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Test
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30.01.2015

Steinberg Cubase Pro 8 Test

DAW-Software

Cubase auf Wolke Acht!

Steinberg Cubase Pro 8 im bonedo-Test: Bei Cubase handelt es sich um eine der großen und altehrwürdigen DAWs und gleichzeitig um das Aushängeschild des in Hamburg ansässigen Herstellers Steinberg, der seit 2004 Teil des Mutter-Konzerns Yamaha ist. Die Software wird seit geraumer Zeit konsequent in einem zweijährigen Zyklus einem Major-Update auf die nächste Versionsnummer unterzogen, und auch mit dem Sprung auf Version 8 gibt es tonnenweise neue Features.

Steinberg wirbt mit durchaus klangvollen Bezeichnungen für die neuen Funktionen. Was aber verbirgt sich hinter Begriffen wie „Render In-Place“, „VCA-Fader“, „Direct Routing“ oder „Virgin Territories“? Und ist Cubase durch das Update in Hinblick auf die Rechen-Performance wirklich effizienter geworden? In diesem Test sehen wir uns die Neuerungen im Detail an.

Details

Getting Started – Umfang und Installation

Vorab ein paar harte Fakten. Cubase 8 läuft gleichermaßen auf PC (Windows 7 oder neuer) und Mac (OSX 10.9 oder neuer) und lässt sich ganz zeitgemäß entweder in einer Version für 32-Bit- oder 64-Bit-Systeme installieren. Wer bereits eine Update-fähige Variante der Software sein Eigen nennt, der wird beim Stöbern in den einschlägigen Online-Shops vielleicht schon bemerkt haben, dass dort keine entsprechenden Angebote zu finden sind. Dies liegt daran, dass Steinberg dazu übergegangen ist, Updates fortan nur noch als direkte Downloads von der eigenen Website anzubieten. Die Vollversion ist dagegen nach wie vor als anfassbare Boxed-Version (und somit auch im Handel) zu haben und enthält einen gedruckten Quick-Start-Guide und neben den beiden DVDs für Cubase mehrere weitere DVDs mit Software Demo-Versionen aus dem Hause Steinberg. Ein ausführliches Benutzerhandbuch kann jederzeit auch in einer deutschen Version als PDF-File aus dem Support-Bereich von Steinbergs Website heruntergeladen werden, und zusätzlich kann man sich online mit einigen Tutorial-Videos und Demo-Projekten versorgen, die die Einarbeitungszeit in das Programm deutlich verkürzen sollten. 

In Sachen Kopierschutz setzt Steinberg seit vielen Jahren auf den Syncrosoft eLicenser, wobei es sich um einen USB-Stecker handelt, der an den Rechner, auf dem Cubase betrieben werden soll, angeschlossen wird. Der Dongle muss vor der ersten Verwendung über das automatisch mit der Kernanwendung installierte eLicenser Control Center mit einer aktiven Lizenz bestückt werden, was bei bestehender Internetverbindung innerhalb weniger Minuten erledigt ist. Natürlich ist der eLicenser ebenfalls Teil des Lieferumfangs der Vollversion.   

Wer dagegen updatet und folglich den direkten Download erwirbt, der hat den Dongle natürlich schon und kann sich zudem wie gewohnt darauf verlassen, dass ältere Versionen der Software durch den Update-Prozess unangetastet bleiben. Cubase 8 wird auch in diesem Fall als vollständig lauffähige und eigenständige Anwendung installiert. So ist sichergestellt, dass man im Zweifelsfall seine aktuellen Projekte noch in der älteren Version abschließen kann. Eine geupdatete Lizenz für Cubase 8 gilt wie immer gleichzeitig auch für alle älteren Versionen. 

Für Neulinge: Warum Cubase?

Software-seitig bietet sich einem angehenden Producer eine ganze Palette von Möglichkeiten, die eigenen musikalischen Ideen festzuhalten und sie auszuarbeiten, um sie letztendlich in möglichst gut klingender Form zu Gehör bringen zu können. Neben den üblichen Verdächtigen wie Cubase selbst, Logic, Live oder auch dem Studio-Klassiker Pro Tools tummeln sich mittlerweile mehrere etablierte DAWs am Markt. Eine umfassende Beratung, welche Software denn nun am besten zu welcher Art von Anwendern passt, kann dieser Artikel natürlich nicht bieten, aber zumindest die Stärken unseres Testkandidaten können wir hier grob umreißen, um somit die interessierten Neulinge nicht nur mit den komplexen Details zu den neuen Features zu bepflastern. Grundsätzlich kann man allerdings davon ausgehen, dass vor allem die großen DAWs in den letzten Generationen so viel voneinander gelernt haben, dass die Unterschiede nicht mehr so gravierend sind, wie das vor 10 Jahren noch war. 

In den frühen Tagen der Musikproduktion am Computer war Cubase (ähnlich wie Logic) als ein reiner MIDI-Sequenzer konzipiert. Auch heute lässt sich dies zumindest noch entfernt erahnen, denn die vielfältigen Möglichkeiten zur Bearbeitung von MIDI-Daten sind eine Paradedisziplin von Steinbergs DAW. Die Benutzeroberfläche bietet zu diesem Zweck mehrere Editoren, die es ermöglichen, bis ins kleinste Detail vorzudringen und trotzdem noch eine angemessene Übersichtlichkeit und entsprechend guten Workflow zu erhalten. Bei vielschichtigen MIDI-Arrangements, wie sie beispielsweise bei der Arbeit mit Orchester-Libraries alltäglich sind, kann Cubase dieses Potenzial vollständig entfalten. Wenn es dagegen um „echte“ Audio-Aufnahmen geht, bietet der flexible Mixer in Zusammenspiel mit dem Control-Room (eine Schaltzentrale für Ein- und Ausgänge) die Möglichkeit, schon rein auf Softwarebasis die komplexesten Signalwege umzusetzen und z.B. auf ganz einfachem Weg verschiedene Kopfhörer-Mixe für mehrere Musiker einzurichten oder mehrere Boxenpaare (auch Surround) ohne einen zusätzlich benötigten Monitor-Controller anzusteuern. Die Nachbearbeitung von Audio-Aufnahmen ist inzwischen ebenfalls einfacher als bei manchem Konkurrenten, was vor allem mit der direkten Integration von VariAudio (Intonations-Korrektur), den Funktionen für das Group-Editing von Mehrkanal-Aufnahmen (hilfreich für akustische Drums oder andere mehrfach mikrofonierte Instrumente) und den umfangreichen Möglichkeiten zur Quantisierung (Anpassen der Aufnahme an ein rhythmisches Raster) zusammenhängt.

Einem frisch gebackenen Einsteiger werden mit den obigen Informationen nur schwerlich von frenetischem Applaus begleitete Freudenschreie zu entlocken sein. Tatsächlich liegen die bedeutsameren Unterschiede zwischen Cubase und den meisten anderen klassischen DAWs zu großen Teilen in einer Tiefe, von der ein Anwender bei seinen ersten Gehversuchen nicht allzu viel mitbekommen wird. Zwar weichen die Bedienphilosophien oft ein wenig voneinander ab, letztendlich ist die Wahl der „besten“ DAW aber mit persönlichen Präferenzen und Gewohnheiten verbunden, die man sich natürlich auch aneignen kann. Genauso wie mit jeder anderen vergleichbar komplexen Software wird eine gewisse Einarbeitungszeit unumgänglich sein. 

Alternativ zur neuerdings als Cubase Pro betitelten großen Ausbaustufe der Software bietet sich für Einsteiger natürlich das kleinere und kostengünstigere Cubase Artist an. Im Kern handelt es sich dabei um die gleiche Software, wobei die maximal mögliche Anzahl von Audio-, MIDI- und Gruppenspuren in erträglichem Maß eingeschränkt ist und vor allem einige der spezielleren Features nicht freigeschaltet bzw. einige der mitgelieferten Plug-ins nicht enthalten sind. Eine klare Gegenüberstellung findet sich unter dem Punkt Cubase Line-Up auf der Website von Steinberg. Wie man dort erkennen kann, ist das ganz kleine Cubase Elements (zum Testzeitpunkt) nach wie vor nur in Version 7 erhältlich. 

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