Test
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18.06.2019

Praxis

Beginnen wir unsere Arbeit mit dem KL-8 mit dem einfachsten aller Szenarien: Das Zusammenmischen verschiedener Audioquellen. Ich sage bewusst Audioquellen und nicht „Keyboards“ wie der Zweitname des KL-8, nämlich „Keyboard Mixing Station“ eigentlich vorgibt, denn natürlich lassen sich die Eingänge mit so ziemlich jeder Line-Pegel-Quelle speisen.

Hinzu kommt, dass man mit dem Kanal-Gain über einen Regelbereich von -80 bis +18 dB herrscht – mehr als genug Reserve, um so ziemlich jede Quelle auf Arbeitspegel zu bringen, vom Synthesizer, über CD-Player, bis hin zum Effektgerät. Als praktisch erweist sich dabei die kleine Pegel-Anzeige, die mit einer grünen LED über anliegende Signale informiert, mit Rot vor Übersteuerungen warnt. Auch gut: Sobald ein angeschlossenes USB-Gerät aktiv auf den Port zugreift, leuchtet auf der Rückseite eine „Aktive“-LED. 

Nicht so schön: Selbst, wenn man den USB-Eingangstaster deaktiviert, „überspricht“ das USB-Signal in den Kanal. Überhaupt ist das USB-Signal in Relation zu den analogen Eingangskanälen ziemlich laut. Vielleicht hätten Radial Engineering – ähnlich wie beim Cue, der mit einem hörbaren Relais-Klick arbeitet – besser auch hier mit einer mechanischen Schaltkomponente gearbeitet.

Nicht ganz zufrieden bin ich auch mit dem Umstand, dass dem KL-8 kein Power-Schalter spendiert wurde und er immer an ist, wenn man ihn mit Strom versorgt. Klar, das Bedienfeld ist auf der einen Höheneinheit eng gepackt und auf der Rückseite macht ein Schalter keinen Sinn. Aber so ganz ohne händische Abschalt-Option ist auch kein Idealfall, zumal es durchaus Netzteile mit Schalter gibt.

Apropos Schalter: Zwischen den Kanal-On/Off- und Cue-Tastern hätte ich mir, genetisch ausgestattet mit recht großen Händen, einen Millimeter mehr Abstand gewünscht, denn diese stehen so eng beieinander, dass man sie zwingend mit der Fingerkuppe bedienen muss.

Klang

Wer Zweifel daran haben sollte, ob es sich lohnt, für einen simplen Rackmischer mit USB-Schnittstelle fast eintausend Euro auszugeben, der sollte den KL-8 einfach mal testhören und wird schnell eines Besseren belehrt: Denn so definiert, druckvoll und klar wie es hier aus dem Summenausgang schallt, hört sich das bei billigen Vertretern dieser Gattung einfach nicht an.

Das gilt auch und besonders für die beiden USB-Soundkarten, die eine ganz ausgezeichnete Dynamik und ein glasklares, transientenreiches Signal am Ausgang abliefern. Tatsächlich klingen die Wandler des KL-8 so blitzsauber und präzise, dass auch der Einsatz für das Monitoring im Studio nicht nur möglich, sondern sogar empfehlenswert erscheint. Ja, sogar den Einsatz als Summierer halte ich für denkbar.

Wandlervergleich:

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