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05.04.2021

Sirus Stereo Link 5.8 Bundle Test

Drahtloser 5,8 GHz stereo Sender und Empfänger

Funkübertragung zum Spartarif

Sirus Stereo Link 5.8 Bundle ist ein praktisches Helferlein: Nicht immer lassen sich Audiokabel frei verlegen. Mal gibt es optische Gründe, dann ist ein Notausgang im Weg oder man hat schlichtweg die Tücken einer Location unterschätzt. In diesen Fällen kann ein Audio-Funksystem eine elegante Lösung darstellen. Man funkt vom DJ-Pult oder FoH-Mixer einfach die Summe an entfernt stehende Aktivboxen oder Ampracks. Mittlerweile gibt es eine recht große Auswahl solcher Stereosender. Die meisten nutzten den anmeldefreien 2.4-GHz-Bereich für die Audio-Übertragung. Dort tummeln sich jedoch eine Menge andere Gerätschaften, was im ungünstigsten Fall die Übertragung stören kann.

Das Sirus Stereo Link 5.8 Bundle setzt auf den ebenfalls frei nutzbaren 5.8-GHz-Bereich, der bis jetzt noch weniger frequentiert ist. Ob sich das in einer besseren Funk-Performance niederschlägt, testen wir im Praxisteil. Das kompakte Funkset geht im Bundle (Sender + Empfänger) für schmale 128,– Euro über die Ladentheke. Das klingt nach einem guten Angebot für gestresste Geldbeutel.

Details

Sender und Empfänger kommen in schlichten, separaten Kartons. Der Lieferumfang für beide Geräte ist identisch: die Hardware, ein gedrucktes Manual, ein externes Steckernetzteil, 19-Zoll-Rack-Winkel samt Schrauben und eine abnehmbare Antenne. Schaumstoffecken schützen die Hardware beim Transport. Schauen wir uns zunächst den Sender an.

Sirus Stereo Link 5.8 TX

Das Gehäuse des Senders Sirus Stereo Link 5.8 TX entspricht in Größe und Gewicht einer kompakten DI-Box. Es ist aus gebürstetem Aluminium gefertigt und lackiert in der Tontechniker-Trendfarbe „Schwarz“. Die Bedienelemente sind klar getrennt. Auf der Vorderseite ist Partyalarm, so gedrängt geht es zu. Den Anfang machen die anschraubbare Antenne und die Pair-Taste samt der dazugehörigen Status-LED. Die Pair-Taste stellt die Verbindung zum Empfänger Sirus Stereo Link 5.8 RX dar. Rechts daneben befindet sich ein solider Kippschalter, der das Eingangssignal von Stereo auf Dual-Mono umschaltet.

Begleitet wird der Schalter von einem Volume-Poti, welches das Eingangssignal im Bereich von „off“ bis „0 dB“ verwaltet. Somit ist klar, der Sirus-Sender kann das Eingangssignal nicht aktiv verstärken, sondern lediglich abschwächen. Somit sollte der User den Sender stets mit einem ordentlichen Pegel anfahren, damit die Gain-Struktur passt. Signal- oder Peak-LEDs sucht man allerdings vergebens.

Etwas unglücklich ist die Wahl der schwarzen Poti-Kappe vor der ebenfalls schwarzen Gehäusefront. Ohne Tageslicht ist die Poti-Stellung nur schlecht zuerkennen. Gut zu erkennen sind dagegen die beiden Signal-LEDs, die anliegende Eingangssignale (links/rechts) anzeigen. Letztes Ausstattungsdetail der Vorderseite ist die Netzteilbuchse. Der Stecker sitzt zwar recht fest, lässt sich aber weder verriegeln noch bietet das Gehäuse eine Zugentlastung. Kommen wir zur Rückseite. Diese ist exklusiv reserviert für die Sendesignale. Der Anwender hat die Wahl, seine Sendesignale mit zwei symmetrischen XLR-Buchsen oder mit zwei unsymmetrischen 6.3-mm-Klinkenbuchsen zu verbinden.

Sirus Stereo Link 5.8 RX

Das dürfte die kürzeste Produktbeschreibung aller Zeiten sein, denn der Sirus Stereo Link 5.8 RX ist bis auf dem fehlenden Mono/Stereo-Schalter identisch mit dem Sirus-Sender. Natürlich kommen die XLR-Buchsen in einer Male-Ausführung, ansonsten ist alles gleich.

2.4 GHz oder 5.8 GHz?

Wie bereits in der Einleitung beschrieben, so funkt das Sirus-Bundle im 5.8-GHz-Bereich. Das bietet Vor- und Nachteile. Der 5.8-GHz-Bereich verfügt über eine höhere Bandbreite, aber auch über eine geringere Reichweite. Faustformel: Je höher die Frequenz, desto kürzer die Reichweite. Dafür ist der 5.8-GHz-Bereich weniger anfällig für Störungen, da sich in dem Frequenzbereich wesentlich wenigere Gerätschaften tummeln als im 2.4-GHz-Bereich. Dieser schafft es dagegen auch mal durch eine Trockenbauwand zu funken, während die Durchdringung von Objekten mit 5.8-GHz-Signalen deutlich schwächer ist. Einen eindeutigen Siegerbereich kann man demnach nicht ausmachen. Das Fazit könnte je nach Einsatzbereich lauten: It depends!

Zu spät?

Das Sirus Stereo Link 5.8 Bundle erzeugt eine Latenz, die bei der Übertragung vom Sender zum Empfänger auftritt. In unserem Fall beträgt die Verzögerung, die zwischen dem Eingangssignal und dem Ausgangssignal auftritt, siebzehn Millisekunden. Zur Einordnung. Als grobe Faustformel gilt die Gleichung „3 ms = 1 Meter“. Warum ist das wichtig? Nutzen wir das Sirus Stereo Link 5.8 GHz, um Delay Lines mit Signal zu versorgen, dann muss man die 17 ms Systemlatenz mit in die Kalkulation aufnehmen. Sprich, stehen den Delay Lines sechs Meter von der Haupt-PA entfernt, braucht man die Delays im Grunde nicht zu verzögern, da das die Systemlatenz des Sirus Stereo Link 5.8 Bundle übernimmt.

Vielleicht ist es sinnvoll die 17 ms Latenz als Aufkleber auf der Sirus-Hardware zu vermerken, damit man bei laufzeitkritischen Anwendungen sich daran erinnert. 17 Millisekunden ist zwar nicht wenig, aber aufgrund der 5.8-GHz-Technik auch kaum zu beschleunigen. Solange man diese Systemlatenz im Gedächtnis hat, sollte das in der Praxis kein Problem darstellen.

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