Test
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09.03.2021

Praxis

Nach der Verkabelung und einem kurzen LED-Durchlauf beim Einschalten des Gerätes wandern zwei Vinyls auf die angeschlossenen Turntables (zum Testmarathon Turntables) und der Mediaplayer wird mit Tracks gefüttert (zum Denon SC6000 Test). 

EQs und Filter

Es folgt ein erster Soundcheck und was mir aus den Boxen entgegentönt, kling gut, ist klar und druckvoll. Eine Klanganpassung ist via 3-Band-EQ möglich. Dieser arbeitet mit einer maximalen Anhebung von 12 dB und einer maximalen Absenkung von 25 dB (70 Hz im Bass, 1 kHz in den Mitten und 13 kHz in den Höhen), hat also genug Spielraum nach oben, bietet aber andersherum keinen Full-Kill, wenn ihr alle EQs cuttet. Nachstehend als Audiobeispiele aufgezeichnet.

Der griffige fette Filterknopf für das bipolare HPF/LPF-Filter ermöglicht grazile lange Filterfahrten und wenn Reloop noch eine Resonanzanpassung spendiert hätte, hätte es dem Kombifilter die Krone aufgesetzt. Klingt aber auch so, hört selbst.

Praktischerweise verfügt der RMX-44 BT über eine Multicue-Funktion. Das heißt, ihr könnt sämtliche vier Kanäle und den Master über eine On/Off-Schaltung der Tasten separat oder gemeinsam vorhören, ohne die Finger verrenken zu müssen. Die Hauptkanäle und das Summensignal dürfen auch mittels Split-Cue-Taste separat auf die beiden Kopfhörermuscheln geschaltet werden. Ansonsten blendet man mittels Cue-Mix-Poti stufenlos zwischen Vorhöre und Ausgangsignal. Der Kopfhörerausgang entpuppt sich dabei als potent laut.

Mikrofon-Regelwerk

Auf der Summe landet auch der Mikrofonkanal, dessen Klang sich mittels Zweibänder justieren lässt. Selbst an eine Talkover-Funktion haben Reloop gedacht, deren Absenkungs- und Return-Einstellungen gut gewählt sind. Packt gut zu und kommt gut zurück. Der RMX-44 BT ist folglich auch eine Option für moderierende Kollegen, bzw. für Bars, Verleih, Wedding-DJs, Kiezkneipe und Co.

Beim Mixen machen sich die zudem die 60 mm langen Fader positiv bemerkbar, denn man hat ein ziemlich präzises Mischgefühl. Ein Wermutstropfen hier jedoch: Die LED-Ketten im Kanal und Master sind mit fünf Schritten doch recht kurz ausgefallen.

Innofader-kompatibel

Eine Anmerkung an dieser Stelle noch für die Fraktion der Turntablisten: Das Pult verfügt über einen Schalter zur Auswahl der Flankensteilheit der Crossfader-Curve, sodass zwischen Scratch- und Mix-Charakteristik gewählt werden kann. Außerdem ist der Reloop RMX 44BT Innofader-kompatibel. Der verbaute Crossfader flutscht recht leichtgängig über die Bahn und ist in Scratch-Stellung auf dem ersten Millimeter mit dem Signal da. Das gefällt. Auf eine Schnellwechselvorrichtung muss DJ allerdings verzichten.

Bluetooth-Kanal

Möchte DJ Musik vom Smartphone, Tablet, Laptop oder sonstigem Device streamen, kann er dafür die Bluetooth-Schnittstelle im Mixer, die sich vernünftigerweise als Reloop RMX-44 BT an meinem iPhone ausweist, nutzen. Initiiert über einen unmissverständlich blauen großen Button, vorhörbar auf Kanal 4.

Prima Sache und grundsätzlich ließe sich hier natürlich auch mit einer DJ-App wie Algoriddim Djay arbeiten und den Mix an den RMX senden. Obendrein kann man auch Samples und Jingles für die Mixsession einstreuen, allerdings ist dies aufgrund der allgemeinen Bluetooth-Latenz nicht in jedem Fall das Gelbe vom Ei. Klanglich konnte ich keinen Grund zur Beanstandung feststellen, kein Raspeln, kein Verschlucken. Alles im Lot.

Schade finde ich jedoch, dass der Reloop 44-BT kein integriertes USB-Audiointerface für VirtualDJ, Traktor und Co. oder das kostenlose MIXXX mitbringt. Es gibt durchaus Mischpulte in diesem Preissegment, bei denen eine Soundkarte bereits integriert ist. Was vielleicht auch noch Erwähnung finden sollte: Der 44er lässt zudem auch eine integrierte Effektsektion oder eine Send/Return-Schleife vermissen. Machen wir den Sack zu und kommen zum Fazit...

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