Test
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19.10.2019

Praxis

Als erstes stellt sich mir die Frage, wie herum ich die La Ola Drum auf den Schoß nehmen soll. Da es sich um ein neues Instrument handelt, gibt es diesbezüglich noch keine Regeln oder Erfahrungswerte und auch keine Standardrhythmen, die eine bestimmte Richtung vorgeben. Während ich ein Paar Bongos ohne darüber nachzudenken immer in derselben Position zwischen die Knie klemme, muss ich bei dieser Testkandidatin erst noch herausfinden, wie herum sie mir besser liegt. Nach einer Weile des Herumexperimentierens entscheide ich mich, das dicke Ende nach rechts zu nehmen. Vielleicht kommt dieser eher instinktive getroffene Entschluss daher, dass ich als Schlagzeug spielender Rechtshänder in den meisten Fällen meine Trommeln im Uhrzeigersinn von hoch nach tief sortiere. 

Vier Spielflächen bieten unterschiedliche Tonhöhen

Im Falle der La Ola Drum unterscheiden sich die drei Spielflächen auf der Schlagfläche in ihrer Tonhöhe, die in Richtung von der dicken zur flachen Seite immer höher wird. Neben diesen drei offensichtlichen Spielflächen lässt sich auch die Stirnseite am breiten Ende bespielen, welche einen nochmals höheren Ton erzeugt. Die vier Töne (H, C#, D und A) ergeben übrigens einen H moll 9 Akkord (ohne Quinte), was aber sicherlich dem Zufall zuzuschreiben ist. Etwas schade ist, dass die flache Spielfläche und die auf dem „Buckel“ befindliche tonal so nah (einen Halbton) beieinander liegen, dass der Unterschied bei unserem Testmodell sehr gering ausfällt. In einem Schlagwerk-Video mit Conny Sommer ist eine La Ola Drum (Brown) zu sehen und hören, bei der die Töne einen deutlich größeren Abstand voneinander haben. 

Mit den Händen gespielt, lassen sich durchaus Bongo- und Conga-artige Sounds aus der La Ola Drum herausholen. Einen Martillo oder Tumbao zu spielen ist ebenso möglich, wie ganz eigene Grooves zu kreieren, die durch gezielten Einsatz der verschiedenen Schlagflächen und Anschlagstechniken auch ganz eigene Melodien ergeben können. Weiche Mallets lassen die La Ola Drum ein wenig nach Marimba klingen und bringen die Tonalität der Schlagflächen besonders gut zu Gehör. Auch Nylonbesen funktionieren sehr gut, wobei diese schon etwas Masse besitzen sollten, um auch die tieferen Frequenzen der La Ola Drum anzuregen. Einen guten Kontrast zum hölzernen Grundcharakter der vier Schlagflächen bilden das Multiclap und das Buzz Board. Da sie frei platzierbar sind, ergeben sich viele Möglichkeiten, den Kastagnetten- und Snaresound der beiden Add-ons in Grooves zu integrieren.

Im Folgenden könnt ihr euch die La Ola Drum Red mit den Händen gespielt anhören.

Beim Hin-und-Her-Kletten des Buzz Boards löst sich jedoch ein Flauschband an der flachen Stirnseite samt Lackschicht vom Korpus. Die selbstklebenden Streifen halten offenbar besser als der Lack.

Nachtrag vom 22.10.2019: Nach Veröffentlichung des Testberichts haben wir folgendes Statement von Schlagwerk erhalten, das wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

Problem erkannt - Problem gebannt!

Während das Testinstrument in der Bonedo-Redaktion auf Herz und Nieren getestet wurde, haben die Schlagwerker bereits die geringe Haftung der Flauschstreifen fürs BuzzBoard erkannt und durch eine zusätzliche, manuelle Befestigung optimiert. Sich ablösende Flauschstreifen an der La Ola gehören also zum Glück schon wieder der Vergangenheit an.

Stefan Recktor

Marketing & Artist relations

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