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15.06.2021

RipX Deep Remix: Track-Separation mit künstlicher Intelligenz

Track-Separation ist die „next frontier“, die nächste große Innovation im Audiobereich. Hier ist vor allem künstliche Intelligenz gefragt. Dank genau solcher speziell entwickelten KI-Isolationsalgorithmen und einen „Deep-Ripping-Prozess“ soll RipX Deep Remix einen Full-Mix-Stereotrack in einzelne Schichten wie Gesang, Bass, Schlagzeug und mehr separieren können. Mit einem Preis von 85,00 Euro incl. Mwst. ist die Software zudem erstaunlich erschwinglich.

User können in der App einzelne Track-Layer aus dem Stereomix auswählen, Tempo und Tonart ändern, Lautstärke, Pan und EQ anpassen, das Ergebnis mit Effekten abschmecken und die einzelnen Layer wieder miteinander mischen. Die Ergebnisse, z.B. eine separierte Gesangsspur oder ein Drumtrack, können wir dann z.B. in unsere DJ-Sets integrieren.

Wie geht das?

Verwendet wird eine KI-Engine für maschinelles Lernen, um Audio in Stimme, Bass, Schlagzeug und andere Stems aufzuteilen. Verarbeitet werden sie mit einer algorithmischen Trennmaschine, die sie in ihre konstituierenden Frequenzen, Amplituden, Phasen usw. zerlegt. Diese sind in Obertöne und Noten gruppiert, die dann direkt in der Benutzeroberfläche von RipX bearbeitet werden können. Das sieht ungefähr so aus wie eine Mischung aus linearer DAW und Melodyne. Auch die Stems sind weiter unterteilt, in verschiedene Schichten wie Gitarre und Piano, und der Drum Stem in Kick Drums, Drums und Percussion. All dieses Audio ist in einer Rip-Datei enthalten. Dawe erklärt weiter:

 „Die erstellten und bearbeiteten sogenannten „Rip Files“ enthalten die Kernamplituden-, Frequenz-, Phasen- und Panning-Informationen. Diese lassen sich dann in verschiedenen File-Formaten exportieren, als WAV, mp3, mp4, FLAC, OGG, .stem.mp4, Quicktime Movie, ja sogar als MIDI-File.“

Wie klingt das?

Ich habe das Programm kurz getestet. Und ohne längeren Experimenten oder einem ausführlichen Test vorgreifen zu wollen, kann ich sagen: die Ergebnisse klingen vielversprechend. Auf keinen Fall kann man damit einen Track in vollwertige separate Spuren oder Stems zerschnippeln. Dazu enthalten die Spuren noch zu viele Artefakte und verlieren gerade im perkussiven Bereich zu viele Transienten. Aber zum Herausfischen einzelner Sounds kann das Programm Gold wert sein. So konnte ich endlich eine Gesangsspur aus einer sehr alten eigenen Aufnahme extrahieren, um damit weiter zu arbeiten, etwas, was mir so mit einigen anderen eher DJ-orientierten Tools bisher nicht gelang.

Die Songanalyse dauert je nach Modus ca. 15 bis 20 Minuten, da kann schon mal zwischendurch nen Kaffee kochen. Glücklicherweise kann RipX Deep Remix diverse Rips in einer Liste hintereinander durchführen. Also gebt dem Computer über Nacht mal was zu tun.

Selbst probieren

Neugierig geworden? Dann einfach mal selber probieren: Hit’n’Mix bietet eine Probelizenz an. Die Lizenznummer wird per E-Mail zugestellt und im Programm unter „Help & Activation > Activate“ aktviert. Danach ist RipX Deep Remix für fünf Tage uneingeschränkt funktionsfähig.

Die Systemanforderungen sind macOS 10.10+ oder Windows 7/8/10 (64-Bit).

Für schnellere Ripping-Geschwindigkeiten unter Windows empfiehlt Hit’n’Mix eine NVIDIA GeForce-Karte.

Hit’n’Mix hat übrigens mit RipX DeepAudio noch eine weitere KI-gepowerte App im Angebot, die deutlich teurer und leistungsfähiger ist und ebenfalls als Trial-Version zur Verfügung steht.

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