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Test
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14.10.2021

Spitfire Audio Albion Solstice Test

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Dunkler, britischer Folk outta the box

Spitfire Audio präsentiert den nächsten Teil seiner Albion-Reihe: Albion Solstice. Während sich alle bisherigen Teile ziemlich klar auf das Orchester bezogen, steht in der Inhaltsangabe zu Albion Solstice: „Dark Folk“, und zwar dunkler Folk genuin britischen Ursprungs.

So schöpft Albion Solstice etwa aus gälischer und keltischer Musik. Das lässt auf raue, organische Klänge mit archaischer Herkunft schließen. Andererseits ist die vorliegende Library kein Kompendium mittelalterlicher Instrumente, sondern ein waschechter Spitfire-Albion. Daher werden Artikulationen vermutlich über die Standards hinausgehen und außerdem gibt es natürlich auch eine satte elektronische Sektion.

Wie das alles im Einzelnen aussieht, ineinandergreift und vor allem klingt, checken wir im Test.

Details

Download und Installation

Albion Solstice wird per hauseigener Spitfire App zugestellt. Und schon kommt die erste gute Nachricht: Offensichtlich hat man an den Servern gearbeitet, denn der Download läuft wesentlich schneller als früher. Von daher sind die rund 74 GB fix runtergeladen – dann das Ganze mit Native Access registrieren und schon geht’s los.

Ordnerstruktur und Instrumente

Albion Solstice startet mit drei Instrumentenkategorien: The Cassette Orchestra, The Drone Grid, The Solstice Orchestra. Last things first: Das Solstice Orchestra besteht aus neun Kategorien. Zwei davon widmen sich Streichern (hier ein Oktett, ein Sextett und ein einzelner Bass, also sehr kleines Besteck) und Holz- sowie Blechbläsern. Danach wird es etwas ausgefallener, denn irgend worauf muss sich das „Noir“ in Folk Noir ja beziehen. Es folgen daher Pipes, Band, Choir, Electric, Acoustic, Bells und Mallets sowie Percussion.

Das Cassette Orchestra lässt es etwas ruhiger angehen und bietet vier Instrumente: The Classic, The Traditional, The Band, The Visitor. Dazu noch einen Ordner mit Presets, und der sieht furchteinflößend voll aus. Es bleibt das Drone Grid, das genau aus einem Instrument besteht, dem Drone Grid.

GUIs

Jede der drei Instrumentenkategorien hat ein eigenes GUI. Beginnen wir wieder mit dem Solstice Orchestra. Hier kommt das klassische und nach wie vor leider viel zu kleine GUI der Spitfire-Libraries zum Einsatz. Vermutlich ist das mittlerweile jedem bekannt, aber falls nicht: Die Standardansicht zeigt einem die Artikulationen an, vier Regler, für Dynamics, Reverb, Speed und Expression  sowie einen Easymix-Fader, mit dem das Signal stufenlos durch den Raum bewegt werden kann.

Wem das zu grobmotorisch ist, der wechsele mittels Klick auf das Hammersymbol in die detailliertere Ansicht. Dort hat man Zugriff auf die vier einzelnen Mikrofonsignale, Möglichkeiten zum Eingriff ins Feintuning wie zum Beispiel das RR-Verhalten und außerdem zwei weitere Schieberegler für die Parameter Tightness und Release.

Das Cassette Orchestra nutzt die mächtige eDNA Engine von Spitfire, eine Art Orchestersynthie, der sich aus zwei Klangquellen speist. Das lässt bereits erahnen, wohin die Reise mit dem Cassette Orchestra klanglich gehen wird: in die Welt satter, analog-organischer Klänge des Solstice Orchestras, rücksichtslos durch den Synthie-Wolf gedreht. Es ist also quasi die synthetische Erweiterung des Orchesters.

Das Drone Grid ist als Steckfeld aufgebaut. Hier kann man das Keyboard in bis zu elf Quinten unterteilen und jedem Quintraum Artikulationen aus bis zu fünf Instrumentengruppen zuordnen. Entweder man steckt selber oder man benutzt eine der acht Zufallsoptionen und lässt sich vom Ergebnis überraschen. Reverb, Delay und Saturation sind mit dabei, ebenso wie der ADSR-Standard.

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