Bass
Test
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13.07.2011

DETAILS:

Der Ruppert/Lehle-Zögling kommt in einem extrem soliden und erfreulich flachen Metallgehäuse mit grauer Mattbeschichtung daher. Das Basswitch-Logo auf der Bedienoberfläche ist in fluoreszierender Farbe gehalten und leuchtet im Dunkeln

An der unteren Kante des Pedals liegen drei Fußtaster mit den Funktionen A/B, Mute und Mix Loop/Boost. Dabei handelt es sich im Unterschied zu allen anderen Produkten dieser Art nicht um Schalter, denn hier wird der Schaltprozess über verschleißfreie und zuverlässige Relais ausgeführt – aber dazu später mehr. Über jedem Taster befindet sich eine große und sehr hell leuchtende LED, die dessen momentanen Betriebszustand anzeigt. Etwas weiter oberhalb liegt die Steuerzentrale des Basswitch, in deren Entwicklung jede Menge Denkarbeit eingeflossen ist. Gesteuert wird hier mit insgesamt neun Drehreglern, die ober- und unterhalb einer etwa ein Zentimeter hohen Wölbung platziert sind. Die Potiknöpfe liegen dort sicher vor Fußtritten geschützt in halbkreisförmigen Aussparungen, lassen sich aber trotzdem sehr komfortabel bedienen. Sie sind bewusst recht schwergängig gehalten, um sie vor versehentlichem Verstellen zu schützen. Aufgrund ihrer Position und der genialen Gehäusekonstruktion könnte man sie auch noch durch einen Klebestreifen sichern, will man wirklich zu 150% sicher sein, dass die Einstellungen von niemandem angerührt werden. Aber notwendig ist das nicht.

Der Basswitch verfügt über einen hochwertigen Preamp für den Kanalweg A. Dieser Preamp hat einen Gain-Headroom von +15 dB. Dazu kommt eine 4-Band-Klangregelung mit Höhen (12,5 KHz, Kuhschwanzfilter), Bässen (33 Hz, Glockenfilter) und zwei parametrischen Mitten für Hi-Mid (840Hz bis 5.6 KHz, Glockenfilter) und Lo-Mid (90Hz bis 500Hz, Glockenfilter).

Ganz links befinden sich zwei Regler, einer oberhalb und einer unterhalb der Ausbuchtung, die zur Funktion des MixLoop/Boost-Schalters gehören. Der obere Regler mit der Bezeichnung Boost hat eine Doppelfunktion. Zum einen regelt er die Lautstärke der Effektwege, in der Schaltung sitzt er vor dem Send-Ausgang des parallelen Effektloops. So kann man das Signal optimal an die Eingangsempfindlichkeit der Effekte durch Pegelanhebung oder -absenkung anpassen. Ist kein Effekt eingeschleift, fungiert der Regler als einfacher Clean-Boost, das heißt, man kann z.B. eine Sololautstärke festlegen und über den MixLoop/Boost Taster abrufen.

Der parallele Einschleifweg bzw. Loop lässt sich stufenlos von 0% bis 100% regeln, also vom minimalen Effektanteil bis hin zur Möglichkeit, ihn auch seriell betreiben zu können. Der große Vorteil bei dieser Konstruktion liegt darin, dass man die Effekte parallel zum Originalsignal mischen kann und so der Grundsound des Basssignals nicht an Druck und Transparenz verliert. Das ist sonst häufig der Fall, wenn man ihn zu 100% durch die Effektkette leitet. Für diejenigen Effekte, die seriell im Signalfluss geschaltet werden sollen, existiert ja noch ein separater serieller Loop, der vor den parallelen geschaltet ist.

Kanal B des Basswitch ist ein reiner Thru-Kanal, das bedeutet, dass das Signal des Instrumentes unbearbeitet durchgeschleift wird (die Effektwege und Boostfunktion sind allerdings auch für diesen Kanal verfügbar).

An der rechten Seite befindet sich ein DI-Ausgang, denn der Basswitch ist nicht nur Switcher, Looper und Preamp, sondern eben auch eine DI-Box, die mit einem Lehle Ausgangsübertrager mit galvanischer Trennung und höchster Übertragungsgüte/Dynamiktoleranz arbeitet. Obligatorisch natürlich der Groundlift-Schalter und zusätzlich gibt’s noch einen Pad-Schalter zur Absenkung des DI-Pegels, falls am Mischpult nur ein Eingang für Mic-Pegel und nicht für Line-Pegel existieren sollte. Ungewöhnlich für eine DI-Box im Stomp-Format ist die Funkton Pre/Post, mit der man bestimmt, ob das Signal vor Klangregelung und Effekten oder dahinter abgegriffen werden soll. Sehr gut ist zu bewerten, dass auch im Pre-Modus das Signal von Kanal A zuerst durch den Pegelregler wandert. Auch wenn keine weiteren klangverändernden Elemente mehr dazwischengeschaltet sind, ermöglicht diese Funktion immer noch die Pegelangleichung der beiden Kanäle im Sinne einer A/B-Box, was jeden Soundmann fröhlich stimmen wird.

Auf der Rückseite des Basswitch liegen sämtliche Klinken-Ein- und Ausgänge. Wie erwähnt existieren zwei Kanäle (A/B), dementsprechend auch zwei Eingänge. Kanal A kommt zum Zuge, wenn nur ein einziger Bass angeschlossen ist. Dann funktioniert der Basswitch wie eine Kanalumschaltung zwischen zwei Sounds. Kanal A mit EQ und Pegelangleichung, Kanal B ohne Klangregelung.

Ist an jedem Kanal ein Bass angeschlossen, sollte am Thru-Kanal B derjenige angeschlossen sein, dessen Sound man entweder ausreichend am Instrument selbst modifizieren kann (aktive Bässe) oder der ohne Anpassung klingt. An Kanal A gehört der Bass, der im Verhältnis zum Bass B angeglichen werden muss, sei es, weil er im Verhältnis zu laut oder zu leise ist, zu viele oder zu wenig Bassfrequenzen besitzt oder sich sonst zu sehr unterscheidet. Im Idealfall gleicht man die Verhältnisse so an, dass weder am Bühnenverstärker noch am Mischpult etwas verändern muss, wenn die Bässe gewechselt werden.
Kanal A verfügt überdies auch über einen Impedanz-Wahlschalter, mit dem man diesen Eingang optimal an Piezotonabnehmer anpassen kann (von 1 MOhm auf 10 MOhm).

Der Line Out führt das Signal per Klinkenkabel zum Verstärker. Gleich daneben kann man es über den Tuner Out auch separat zum Stimmgerät leiten. Im Gegensatz zum Line- und DI-Out wird das Signal zum Tuner Out vor dem Mute-Taster abgegriffen und liegt deshalb permanent am Stimmgerät an. Das hat viele Vorteile, denn sonst müsste man ein Stimmgerät in einen der Effektwege oder hinter den Line-Out schalten. Aber viele Tuner verfügen nicht über einen True Bypass und verfälschen den Sound. Zudem lässt sich über den Tuner Out des Basswitch auch ein Racktuner ansteuern, der über keinen Stummschalter verfügt oder überhaupt nicht in einer Signalkette liegt, wie es häufig in Tonstudios der Fall ist.

Es folgen die beiden Mono-Effektwege mit jeweils einer Send- und einer Return-Buchse. Bei der Verwendung von parallel eingeschleiften Effekten kann es in ungünstigen Fällen zu Phasenauslöschungen zwischen Original- und Effektsignal kommen. Für diesen Fall hat man dem Basswitch für den parallelen Effektweg einen Phase-Reverse-Schalter spendiert, der, wie der Name schon sagt, die Phase um 180° dreht.

Zuletzt folgt die Netzbuchse zur Stromversorgung. Wie man es schon von anderen Lehle-Pedalen kennt, zeigt sich auch der Basswitch hier unglaublich flexibel. Sämtliche Gleich- und Wechselstrom-Netzteile von 9 bis 20 Volt und beliebiger Polung können angeschlossen werden, erst im Gerät erfolgen Gleichrichtung, Stabilisierung und Transformation auf 18 Volt, was eine ausreichende und saubere Stromversorgung der internen Komponenten garantiert.

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