird jetzt in der Praxis.

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