Hersteller_Samson
Test
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04.05.2017

Praxis

Schnell und einfach installiert – am Rechner wie auf dem Tisch

Wie für USB-Geräte üblich, ist es nicht sehr kompliziert, das Samson Meteor unter üblichen Betriebssystemen ans Laufen zu bekommen. Ich wiederhole mich gerne: Das Produktdesign ist absolut gelungen, vor allem, da es wirklich funktionell ist. Die Monitoring-Möglichkeit ist top, der HP-Amp ist für nicht zu hochohmige Kopfhörer laut genug. In manchen Situationen zeigte sich das Signal nicht ganz unempfindlich gegenüber Einstreuungen, das manchmal leichte Sirren war aber nicht mit auf der Aufnahme. 

Klanglich in Ordnung – wenn man den Preis nicht vergisst

Wenn man etwas beurteilt, ist das Ergebnis oft auch eine Frage der Perspektive. Vergleicht man nun Samsons Meteor mit teuren Aufnahmeketten, dann ist es nur logisch, dass man einige Punkte findet, an denen es etwas zu mosern gibt. Das gilt auch für die teureren USB-Mikrofone namhafter Hersteller wie Shure, Rode oder Lewitt, deren USB-Lösungen gerne nicht nur an professionelle Ansprüche heranreichen, sondern diesen auch tatsächlich genügen. Vergleicht man das Meteor hingegen mit allen On-Board-Lösungen, wie sie heutige Computermikrofone oder die von Smartphones anbieten, macht man mit dem Erwerb eines Meteor in Sachen Klangqualität einen guten Satz nach vorne. Und tatsächlich: Das Sprach- und Vocalsignal der kleinen Chrompille ist, typisch Kondensator, detailliert und frei von kardinalen Fehlern. Die bei großen Membranen auftretende Höhendämpfung erscheint zunächst vollständig kompensiert, doch muss man gestehen, dass die Übertragung im höchsten Frequenzband innerhalb der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit rapide abnimmt und auch definitiv an Klarheit und Auflösung missen lässt. Schlimm ist das nicht: Selbst alte, schier unbezahlbare Neumann-Schätzchen sind diesbezüglich keine Könige. Die Höhenanhebung etwas weiter unten erscheint mit professionellen Maßstäben bewertet etwas übertrieben und unnatürlich, gemeinsam mit dem eher schwachen Bass- und Tiefmittenbereich wirkt das Mikro tendenziell etwas spitz und hart. Es gibt keine starke Rücknahme des Schärfebereichs, wodurch S-Laute je nach Stimme etwas in den Ohren klingeln könnten. Wer sich damit auskennt, kann mit einem EQ hier ganz leicht absenken oder direkt einen De-Esser bemühen. 

Verständlich: Bearbeitung etwas eingeschränkt

Hier kommen wir zum nächsten Punkt, der „Bearbeitbarkeit“ des Signals. Wie üblich beim Sound preiswerterer Mikrofone, sind nicht besonders drastische Eingriffe möglich, ohne an die Grenzen zu stoßen. Das ist unter anderem technisch bedingt. Die digitale Auflösung ist die eines Zielmediums (Audio-CD), 24 Bit ermöglichen höheren Spielraum bei Dynamikbearbeitungen, aber stärker fällt noch ins Gewicht, dass es kaum Möglichkeiten gibt, die 16 Bit vollständig auszunutzen – das Mikrofon besitzt ja keine regelbare analoge Verstärkung. Somit muss man besonders bei leisen Quellen und großen Abständen das Rauschen im Blick halten. Das ist wie gesagt dem technischen Konzept geschuldet, nicht unbedingt der generellen Qualität. In gleichem Maße gilt das auch für das Equalizing. Den Grundklang kann man aber mit dem Abstand sehr gut regeln. Sehr „komplett“ klingt das Samson Meteor bei etwa zehn bis zwanzig Zentimetern Besprechungsabstand, ist dann auch sehr unempfindlich gegenüber Popplauten. Bei etwas schrägeren Besprechungen ist das USB-Mikro sehr kulant – absolut zielgruppengerecht!

Wer mehr will, muss mehr zahlen

Auf dem Tisch macht das Mikrofon eine gute Figur, die Reflexionen durch große, schallharte Tischplatten sind zu verzeihen. Und erneut ist die breite Auslegung der Niere von Vorteil, denn diese ist rotationssymmetrisch. Dadurch ist auch eine leichte Besprechung von oben herab möglich, ohne dass das Signal auseinanderfallen würde. Meine Kritik will dieses Mikrofon bestimmt nicht schlechtreden, sondern es einzuordnen helfen. Wer klanglich deutlich mehr will, muss schlicht und einfach deutlich mehr Geld in die Hand nehmen und sich jenseits der 100 oder sogar 200 Euro umschauen, eventuell sogar auf die flexible Variante mit klassischem Mikrofon und Interface zurückgreifen – auf Kosten von Mobilität und Style. 

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