Test
8
11.12.2018

Swissonic 4Zone Test

Zonenmixer

Zonenmischer führen ein Leben in der Schattenwelt. Sie sind Arbeitstiere, die einen lästigen, aber notwendigen Job erledigen. Ein Zonenmixer bewohnt in der Regel ein 19-Zoll-Installationsrack, das entweder in einem nüchternen Technikraum unter Neonbeleuchtung stoisch seinen Dienst verrichtet, oder der Zonenmixer klemmt hinter der Theke neben den Bierdeckeln und macht das, was ein Zonenmixer macht: Er verteilt eine Reihe an Eingangssignale auf unterschiedliche Ausgänge, auch Zonen genannt. Diese Zonen geben ihr Signal an Endstufen oder Aktivboxen weiter, die wiederum verschiedene Stellen oder gar unterschiedliche Räume mit individuellen Signalen versorgen.

Ein Beispiel: Eingang 1 wird durch ein Mikrofon versorgt, Eingang zwei erhält das Signal von einem CD-Player. Diese Signale können bei einem Zonenmischer frei auf die Ausgänge verteilt werden. So könnte das Mikrofon beispielsweise nur in Zone 1 (Thekenbereich) und 4 (Stammtisch im Hinterzimmer) tönen, während der CD-Player nur die Kegelbahn (Zone 3) und ebenfalls den Stammtisch (Zone 4) mit Signal versorgt. Mit einem herkömmlichen Mischpult ist dieses flexible Routing nur schwer umsetzbar. Wie gut der Swissonic 4Zone diesen Job erledigt, haben wir getestet...

Details

Das 4Zone-Unboxing ist ein Fall für Galileo-Mystery. Neben dem Mixer befinden sich eine gedruckte Bedienungsanleitung, ein Kaltgerätkabel und ein weiteres Kabel, auf das ich mir erstmal keinen Reim machen kann, in der Umverpackung wieder. Immerhin braucht sich der Anwender nicht mit einem externen Netzteil herumzuschlagen. Das Gerät selbst ist in einem erstaunlich robusten Metallgehäuse untergebracht, das mit über vier Kilogramm zudem überraschend schwer ist. Die Vorderseite ist logisch aufgeteilt und die Funktionen der Bedienelemente weitestgehend selbsterklärend. Links finden sich vier Volume-Potis, die durch ihre roten Faderkappen sich als Pegelsteller für die Eingangssignale outen.

Unter den Potis für die Eingänge 2 bis 4 befinden sich so genannte Mäuseklaviere. Vier versenkte Kippschalter bestimmen je Eingang, auf welchen der vier Ausgänge (Zonen) das Eingangssignal aufliegen soll. Kanal 1 kommt ohne Mäuseklavier aus, da dieser fix auf allen vier Ausgängen ausgespielt wird. Rechts neben den Eingängen befinden sich vier weiße Potis, die als Volume-Regler für die vier Zonen Ausgänge dienen. Jedes dieser Potis wird von einer Signal-LED begleitet. Es folgt die Digitalabteilung, der

Swissonic 4Zone Mediaplayer

Der Mediaplayer spielt wahlweise von einer SD-Karte oder von einem USB-Stick MP3-Files ab. Verwaltet wird der Vorgang durch die üblichen Transport-Taster (Play, Pause, Stopp) und durch zwei Volume-Taster (lauter/leiser), die das Ausgangssignal des Mediaplayers mit der etwas ungewöhnlichen Skalierung 000 (aus) bis 016 (volle Lautstärke) regulieren. Auch für den Mediaplayer steht ein Mäuseklavier für das Routing auf die vier Zonen zur Verfügung. Ungewöhnlich aber nützlich ist die Tatsache, dass in dem Mediaplayer zusätzlich noch ein FM-Radio Empfänger installiert ist. Ist das Radio als Signalquelle über den „Mode“-Taster ausgewählt, so mutieren die Skip-Taster (vor/zurück) als Bedienung für den Sendesuchlauf.

Passend für die Radiofunktion findet sich auf der Rückseite des Geräts ein Antennenkabelanschluss wieder. Fast hätte ich noch den Eingang Nummer 5 übersehen, da dieser über kein dediziertes Volume-Poti verfügt. Eine einsame Miniklinkenbuchse erlaubt den unkomplizierten Anschluss eines Smartphones oder Laptops, dessen Signal sich wiederum über Dip-Switches auf die vier Zonen-Ausgänge verteilen lässt. Wer nicht mehr sicher ist, was er alles auf welche Zone geroutet hat und die entsprechende Lautsprecherbox nicht abhören kann, weil sich diese in einem Nebenraum oder in einem Keller befindet, der nutzt einfach den Monitorausgang auf der Vorderseite. Dort lässt sich ein Kopfhörer anschließen und jede Zone separat abhören.

Die Rückseite

Party in the back! Die Rückseite beherbergt neben der obligatorischen Kaltgerätebuchse alle Ein- und Ausgänge des Mixers und das sind nicht gerade wenige für ein 1-HE-Gerät. Wir notieren drei Combobuchsen für die Eingangskanäle 1 – 3. Der Gain für Kanal 1 wird auf der Vorderseite eingestellt, für die Kanäle 2 & 3 befinden sich die Gain-Steller auf der Rückseite, ebenso wie eine separat zuschaltbare Phantomspeisung für diese Kanäle. Kanal 4 wird von zwei Cinch-Buchsen beschickt. Links daneben finden UKW-Freunde eine Antennenbuchse für den integrierten FM-Radio-Empfänger wieder. Jetzt fällt auch bei mir der Groschen! Unser Mystery-Kabel aus dem Lieferumfang ist ein Antennenkabel für den analogen Radioempfang. Gut, dass das geklärt ist. 

Den größten Teil der Rückseite nehmen die vier Zonenausgänge in Anspruch. Der Swissonic 4Zone spielt die Zonensignale ausschließlich über symmetrisch belegte XLR-Buchsen aus, das erlaubt auch länge Signalwege zu den Endstufen oder Aktivboxen, ohne dass man sich Gedanken über etwaige Einstreuungen in die Signale machen muss. Jeder der vier XLR-Buchsen wird von einer zusätzlichen Klinkenbuchse begleitet. Diese dienen wider erwarten nicht als zusätzliche Ausgänge, sondern sind für den Anschluss von Lautstärken-Fernbedienungen gedacht. Passende Hardware wird von Swissonic nicht angeboten, aber DIY-Freunde können sich mit einem Klinkenstecker, Mikrofonkabel und ein einem Potentiometer (10 kOhm – 100 kOhm, eingelötet zwischen Pin 1 & 2 des Klinkensteckers) eine Kabelfernbedienung basteln.

Wofür braucht man das?

Idealerweise verlegt man diese Fernsteuerungen in die Räume, die weiter entfernt liegen. So können die Nutzer der Kegelbahn mit dem Griff zum Poti selbst bestimmen, wie laut sie dem vom Kneipenwirt eingespieltem „Best of Helene Fischer“ lauschen wollen. Die Option ist jedenfalls eine nette Zugabe. Zeit den 4Zone in Betrieb zu nehmen.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare