Eurorack-Module
Test
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17.07.2018

Praxis

Eigenschaften

Von den drei Modulen ist Kick Me das Modul, das einen direkten Zugang bietet, denn es offeriert Möglichkeiten, unterschiedlichste Kick Drums sowie auch sehr experimentelle Klänge zu erzeugen. Das Filter und der Mischer hingegen machen „Krach“ und sind kaum im Rahmen derer klassischen Funktionen als Mischer und Filter zu gebrauchen. Somit erschließt sich deren Nutzung und Bedienung auch nicht auf Anhieb. Der hier entstehende „Krach“ ist jedoch eine sehr gut klingende und hochwertige Geräuschkulisse und daraus wird recht schnell klar, dass das auch so gewollt ist. Diese Tools dienen dem experimentellen Einsatz und erzeugen ohne weiteres Klangmaterial der brachialen Riege.

Einsatzgebiete

Kick Me konnte dadurch auch am ehesten überzeugen, denn es bietet viele verschiedene Arten von Kick Drums an, die zur Abwechslung mal nicht auf den klassischen Kick Sounds der alten Roland Maschinen basieren. Diese Kicks klingen dadurch zwar eigen aber sehr wertig und modern. Was hier besonders auffällt ist, dass die hier entstehenden Kicks sich sehr gut in Mischungen durchsetzen können, ohne dabei gleich das ganze Frequenzspektrum einzunehmen. Mit der Clipping Funktion kommt man aber auch beim Kick Me schnell in die Noise-Ecke und kann auch hier experimentieren und dabei viel Krach machen.

Der Mischer und das Filter hingegen sind kreative Noise-Effekte. Hier wurden klassische Schaltungen mal ein bisschen anders interpretiert, und was dabei herauskommt, ist zwar ziemlich spezifisch aber durchaus sehr interessant. Alle drei Module ermöglichen eine Vielzahl an verschiedenen Sounds was damit zu tun hat, dass die Parameter bei allen drei Modulen sehr stark miteinander interagieren. Verstellt man ein Poti, so verhalten sich plötzlich alle anderen Potis komplett anders als zuvor. 

Die Snazzy FX Module sind keine Tools, die ein analytisches und präzises Arbeiten propagieren, sondern sie laden zum Experimentieren und Krach machen ein. Es gibt ja bereits einige Module in der Eurorackwelt, die für Noise und derartige Geräuscherzeugung vorgesehen sind, aber die wenigsten davon sind wirklich wohlklingend. Die Snazzy FX Module zählen jedenfalls zu denjenigen, die gutklingenden "Krach" erzeugen. Krach ist eben nicht gleich Krach, und auch bei Noise gibt es große Unterschiede, was deren Qualität betrifft.

Die Snazzy Module klingen auch nochmal ganz anders als z. B. die Pendants von Erica Synths, die wir getestet haben, und bieten eine große Anzahl an möglichen Klängen, solange man die Geduld hat sich länger mit den Modulen auseinanderzusetzen. Die kurze Zeit, die mir zum Testen der Module zur Verfügung stand, war sicherlich nicht lang genug, um diese Module voll zu erlernen. So erhielt ich während des Tests oft Klänge, die ich später für die Vorbereitung der Soundbeispiele einfach nicht mehr rekreieren konnte.

Wer mit diesen Modulen arbeiten möchte benötigt Zeit. Zeit, um sich mit deren Verhalten vertraut zu machen und deren recht unberechenbaren Charakter ein bisschen einschätzen zu lernen. Alle drei Module lassen sich übrigens sehr gut mit sich selbst verpatchen, da es entweder mehrere Ausgänge gibt, wie z. B. der Sub-Ausgang beim Kick Me und der invertierte Summen-Ausgang beim Hi Gain, oder mehrere Eingänge, wie z. B. der zweite CV-Eingang beim Eternal Spring Filter. 

Audiobeispiele der Snazzy FX Eurorackmodule Hi Gain, Eternal Spring Filter und Kick ME

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