Gitarre Hersteller_Schecter
Test
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27.06.2019

Praxis

Mit ihren knapp drei Kilo ist die Reaper 6 erstaunlich leicht und entsprechend wenig zerrt sie auch am Gurt, was für ein ermüdungsfreies Bespielen auch bei längeren Proben oder Auftritten sorgt. Kombiniert mit der sehr guten Werkseinstellung und ergonomischen Ausfräsungen zeigt sich die Gitarre ausgesprochen komfortabel. Die Reaper 6 pendelt sich im Sitzen wie im Stehen in der Waagerechten ein und lässt sich bis in die höchsten Lagen barrierefrei bespielen.

Werden die Saiten ohne Verstärkung angeschlagen, liefern sie einen drahtigen, offenen Sound, wobei die Töne durchschnittlich lang und gleichmäßig ausschwingen. Ob sich dieser Klangeindruck auch am Verstärker bestätigen wird, werden wir herausfinden.

Ich verbinde die Gitarre mit meinem Marshall JVM 410 Head und nehme die angeschlossene 2x12" Box mit einem SM 57 ab, wobei ich die Audiobeispiele natürlich alle klanglich nicht weiter bearbeitet habe.

Los geht es mit dem cleanen Kanal des Marshalls, dabei schalte ich den Pickup-Wahlschalter durch alle drei Schalterpositionen und beginne mit dem Hals-PU. Im zweiten Durchgang aktiviere ich den Coil-Split und wiederhole den Vorgang.

Am cleanen Amp zeigt sich die Reaper in allen drei Postionen durchsetzungsstark und ausgewogen im Klangbild. Das liegt sicherlich an dem nicht zu präsenten Höhenbild und den definierten Bässen. Die Anschläge werden zudem punchy vom Amp an die Box weitergegeben.

Wird mithilfe des Tone-Potis der Split aktiviert, dünnt sich das Klangbild erheblich aus. Für meinen Geschmack etwas zu viel, denn ein recht glasiger Sound ist das Ergebnis.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Marshalls. Auch hier sind erst die Humbucker, dann die Split-Sounds zu hören. Ich beginne wieder beim Hals-Pickup.

Wie in den Beispielen zuvor wiederholt sich das Gehörte. Im Humbucker-Modus kommt in allen drei Postionen ein ausgewogener Sound zustande, die Split-Sounds zeigen sich in den Höhen ausgesprochen dominant.

Ich schalte nun in den High-Gain-Kanal des Amps und wieder sind erst die Doppelspuler, dann die Split-Sounds zu hören.

Die Reaper 6 kann auch hier begeistern, denn sie liefert einen durchsetzungsstarken modernen Klang, der sich in allen drei Positionen des Humbucker-Betriebs aufgeräumt präsentiert und sowohl in Tiefmitten wie Höhen ausgewogen agiert. Natürlich zeigt hier der Humbucker am Steg, was er kann und drückt die Riffs markant aus den Speakern. Der Split-Mode gefällt mir hier etwas besser als in den Beispielen zuvor, denn er liefert eine interessante Klangwelt, die sich deutlich von den Doppelspulern absetzt und mit klar definierten Attacks aufwartet.

Ich stimme nun die tiefe E-Saite auf D herunter und spiele nur den Steg-Pickup im Humbucker-Betrieb.

Es dürfte kaum überraschen, dass die Gitarre auch hier überzeugt. Heraus kommt ein zeitgemäßer, breiter Heavy-Sound, der mächtig aus den Speakern tönt. Alle Anschläge werden deutlich wiedergegeben und verleihen dem mit reichlich Gain versehen Klang die gewünschten Konturen.

Im letzten Beispiel spiele ich ein kleines Lead-File, beginne auch hier mit dem Hals-Pickup und schalte dann auf den Kollegen am Steg.

Hier hört man gut, wieviel Druck beim Anschlagen der Saiten erzeugt wird und der Sound so an Gewicht gewinnt. Beide Pickups überzeugen auch hier auf ganzer Linie.

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