Test
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06.02.2019

RCF EVOX JMIX8 und J8 Test

PA-System

Mobiles und flexibles Array-Lautsprechersystem

Mini-Array-Lautsprechersystem sind im Trend. Die kleinen Hochtöner verteilen den Sound optimal und die Bässe können ungestört in ihren Subwoofer-Gehäusen werkeln. Die Firma RCF aus der italienischen Emilia-Romagna hat mit dem EVOX J-System, bestehend aus JMIX8 und seinem Stereo-Helferlein J8, ein aktives Zwei-Wege-Array-Pärchen mit kleinen Maßen und großem Sound vorgestellt. Wir haben die Mini-PA mit einer Band und einem DJ-Setup getestet.

Details

JMIX8 ist die zentrale Einheit des J-Systems und kommt – wie der Name schon verrät –mit einem internen Achtkanal-Digitalmixer und wird mit dem J8 (ohne Mixer) zu einem Stereosystem komplettiert. Beide Komponenten werden einzeln verkauft und wer bereits über einen Mixer verfügt, kann sich auch einfach zwei (oder mehr) J8-Kompenten zulegen. Das Mischpult hat allerdings, wie wir noch sehen werden, einige Tricks auf Lager. Bis auf den Mixer sind beide Türme identisch. Zusammen sind sie eine gerade noch tragbare Kombination (gewichtsmäßig wie finanziell) und enorm schlagkräftig.

BÄSSE UND HÖHEN

Der Subwoofer besteht aus einem robusten 62,5 x 39 x 46 cm großen Kunststoffgehäuse, in dem sich der Verstärker und ein 12-Zoll-Bass-Speaker befinden. „Nur zwölf Zoll“ höre ich euch denken. Ja, genau das dachte ich auch, aber so viel sei vorweggenommen: Da kommt ordentlich was hinter dem mattschwarzen Metallgitter raus.

Der Verstärker hat eine angegebene Leistung von 700 Watt RMS und 1400 Watt Peak, wovon 1k dem Basskabinet zur Verfügung steht und die restlichen 400 Watt den Hochtöner antreiben. Der Sub geht bis 40 Hz runter und übergibt bei 220 Hz an den 50 cm hohen und 11 x 12 cm schmalen Satelliten, der laut Datenblatt bis 20 kHz überträgt. Die acht 2-Zoll-Hochtöner sind nach Art eines Array-Systems angeordnet, um die Höhen und Mitten 30° vertikal und 120° horizontal im Raum zu verteilen.

Der Plastik-Lulatsch passt genau in eine lange schmale Mulde auf der Rückseite der Bassbox, wo er mit einem dicken Gummi eingespannt wird. Dank des kräftigen Griffs im Sub konnte ich die ca. 24 kg schwere Kombi gut anheben und über kurze Strecke das komplette Stereosystem komfortabel tragen. Gewichtsmäßig entsprechen eine JMIX8 und ein J8 zwei vollgepackten Vinyl-Cases aus Metall und damit hatte ich in der Vergangenheit ja schon des Öfteren zu tun.

Wer rollen möchte, benötigt den optional erhältlichen Trolley. Auch die Schutzhülle ist ein kostenpflichtiges Extra. Die J-Serie gibt es übrigens mit schwarzem und weißem Gehäuse.

Auf der Rückseite jedes Subs befindet sich ein Lautstärkeregler, ein Boost-Schalter, drei LEDs zur Anzeige von Betriebsbereitschaft, Signal und Limiter-Einsatz sowie je ein symmetrischer XLR-Eingang und XLR-Link-Ausgang zur Stereoverkoppelung. Weitere Funktionen wie EQ oder Effekte sind nicht vorgesehen, die befinden sich komplett im integrierten Mixer.

Zu jedem Türmchen gehören noch eine zweiteilige Distanzstange, ein kurzes Speakon-Kabel zur Verbindung von Bassbox und Satellit, Clips zum Kabelbefestigen, ein Stromkabel und eine schmale Tragetasche für den ganzen Kleinkram.

MIXER

Der achtkanalige Digitalmixer des JMIX8 kommt mit vier Mono- und zwei Stereoeingängen, der vierte Monoeingang ist ein Hi-Z-Input für impedanzschwache Instrumente wie z. B. E-Gitarren, während der zweite Stereoeingang auch per Bluetooth beschickt werden kann.

Physikalische Bedienelemente gibt es nicht viele, neben den sieben Volume-Potis für Kanäle und Master gibt es noch 14 graue Tasten zum Anwählen der digitalen Mix-Menüfunktionen, einen Endlos-Push-Drehregler, um die ganze Vielfalt zu bedienen und ein Pixel-Display, um das alles darzustellen. Und da wird einiges geboten:

Pro Kanal stehen Sends für FX und Aux, Panorama, Mute, ein digitaler Dreiband-EQ mit parametrischen Mitten, ein Preamp mit Gain und Hochpassfilter sowie ein schlichter Kompressor zur Verfügung. Der vierte Kanal bietet darüber hinaus einen Multieffekt mit Amp-Simulation (für Gitarre und Bass), Modulationseffekt (Chorus, Flanger oder Tremolo) sowie einem Delay.

Schön, dass jeder Kanal sein eigenes Menü hat, das per dediziertem Button aufgerufen wird. Die Master-Ebene mit Mastering-Effekt, siebenbändigem graphischem Equalizer (+/-12 dB) und Routing-Funktionen runden das digitale Mix-Menü ab.

Das Signal wird über einen XLR-Output an eine angeschlossene zweite Box für den Stereobetrieb weitergeleitet. Ein entsprechend langes XLR-Kabel liegt hier nicht bei und sollte also beim Gig nicht vergessen werden. Alternativ kann die JMIX8 auch über einen symmetrischen XLR-Eingang angefahren und der integrierte Mixer übergangen werden.

Im Menü des Mixers wird schließlich noch festgelegt, ob die EVOX JMIX8 als linke oder rechte Seite des Stereopärchens agieren soll. Auch ein Betrieb als Monosäule ist möglich. Angeschlossene weitere Aktivboxen werden dann ebenfalls mono betrieben, was wichtig ist, wenn sie z. B. in einem anderen Raum stehen.

Der zweite Weg aus dem JMIX8 heraus führt über einen Aux-Ausgang, dessen Monosignal an externe Effektprozessoren oder eine Monitor-Box gesendet werden kann. Das Mischverhältnis wird im digitalen Mixer pro Kanal geregelt. Weitere Ausgänge gibt es nicht. Schade, ein simpler Stereoausgang für den Master wäre schön gewesen, um das Summensignal weiter zu verteilen.

Bluetooth

Per Bluetooth wird das JMIX8 zum größten BT-Speaker in meinem Haushalt. Dafür wird der zweite Stereokanal belegt. Beim Soundcheck oder bei Umbaupausen kann man so mal schnell ein paar Takte Musik auf die Boxen bringen und dank der kostenlosen EVOX-App für iOS und Android sogar das Mischpult fernsteuern. Tolle Sache.

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