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05.04.2017

Reloop RMX-90 DVS Test

4+1-Kanal Clubmixer

Premium Pult für Serato DVS

Mit dem RMX-90 DVS nimmt Reloop ein Mischpult für Serato ins Produktportfolio auf, das sich selbst als „High Performance Club Mixer“ definiert. Der Hersteller setzt auf eine digitale 24 Bit Architektur für Flexibilität und individuelle Anpassungsmöglichkeiten und verpasst dem Gerät ein 8/8-Audiointerface, das ab Werk für Serato DVS zertifiziert ist. Ebenso an Bord: zwei Beatcounter, eine Effektsektion und ein dreifacher USB-Hub. Eine Ausstattung, die sich sehen lassen kann und auch der Lieferumfang fällt mit den erforderlichen Software-Lizenzen und Timecode-Vinyl stattlich aus. Die seitlichen Schriftzüge „Premiere Line“ machen deutlich, wo Reloop den Mixer sieht. Nämlich bei DJs, die einen gewissen Qualitätsanspruch an ihr Equipment stellen und die einhergehende Investitionsbereitschaft, in Zahlen 999 Euro, nicht scheuen. Wie viel Premium steckt im RMX-90 DVS?

Auspacken und ansehen

Schon beim Auspacken des neuen Reloop-Flaggschiffes stellt sich ein Aha-Effekt ein, denn der robuste Clubmixer mit dem schwarz lackierten, soliden Metallgehäuse samt blauen Akzenten weiß optisch und bezüglich seiner Verarbeitungsqualität zu gefallen. Er legt ein stattliches Gewicht von 7 kg an den Tag, scharfe Kanten sind nicht zu fürchten, die Kunststofffüße wurden fest verschraubt, ebenso wie die vorderen und hinteren Anschlussbuchsen. Selbst die vorderseitige 3,5-Millimeter-Buchse sitzt bombig.

Oben dann im typischen Reloop-Design anzutreffen: griffige Flachbahnregler und Potis, deren Kappen (austauschbar gegen bunte Chroma oder Reloop Caps) auf teilweise (siehe Foto) verschraubten Metallachsen sitzen. Die Hi-EQ- und Low-EQ-Stifte sind ohne Schraubarretierung dadurch geringfügig wackeliger.

Front und Backpanel

Das hintere Anschlussfeld punktet mit 20 vergoldeten Cinch-Buchsen, davon 16 zum Anschluss externer Zuspieler. Etwas mager ist die Ausstattung mit Phono-Kanälen, zwei an der Zahl, geraten, die den Kanälen 2 und 3 zugeordnet sind. Für jeden Channel gibt es eine Faderstart-Buchse, die Funktion wird (genau wie der Crossfader-Start) via Tasten-Duo in der Effektsektion aktiviert.

Zur Verbindung mit der Beschallungsanlage lassen Master (XLR, Cinch), Booth (Klinke) nichts zu wünschen übrig. Ein Record Out ist ebenso anwesend. Neben der (einen) USB-Schnittstelle für den PC – warum nicht gleich Dual-USB für zwei Notebooks? – ist der Dreifach-Hub für Controller, Wechseldatenträger und dergleichen zu begrüßen. Mit seiner Hilfe erspare ich mir den externen Hub am Macbook, was ein Sonderlob verdient. Das integrierte Audiointerface arbeitet mit 24 Bit und 48 kHz.

Mit der Mikrofon/Cuemix-Spalte im Westen, den Effekten und der „Master-Sektion“ im Osten und den vier (DVS) Kanälen im Zentrum des Geschehens ist das Layout Clubmixer-typisch. Der Reloop hat aber auch einige besondere Annehmlichkeiten zu bieten:

Das beginnt gleich beim Aux-Anschluss auf der Faceplate, der einem lästiges Gefummel an der Rückseite erspart. Oben drauf, das wäre auch für den Recording Out keine so schlechte Position. Daran an schließt die rauscharme Mikrofonsektion mit zwei separaten Pegelstellern nebst praktischen Clipping-LEDs und einer gemeinsamen +/-12 dB Zweiband-Klangregelung für dynamische Handgurken, die oben via XLR/Klinke oder vorn über einen 6,3-Millimeter-Eingang Anschluss finden. Einmal eingepegelt, lässt sich das Mikro via Schalter wieder (de) aktivieren. Eine hinsichtlich der Dämpfung (-6, -12, -18 und -24 dB) einstellbare, gut anspringende Talkover-Funktion ist ebenso an Bord und die ganze Sektion lässt sich vorhören. Mitgedacht.

Auch in der Kopfhörersektion lassen sich Reloop nicht lumpen und spendieren der gebührend lauten und transparent klingenden Verstärkereinheit neben gängigen Ingredienzien (Cuemix, Level, Standard- und Miniklinkenanschlüsse) ein Hi/Low EQ-Poti zur Anpassung des Kopfhörerklangs und eine Split-Cue-Taste.

Mixer

Das Input-Routing sieht folgende Optionen vor:

  • Kanal 1: CD – USB 1&2/DVS3 - Line
  • Kanal 2: CD – USB 3&4/DVS1 - Phono
  • Kanal 3: CD – USB 5&6/DVS2 - Phono
  • Kanal 4: CD – USB 7&8/DVS4 - Line

Jeder Channel-Strip ist vorhörbar und startet mit dem Gain-Regler, gefolgt vom Dreiband-EQ, der als Isolator oder Classic operieren kann. Bei einer maximalen Anhebung der einzelnen Frequenzbänder um 9 dB stellt er im ersten Fall folglich Full-Kill zur Verfügung, im zweiten Modus ist dann bei 26 dB Absenkung Schluss. Der Wahlschalter sitzt gut zugänglich rechts unten neben der Effektsektion.

Es folgt das bipolare Hochpass/Tiefpassfilter, das durch simples Drehen statt einer Taste aktiviert wird, woraufhin eine grüne LED leuchtet. Das Filter klingt ordentlich, mir fehlt hier allerdings ein Resonanz-Regler, der rechts oder links außen sicher noch Platz gefunden hätte, denn die Einstellung via Setup-Menü ist suboptimal, zumal der Wert nicht im laufenden Betrieb erreichbar ist.

Das Linefader-Bataillon ist wie der Crossfader hinsichtlich der Flankensteilheit regulierbar. Das verbaute Crossfader-Modell darf gegen einen Innofader ausgetauscht werden. Reverse-Funktionen sucht man vergeblich.

Konfiguration

Was wäre ein Digitalmixer ohne mannigfaltige Konfigurationsmöglichkeiten durch ein Setup-Menü. Hier lassen sich zahlreiche nützliche Einstellungen vornehmen, darunter eine Monoschaltung für den Master, die bereits angesprochene Filterresonanz, ebenso EQ-Grenzfrequenzen für Low und High. Es gibt einen Master-Limiter (0 dB, -3 dB, -6 dB & -12 db), um sich einigermaßen vor zu lauten DJs respektive Ordnungshütern zu schützen, wo es nötig sein könnte. Via Audiointerface-Routing lassen sich die Signale des Mischpultes zum Computer konfigurieren. Weitere Optionen sind unter anderem Mike to Booth, MIDI On/Off oder der MIDI-Kanal für Steuerbefehle der Bedienelemente.

Ein Highlight: Auch das Ausspielen eines separaten Booth-Signals ist möglich. So kann beispielsweise lediglich Cue in die Booth geschickt werden oder ein Player an einem nicht benötigten Mischpultkanal oder AUX in eine zweite Zone ausgegeben werden (Stichwort Wedding und Working DJS). Hier wäre es natürlich klasse gewesen, gäbe es noch einen USB-Aux 9/10 für iTunes und Co, den man in einen separaten Bereich schicken könnte.

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