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Test
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08.04.2019

Synapse Audio Dune 3 Test

Software-Synthesizer

Die Achtfaltigkeit

Neben den den deutschen Software Platzhirschen Native Instruments, Ableton, Steinberg und Celemony haben sich in den letzen Jahren auch verdammt viele kleinere Firmen an die Spitze gearbeitet. Natürlich vermutet man in diesem Zusammenhang vor allem Firmensitze wie Berlin, Hamburg oder München.  

Im Falle von Synapse Audio hat sich aber schon vor Jahren auch eine schwäbische Firma aufgemacht, die Welt der digitalen Musik zu definieren, und das offensichtlich mit Erfolg. Schon Version 2 ihres preisgekrönten Software-Synthesizers Dune fand großen Anklang. Jetzt gibt es Version 3, in der unter anderem auch viele User-Anfragen umgesetzt wurden.

Details

Allgemeines

Dune 3 ist ab Windows XP im VST2-Format in 32- und 64-Bit und im AAX-Format in 64-Bit erhältlich. Ab MacOS X 10.7 gibt es das Plug-in im AU- und VST2-Format, jeweils in 32- und 64-Bit, und im AAX-Format wieder nur in 64-Bit. Außerdem unterstützt das Plug-in das NKS-Format von Native Instruments und kann somit direkt von Maschine und den Keyboards der Kontrol-S-Serie angesteuert werden. Der Installer ist 84,2 MB groß, installiert verbraucht Dune 3 285 MB. 

Synthese-Konzept

Ein Sound entsteht bei Dune aus bis zu drei Oszillatoren, für jeden sind alle Parameter unabhängig voneinander einstellbar. Der dritte ist dabei Einschränkungen unterworfen, dieser enthält dafür ein Noise-Modul. Bei den ersten beiden Oszillatoren lässt sich als Synthese-Typus VA (Virtual-Analog), WT (Wavetable) oder FM (Frequenzmodulation) wählen. Direkt darunter lässt sich die Lautstärke der drei Oszillatoren, des Ring-Modulators und des Noise-Moduls im OSC-Mixer stufenlos regeln und sogar im Stereofeld verteilen. 

Unter VA stehen zwar nur vier Wellenformen zur Verfügung, Ramp Up, Ramp Down, Pulse und Triangle, entscheidend sind aber die Möglichkeiten, diese zu nutzen. Es gibt zehn Tuning-Methoden wie zum Beispiel Linear, Gaussian, Random oder SWARM. Letztere emuliert die von Roland in den 90er-Jahren entwickelte Wellenform SuperSaw und hat einen ganz besonderen Klang. Hat man eine Tuning-Methode ausgewählt, sucht man über Density die Anzahl an Stimmen aus, die dann über Detune gegeneinander verstimmt werden können. Dadurch wird ein Sound fett und warm. 

Unter WT stehen 45 verschiedene Wavetables zur Verfügung, von 32 Bells, über Pulse Sub bis hin zu Vintage Saw. Unter Waveform kann man sich dann eine der beinhalteten Wellenformen aussuchen, oder über den Position-Regler zwischen den einzelnen Wellenformen eines Wavetables überblenden und sich so eine bestimmte Position aussuchen. Über Edit lassen sich wie bei Serum die einzelnen Wellenformen sogar verändern oder völlig neu mit der Maus einzeichnen. Der Import eigener Wavetables wird selbstverständlich auch unterstützt. 

Soundkreation war also noch nie einfacher. Man wählt bis zu drei verschiedene Klangerzeuger aus und kombiniert diese dann stufenlos über ein OSC-Mixer. So lassen sich schon rech

Acht Layer machen alles möglich

Gehen wir auf die rechte Seite des GUIs, finden wir die Common/Voices-Edit-Sektion. Hier wird es jetzt ernst, denn ein Sound bei Dune 3 kann aus bis zu acht Layern gleichzeitig bestehen, und mit Layer ist ein vollwertiger Synthesizer gemeint. Ist ALL aktiviert, werden die vorgenommenen Änderungen auf alle acht Layer übertagen, ansonsten kann man über die einzelnen Zahlen nur das jeweils ausgewählte Modul verändern. Das bedeutet, dass man einen Sound aus bis zu acht Synthesizer-Modulen zusammensetzen kann. Man kennt dieses Konzept ja schon von anderen Synths, wie zum Beispiel Electra X von Tone2, da sind es aber nur bis zu vier parallele Synth-Engines. Dune eröffnet also nochmal ganz andere klangliche Möglichkeiten. Unter Common/Voices Edit erfolgt auch die Zuweisung zu Arpeggiator oder FX-Sektion und auch das für jedes Synth-Layer separate. 

Direkt darüber, in der obersten Zahlenreihe von 1 bis 8 kann unter AMT für Amount eingestellt werden, wie viele Synth-Layer überhaupt genutzt werden sollen. Und man kann sich die einzelnen Layer dort auch Solo anhören, diese gegeneinander noch einmal verstimmen und im Stereofeld verteilen. Dabei ist es völlig egal, ob man tatsächlich acht verschiedene Soundkomponenten über die Layer liefert, oder ein- und dieselben Einstellungen einfach dupliziert, um einen noch fetteren Sound zu erhalten. Das verspricht auf jeden Fall ein Hörerlebnis der ganz besonderen Art.

Zwei Arpeggiatoren für Komplexität

Ebenfalls neuartig bei Dune sind die beiden Arpeggiatoren. Diese können zwar leider nicht für völlig verrückte Effekte hintereinander geschaltet werden, allerdings kann man verschiedene Synth-Layer an unterschiedliche Arpeggiatoren senden. Zum Beispiel kann ein Sound eines Layers auf einen anderen Layer kopiert und von dort aus dann an den zweiten Arpeggiator geschickt werden. Außerdem gibt es nicht nur verschiedenste Pattern-Presets, sondern auch MIDI-Files lassen sich importieren und darstellen.

Zwei Filter für volle Kontrolle

Auch beim Filter setzt sich die Zahl zwei weiter fort, es gibt in Dune 3 nämlich zwei identische Multimode-Filter, die jeweils 30 Filtercharakteristiken anbieten. Darunter sind auch Brickwall-Charakteristiken mit einer Flankensteilheit bis zu 60 dB pro Oktave und zusätzlichen 18 Filtereffekten wie Phaser, Ratecrush oder Vowel. Interessant dabei ist, dass das Signal-Routing verändert werden kann, beide Filter also seriell oder parallel durchlaufen werden können.

Außerdem kann man über den Balance-Regler die Effekte der beiden Filtereinheiten stufenlos miteinander mischen. Hier kommt auch die Modulationsmatrix ins Spiel, die Dune selbstverständlich ebenfalls bietet. Alle Parameter, natürlich auch die der beiden Filter, lassen sich darüber programmieren und automatisieren. 

 

Gut klingende Effekte

Alles, was man im Effektbereich bei der Soundkreation braucht, ist vorhanden. Distortion, EQ, Phaser, Chorus, Delay, Reverb und Compressor, die Effektsektion von Dune lässt keine Wünsche offen. Die Effekte klingen auch sehr gut, und das gleich doppelt, es gibt nämlich wiederum zwei identische Effektmodule. Außerdem wurde Dune 3 mit drei LFOs ausgestattet, die jeden Parameter des Synthesizers modulieren können. Hinzu kommen noch vier Multiple-Segment-Envelope-Generator-Module, kurz MSEGs genannt. Über diese individuell einstellbaren grafischen Modulationsquellen lassen sich Modulationen einzeichnen, wie man das zum Beispiel von Shaperbox her kennt.

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