Hersteller_Roland DP_Digitalpiano DP_Kompakt DP_LineOut
Test
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05.08.2009

ÄUßERLICHKEITEN UND TASTATUR
Das Roland FP-7 kommt in elegantem schwarz daher. Es ist ungewöhnlich schlank und schmiegt sich so unauffällig an jede Wohnzimmerwand. Natürlich gibt es optional auch einen passenden Ständer. Gleichzeitig ist das FP-7 allerdings mit 24 kg relativ schwer. Für einen ständigen mobilen Einsatz ist das kein unmittelbares Empfehlungsschreiben. Lobenswert sind die beiden internen, gut klingenden 13 Watt Boxen. Sie befinden sich jeweils links und rechts an der Oberseite des Gerätes. Die Tastatur fühlt sich ausgesprochen authentisch, sprich: „flügelnah“ an, was für mich damals ausschlaggebendes Argument für den Kauf des Gerätes war. Die 88 Tasten sind mit Rolands „Progressive Hammer Action II“ ausgestattet. Was nach einem neuen Schwarzenegger-Actionfilm klingt, steht für einen sehr gleichmäßigen Anschlagsweg und eine sehr angenehme, natürliche Gewichtung. Zudem ist die untere Lage stärker gewichtet als die obere, wobei die Mechanik insgesamt eher in Richtung leichtgängig tendiert. Für mich momentan die beste Tastatur in dieser Preisklasse und darüber hinaus.

PANEL

Die Bedienelemente des Stage-Pianos liegen aneinander gereiht oberhalb der Tastatur. Ganz links befinden sich zunächst zwei Drehpotis für das Volumen und das Volumenverhältnis bei gesplitteter Tastatur. Es folgen die Function-Taste zur Einstellung diverser Parameter und die Transpose-Taste. Mit dem Audio-Key können Audio-Dateien auf einem USB-Stick angesteuert werden. Daneben befindet sich schließlich die Sektion zur Steuerung der Begleitautomatik, genannt „Session Partner“, sowie Sequenzer und Metronom. In der Mitte liegt das grafische LCD-Display, dessen Anzeige zwischen aktuellem Sound, Session Partner, Songs und Metronom gewechselt werden kann. Rechts vom Display befinden sich schließlich sieben Taster zur Soundanwahl, sowie ein Split-Taster und die Effektsektion. Vergeblich sucht man ein Pitchbend- oder Modulationsrad. Als Anschlüsse auf der Rückseite gibt es MIDI In/Out, USB, drei Pedal-Anschlüsse (Sustain, Sostenuto, Soft), Stereo-Out, Stereo-In und ein extra Miniklinke-Eingang für einen MP3-Player oder ähnliches. Zwei Kopfhörerausgänge warten auf der Vorderseite des Gerätes, ebenso wie der Anschluss für einen USB-Stick.    

INNERER AUFBAU
Über die Tone-Taster gelangt man direkt in die einzelnen Instrumenten-Kategorien. Diese sind aufgeteilt in Gruppen wie Piano, E-Piano, Strings/Pad etc. Insgesamt stehen einem 339 Sounds plus neun Drumssets zur Verfügung. Darin enthalten sind ebenfalls die GM-Klänge. Über den Split- und Dual Modus lassen sich jeweils zwei der Klänge gleichzeitig spielen. Als Masterkeyboard mit umfangreicheren Tastatursplits ist das FP-7 somit nicht konzipiert. Die Anschlagsempfindlichkeit ist einstellbar in sechs Stufen, von „off“ bis „super heavy“.

Effekte

Die Effektsektion teilt sich in vier Bereiche mit jeweils eigenem Taster ein. Zur Verfügung stehen Hall, Multieffekt, Soundkontroll und Equalizer, alle FX sind dabei gleichzeitig nutzbar. Zwar klingt der Hall sehr gut, doch ein bisschen mehr Editiermöglichkeiten hätte ich mir hier gewünscht. Außer der Tiefe des Reverbs können hier keine weiteren Parameter eingestellt werden.

Hinter dem Multieffekt verbergen sich 62 verschiedene Effekte, von diversen Delays über Phaser bis hin zu Amp-Simulationen. Für ein Digital-Piano also recht abwechslungsreich und qualitativ absolut hochwertig. Der Multieffekt ist im Gegensatz zu den anderen Effekten auch soundspezifisch speicherbar. Der Soundkontroll-Taster bietet die drei grundsätzlichen Klangcharakteristika Sharp, Clear und Power und fungiert somit als eine Art grober EQ. Ergänzt wird dieses durch einen zusätzlichen 4-Band Equalizer.

Audio-Key (USB)

Sehr interessant ist die Audio-Key Funktion. Diese erlaubt es, Audio-Files von einem angeschlossenen USB-Stick abzuspielen. Dabei werden die einzelnen Tasten der unteren Oktave als Start/Stop-Steuerung benutzt. So können zum Beispiel Strophen und Refrain-Playbacks je nach Wunsch abgespielt und oben drüber sogar noch One-Shot Samples abgefeuert werden. Wie sich die einzelnen Files verhalten sollen (Loop, Start/Stop, One-Shot), kann mit einer mitgelieferten Software im Vorhinein definiert werden.

 

Session Partner
Der so genannte Session Partner ist die Begleitautomatik des FP-7. Aus verschiedenen Genres findet man hier 80 vorgefertigte Begleitpatterns. Per Knopfdruck kann man dabei wahlweise Schlagzeugspur, Bass und harmonische Begleitung ein- und ausschalten und selber dazu spielen. Die Patterns sind mit genretypischen Akkordfolgen bedacht, allerdings lassen sich auch sehr einfach, ähnlich wie bei der Software Band-In-A-Box, eigene, bis zu 16-taktige Changes vorgeben. Leider ist die Qualität der Patterns nur sehr mittelmäßig. Für Übungszwecke geht das in Ordnung, zum Vorzeigen geschweige denn live Spielen sind die Patterns und Sounds allerdings bei weitem zu unmodern und unkreativ.

Sequenzer und Registrations

Mit an Bord des FP-7 ist weiterhin ein 3-Spur Sequenzer, mit dem sich auch das eigene Spiel zum Session Partner aufnehmen lässt. Der Sequenzer kann insgesamt 99 Songs fassen. Erwähnen möchte ich außerdem, da dies nicht selbstverständlich ist, dass sich den Pedalen diverse Funktionen zuweisen lassen: zum Beispiel Start/Stop des Session Partners oder Bending up/down von bestimmten Noten.

Der FP-7 kann insgesamt 28 „Registrations“ speichern. Eine „Registration“ ist eine Art favorisierte Arbeitsoberfläche, die mehrere Parameter umfasst. Einstellungen zu Sounds, Session Partner, Effekten und Transponierung lassen sich so speichern. 99 dieser „Registration-Sets“ (bestehend aus jeweils 28) lassen sich auch extern auf einem USB-Stick ablegen.

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