Test
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18.06.2019

Radial Engineering KL-8 Test

Vier-Kanal Keyboard-Rackmixer mit dualem USB-Interface

Die Andock-Station

Dass der kanadische Hersteller „Radial Engineering“ hierzulande doch eher unbekannt ist, dürfte hauptsächlich am eher unscheinbaren Produktportfolio liegen: Die Spezialität von Radial sind nämlich vor allen Dingen jene nützlichen Helfer, die irgendwie nie eine große Aufmerksamkeit erhalten und dennoch für die Musikproduktion und Performance unverzichtbar sind: DI-Boxen, Preamps/Reamps, Mischer und Splitter.

Dass Radial daneben auch durchaus trickreiche Module im 500er-Format, ein ganzes Sortiment an Stompboxen und Summierer, und nicht zuletzt Submischer im Angebot haben, wird da oft übersehen. Das wollen wir ändern, denn schon der 4-Kanal-Submischer „Key-Largo“ konnte uns seinerzeit im Test voll überzeugen. Entsprechend wohlwollend blicken wir also dem aktuellen Test eines neuen vier-Kanal Keyboard-Rackmixers des Herstellers entgegen.

Details

Kurzbeschreibung

Beim Radial Engineering KL-8 handelt es sich um einen 1-HE Rackmischer. Dieser verfügt über vier analoge Stereo-Eingänge, einen Stereo-Insert- und einen Aux-Weg, sowie über einen Main- und einen Monitor-Out. An digitalen Anschlüssen finden sich direkt zwei USB-Schnittstellen, die wahlweise ein redundantes Dual-In-, oder ein Recording-Setup ermöglichen.

Komplettiert wird der Konnektivitäts-Reigen durch eine MIDI-Schnittstelle (In/Out) und einen dualen Kopfhörer-Ausgang. Das summierte Signal wird gleichzeitig an einen symmetrischen Monitor- und Main-Out ausgegeben. Alle Eingangskanäle sind frontseitig in der Lautstärke regelbar, können On/Off gesetzt und vorgehört sowie in den Aux-Send-Weg geroutet werden. Auch der Monitor- und Main-Out sind einzeln aktivierbar und können in der Ausgangslautstärke adjustiert werden.

Auspacken

Der KL-8 befindet sich in einem unscheinbaren weißen Karton. Darin liegt er eingebettet in PU-Schaumformteilen. Die Reisebegleitung besteht aus einem ziemlich großen Netzteil, das auf der einen Seite im bekannten 3-Pol Kaltgerätestecker endet, geräteseitig allerdings auf eine mir nicht bekannte 4-Pol-Steckerform trifft (prinzipiell ähnelt es einem XLR-Stecker, allerdings sind die einzelnen Pole leicht asymmetrisch angeordnet). Solche Nischenlösungen sehe ich persönlich grundsätzlich nicht besonders gern, da eine mögliche Reparatur unnötig erschwert wird. Daneben findet sich als Reise-Accessoire eine ausführliche und übersichtliche englische Bedienungsanleitung.

Erster Eindruck

Es ist eine gute Tradition bei Radial, deren Geräte in massive, dickwandige Stahlgehäuse zu verpacken. Der KL-8 macht da keine Ausnahme, denn trotz der gerade mal einen Höheneinheit bringt er knapp drei Kilo auf die Waage, was vornehmlich dem sehr robusten Gehäuse geschuldet ist. Aber auch an anderer Stelle wird schnell das gute Gefühl vermittelt, es mit einem Qualitätsprodukt zu tun zu haben: So bewegen sich die Potis verbindlich, mit einem schön öligen Drehwiderstand in ihrer Achse, und die Taster bedienen sich mit einem eindeutigen, sauberen Endanschlag - sehr schön.

Anschlüsse

Beginnen wir unsere Inspektion auf der Rückseite: Wir starten unseren Überflug von links nach rechts zunächst einmal mit der Strombuchse. Ihr folgen in Form von MIDI-In/Out und den beiden USB-Buchsen (A/B, 2.0, B-Stecker) die digitale Seite des KL-8. Mit dem Taster „Live/Recording“ bestimmt man, ob vom Rechner eingehendes Audiomaterial über den frontseitigen Mischweg läuft (Live), oder direkt an die Ausgänge gesendet werden soll (Recording).

Es folgen zwei Buchsen über die sich bei angeschlossenem Fussschalter (bspw. Radial JR1-L) der aktive USB-Eingang umschalten, und die Aux-Schleife an- und abschalten lassen. Main- und Monitor-Ausgang sind identisch mit jeweils zwei symmetrischen XLR-Buchsen aufgebaut, die jeweils über einen separaten Grund-Lift verfügen. Dazwischen ist ein Stereo-TRS-Klinken-Pärchen angeordnet, mit dem sich mehrere KL-8 kaskadieren lassen. Rechts davon dann ein Stereo-TRS-Klinken-Pärchen mit dem sich externe Insert-Effekte einschleifen lassen - sehr gut.

Daneben befindet sich der Aux-Weg in Form von vier Mono Send- und Return-Klinkenbuchsen. Nach rechts endet der Anschlussreigen mit vier Klinken-Stereo-Pärchen zum Anschluss der zu mischenden Keyboards. Versteckt auf der Oberseite liegt zudem ein Schiebeschalter, mit dem man bestimmt, ob der Aux-Return-Kanal auf alle Ausgänge appliziert wird, oder nur auf dem Monitor- und Kopfhörer-Kanal landet, wodurch sich der Aux-Weg dann entsprechend als Monitor-Kanal umfunktionieren lässt.

Bedienelemente

Frontseitig finden sich alle Regelelemente zur Lautstärke-Abstimmung und für das Monitoring. Von links nach rechts startet das Bedienfeld mit den drei, identisch aufgebauten Kanälen eins bis drei. Exemplarisch betrachten wir Kanal eins: Links sitzt ein On/Off-, gefolgt von einem Cue-Taster. Unter beiden sitzt praktischerweise eine LED, die den jeweiligen Betriebszustand visualisiert. Eine kleine Pegelanzeige informiert über anliegendes (grün) und übersteuerndes Signal (rot). Den Abschluss nach rechts bildet das Aux-Poti.

Kanal vier unterschiedet sich dann insoweit, als dass man hier neben dem Klinkeneingang auch noch den USB-Input aktivieren und zwischen Buchse A/B umschalten kann. Ebenfalls identisch ausgelegt sind dann der Monitor- und Master-Ausgang: Beide können über einen Taster aktiviert, bei Bedarf auf Mono geschaltet und in der Lautstärke geregelt werden. Über den abschließenden Kopfhörerausgang gibt es nichts weiter zu berichten, als dass er ebenfalls in der Lautstärke regelbar ist und über eine mehr als ausreichende Verstärkerleistung verfügt.

Soundkarte

Bei der Inbetriebnahme der USB-Schnittstellen ist es für Apple-User, wie so oft, ein bisschen einfacher als für PC-Anwender, denn sie stöpseln ihren Mac einfach ein und sofort wird das LK-8 als Audioschnittstelle erkennt. PC-User müssen zunächst noch die nötigen Treiber installieren. Ist das erfolgt, präsentiert sich der KL-8 auch hier als Audiointerface mit 24-Bit Wortbreite und bis zu 192 kHz Abtastrate - sauber. Leider sind die beiden USB-Soundkarten nicht iPad-kompatibel. Vor dem Hintergrund, dass der Mobilrechner von Apple nach wie vor die erste Wahl bei Musikern ist, gibt es hier einen halben Daumen Abzug.

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