Test
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31.10.2018

Rode NT1 Kit Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

NT1-A ohne „-A“ und ohne Soundstempel

Das Nierenmikrofon Rode NT1 gehört zu den beliebtesten Großmembran-Kondensatormikrofon: Nicht nur als Allround-Mikro im Homerecording, auch in professionelleren Tonstudios wird es gar nicht mal so selten benutzt. Sein wohl wichtigster Vorteil ist der absolut akzeptable Preis. Zudem hat sich die australische Firma Rode einen Namen als Lieferant unprätentiöser, geradliniger und verlässlicher Mikrofone gemacht.  

Details

Was sind die Unterschiede zwischen Rode NT1 und Rode NT1-A?

Neben dem Rode NT1 (hier im Test) gibt es auch das Rode NT1-A, welches unser Autor Carsten Kaiser bereits als Rode NT1-A Complete Recording Bundle getestet hat. Ob sich Rode einen Gefallen getan haben, mit den etwas undurchsichtigen Produktkürzeln zu hantieren, sei mal dahingestellt. Allerdings ist man in guter Gesellschaft, wenn man sich das Verwirrspiel um die sE-2200-Mikrofone von sE Electronics ansieht. Ich will es daher kurz machen und die Unterschiede zwischen Rode NT1 und Rode NT1-A in der Tabelle aufzeigen:

Rode NT1 Rode NT1-A
geringeres Rauschen höheres Rauschen
geringerer Grenzschalldruckpegel höherer Grenzschalldruckpegel
höhere Empfindlichkeit geringere Empfindlichkeit
Frequenzgang linearer Präsenzboost
Spinne/Poppschutz: SMR Spinne/Poppschutz: SM6
Markteinführung 2013 Markteinführung 2004
Preis: € 279 (Kit) Preis: € 145 (Kit)

Durch die verschiedenen Nieren-Großmembrankapseln sind die Frequenzgänge der beiden Mikrofone unterschiedlich. Das Rode NT-1 in diesem Test ist zumindest laut grafischem Pegelverlauf ein ganzes Stück linearer, lediglich der häufig zu verzeichnende Boost bei den Präsenzen ist auszumachen. Dass es in den oberen Höhen mit der Übertragung etwas zurückgeht, ist dem gesamten Gerätekonzept geschuldet: Das tun so gut wie alle Großmembraner aufgrund der namensgebenden Größe (und somit der Trägheit) der Membran. Wäre das „schlimm“, würde es Mikrofone wie das Neumann U 67, das AKG C414 und andere wahrscheinlich nicht geben.  

Technische Daten des Rode NT-1

In der obigen Tabelle sind die Daten noch wolkig umschrieben, hier jetzt „in handfester Ausführung“: Das Eigenrauschen ist mit 4,5 dB(A) exorbitant gering, das in der Praxis eher unwichtige Marketing-Claim des „leisesten Mikrofons der Welt“ steht dem Mikrofon mittlerweile nicht mehr zu (siehe Lewitt LCT 540 Subzero). 35 mV/Pa sind ordentlich für ein derart gering rauschendes Mikrofon, mit einem maximalen Schalldruckpegel von 132 dB(SPL) ist es für die meisten Anwendungen gewappnet. Ein Pad zur Erhöhung des verzerrungsfreien oder -armen Pegels gibt es genauso wenig wie ein Hochpassfilter zur Eindämmung der Bassanhebung durch den Proximity-Effekt bei naher Besprechung.  

NT-1 ohne Übertrager

Derartig gute technische Werte sind für ein umschaltbares Mikrofon kaum zu erreichen, auch sollte deutlich sein, dass der Signalpfad kurz und einfach aufgebaut sein muss. So kommt zur Mikrofonverstärkung im Korpus ein JFET zum Einsatz, einen Übertrager gibt es nicht. Hinter der Elektronik steht elektronisch symmetriert das Signal mit einer Ausgangsimpedanz von 100 Ohm zur Verfügung. Damit sind die Impedanzen von Mikrofonvorverstärkern eher „unwichtig“.  

Schwingungsdämpfung von Rycote

Die Kapselkonstruktion des Rode NT-1 ist im metallenen Mikrofonkorb schwingungsgedämpft gelagert. Diese Aufhängung liefert die Firma Rycote – und die kennen sich damit aus! Ob nun als zusätzliche Sicherheit, weil man Rycote auf derart kleinem Raum doch nicht alles zutraut, oder aber, weil der Otto-Normalkunde von einem Studiomikrofon so etwas verlangt, kommt das Rode NT-1 Kit mit einer externen elastischen Halterung. Diese Rode SMR wirkt futuristischer als die klassischen Spinnen, setzt aber ebenfalls auf Gummibandlagerung. Der einfache Poppschutz kann dort eingesteckt werden.  

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