Gitarre Hersteller_Fender
Test
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09.12.2020

Praxis

Die Squier Paranormal Offset Telecaster hängt mit ihren 3,5 kg ausgewogen am Gurt und liegt, dank des Shapings an der Rückseite, sehr angenehm am Oberkörper. Diese, in Gitarrenkreisen auch als „Rippenspoiler“ bekannte Ausfräsung, wurde von Fender mit der Stratocaster eingeführt und ist auch bei modernen Interpretationen der Telecaster zu finden. Auch dieses Modell aus der Paranormal Serie kommt mit einer guten Werkseinstellung ins Haus geschneit und präsentiert sich zudem mit sauber abgerichteten Bünden, die nur an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch etwas besser hätten poliert werden können. Wie wichtig für das charakteristische Schwingungsverhalten dieser Modelle die Schraubhalsverbindung und die Saitenführung durch den Korpus sind, lässt sich an dieser Gitarre einmal mehr erkennen. Auch wenn Pappel nicht unbedingt dem traditionellen Korpusholz der Tele entspricht, zeigt sich die Gitarre im Grundklang sofort vertraut und tritt demzufolge mit einer spritzigen und schnellen Ansprache auf.

Für den Praxischeck nutze ich heute einen Fender Silverface Bassman für die Cleansounds. Als Zerrgeneratoren stehen außerdem ein Vox AC15 sowie ein Marshall Mini Silver Jubilee bereit. Alle Signale laufen über eine Universal Audio OX Box, die diverse Lautsprechersimulationen bereitstellt. Wir starten wie immer mit einer ersten Bestandsaufnahme der Pickup-Sounds im Clean Channel, beginnend mit dem Singlecoil am Hals.

Wie bei der Tonabnehmerbestückung zu erwarten war, sind die Grundsounds der Gitarre eindeutig im Terrain der Telecaster zu verorten. Bei genauerer Betrachtung wirken die Pickups in ihrem Grundklang recht schlank und könnten durchaus etwas mehr Substanz in den Mitten haben. Das macht sich besonders beim Einspuler am Steg bemerkbar, der insgesamt etwas spitz wirkt. Der Hals-Pickup wiederum dürfte ruhig etwas glockiger in den hohen Frequenzen auflösen. Allerdings muss man bei dieser Betrachtung auch den Preis im Auge behalten. Denn manches Pickup-Set kostet fast so viel wie die gesamte Gitarre. Arbeiten kann man mit den Tonabnehmern auf jeden Fall, wie die beiden folgenden Praxisbeispiele zeigen. 

Die Gitarre wird nun vom Vox-Amp verstärkt. Der eben schon beschriebene Klangcharakter der Pickups macht sich mit etwas mehr Schärfe im Sound noch deutlicher bemerkbar. Dafür hängen die Tonabnehmer aber gut am Volume-Poti und ermöglichen dementsprechend eine recht feinfühlige Dosierung des Zerrgrads. Dank des guten Setups ab Werk sind auch solistische Ausflüge auf dem Instrument sehr leichtgängig zu bewerkstelligen. Hier kommt eine weitere Bestandsaufnahme der Pickups am Vox-Amp, der in einem moderaten Crunch-Setting läuft. 

Es folgen weitere Eindrücke vom Sound des Instruments in unterschiedlichen Settings und Zerrgraden. 

Abschließend hören wir die Gitarre mit etwas mehr Gain am Marshall-Amp. Das Hörbeispiel bestätigt dabei noch einmal, dass die Pickups trotz gewisser Abstriche auf jeden Fall gut einsetzbar sind. 

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