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Test
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14.11.2014

RME MADIface XT Test

196-In/198-Out USB3.0 MADI Audiointerface

Qualität und noch mehr Quantität!

RME MADIface XT im Test: MADI wird nicht alt. Das hat auch der Wandler- und Audiointerface-Spezialist RME verstanden und verstärkt konsequent sein Portfolio in diesem Segment. Nachdem wir uns bereits das äußerst puristische und sogar recht günstige MADIface USB genauestens angeschaut haben, widmen wir uns heute nun dem großen Bruder, dem MADIface XT, was irgendwie auch der aktuelle Nachfolger der allseits bekannten RME HDSPe MADI FX Karte ist. Und los geht es!

Details

Das RME MADIface XT ist ein 196-In/198-Out USB-3.0 Audiointerface, das mit zwei optischen und einer koaxialen MADI-Schnittstelle ausgestattet ist. Damit lassen sich bereits bis zu 192 Ein- und auch 192 Ausgänge gleichzeitig vom bzw. zum Computer hin übertragen. Erstaunlicher ist aber fast, dass dafür recht wenig Gehäuse benötig wird. Das gerade einmal ein HE hohe und 9,5 Zoll breite Kistchen wiegt auch nur rund 1 kg. Trotzdem ist das Metallgehäuse dabei noch sehr robust, solide und hochwertig verarbeitet. Rack-Ohren sind allerdings nur optional erhältlich.

Im Gegensatz zum rund zwei Drittel günstigeren, puristischen RME MADIface USB, was auf USB 2.0 setzt, gibt es neben den MADI-Anschlüssen hier auch noch ein paar weitere „Zusatzanschlüsse“. Und so kommen zwei Mic-Preamps, ein analoger Stereo-Hauptausgang sowie ein weiterer Stereo-Kopfhörerausgang und ein zusätzlicher AES/EBU „Singlewire“ I/O hinzu, weswegen auch von einem 394-Kanal-Interface die Rede ist. 

Das MADIface XT arbeitet mit einer Auflösung von 24 Bit und Abtastraten von bis 192 kHz, wobei sich die Anzahl der verfügbaren MADI-Kanäle entsprechend bei dieser hohen Abtastrate vierteilt. Ein weiterer signifikanter Unterschied zu dem „einfacheren“ MADIface USB ist natürlich auch das offensichtlich vorhandene Display am MADIface XT sowie die internen DSP-Effekte, doch dazu lieber später mehr. Die Frontseite ist außerdem ziemlich logisch und übersichtlich aufgebaut. 

Links befinden sich auf der Vorderseite zwei XLR/TRS Combo-Buchsen für die beiden analogen Eingänge bzw. Preamps. Der Gain ist dabei digital steuerbar - via TotalMix FX Software oder Front-Menü - und kräftige 60 dB stark. Fixe Gain-Settigns (-10dBV, +4dBu, etc.) für Line-Level oder gar einen Instrumenten-Mode gibt es allerdings nicht. Immerhin ist das gewohnte „Auto-Set“-Feature bzw. die automatische Gain-Regulierung dabei. Hier  wird solange der Gain reduziert, bis es nicht mehr clippt. Die Combo-Buchsen bieten außerdem eine Verriegelung und sind aus dem Hause Neutrik.

Direkt daneben findet sich der eine, frei zuweisbare Stereo-Kopfhörerausgang auf 6,3 mm Klinke. Umrahmt von schickem Hochglanz-Kunststoff und dem RME-Logo gibt es hier außerdem vier kleine Taster (Mic/Gain, Mix, Channel, Setup/Rev) sowie zwei Push-Encoder und das Display zu bestaunen. Mit letzteren beiden lässt sich das Gerät auch komfortabel Stand-Alone nutzen. So lassen sich grundsätzlich alle Funktionen am Gerät aufrufen und verwalten, am sinnvollsten gestaltet sich die Konfiguration allerdings am Rechner. Diese Steuersoftware nennt sich dabei TotalMix FX und ermöglicht beliebige Matrix-Mischungen garniert mit DSP-Effekten, wie Low-Cut, EQ und Kompressor - und das in jedem Kanal! Hinzukommen ein globaler Reverb- und Delay-Effekt, welcher über einen gemeinsamen Send/Return-Verbund erreicht werden kann. 

Kommen wir nun zur Rückseite und den verhältnismäßig vielen Anschlüssen: Rechts außen gibt es zunächst einen Anschluss für das mitgelieferte Netzteil zu vermelden, was in bewährter RME-Tradition über eine grüne Power-LED im Stecker verfügt. Außerdem weist der Stecker eine Verriegelung auf, sodass das Kabel sicher „eingeschraubt“ werden kann. Damit fällt auch das Fehlen einer Zugentlastung nicht weiter ins Gewicht. Direkt daneben befindet sich ein kleiner Kippschalter, welcher als Hauptschalter dient. Zudem findet sich hier auch noch ein PCI Express Anschluss ein, um das MADIface mit einer sogenannten „Expresscard“ verwenden zu können. Die abwärtskompatible USB-3.0 Buchse befindet sich daneben.

Daran anschließend finden sich die zwei optischen MADI-I/Os (Out1 und Out2) und der koaxiale BNC-Anschluss (Madi 3). Über letzteren befinden sich, ebenfalls mit BNC-Anschluss versehen, der obligatorische Wordclock Ein- und Ausgang, den es am MADIface USB so leider nicht gibt. Die analogen, symmetrischen XLR-Anschlüsse daneben wiederum sprechen sicherlich für sich. Sie bieten natürlich die Möglichkeit, Monitorboxen direkt anschließen zu können, um diese auf der Vorderseite im Volume auch regeln zu können.

Außerdem gibt es noch eine kleine Sub-D Buchse („MIDI/AES“), die zum Anschluss einer kurzen, mitgelieferten Kabelpeitsche dient, sowie eine DIN-Buchse („Remote“), welche zum Verbinden der bekannten, proprietären und kabelgebundenen ARC-Fernbedienung gedacht ist. Diese ist zwar nicht Teil des Lieferumfangs, mit etwas 150 Euro allerdings auch nicht besonders teuer.

Die Kabelpeitsche bietet neben einer weiblichen und männliche XLR-Buchse, welche für den AES EBU I/O gedacht sind, außerdem noch eine MIDI-In und eine MIDI-Out Buchse. Auch der AES/EBU kann natürlich komfortabel zum Anschluss von Monitoren genutzt werden, da diese natürlich auch im Volumen geregelt werden können. Der MIDI-Anschluss macht ebenfalls eine Menge Sinn, wenn man bedenkt, wie komfortabel sich die TotalMix FX Software mit Motorfadern einer Mackie Control Universal Pro bzw. einem beliebig anderen und darauf aufbauenden Controller  bedienen lässt. 

Neben der bereits angesprochenen Kabelpeitsche und dem Netzteil, welches sich mit Spannungen von 100 bis 240 Volt einwandfrei und ohne Sicherungswechsel versteht, sind natürlich auch noch eine Treiber-CD und ein dickes Handbuch Teil des Lieferumfangs. Verpackt wird das Ganze in einem schicken Karton, eine Tasche oder gar eine Tragebox findet sich allerdings leider nicht, was ich angesichts des doch recht strammen Preises und der vielen, filigran überstehenden Anschlüsse und Encoder wegen doch schon etwas schade finde. Immerhin sind ein ca. 2 m langes USB 3.0 Kabel und ein paar Gummiklebefüße beigelegt. Die Fakten wären also geklärt, auf in die Praxis!

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