Test
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23.01.2019

Praxis

Eine QSC-Box ist eine QSC-Box. Das bedeutet funktionales, doch schickes Design, wertige Verarbeitung, kraftvoll und in der Regel hervorragend klingend. Da machen die CP-Boxen auf den ersten Blick keinen Unterschied.

Schaue ich genauer hin, fallen mir die Details schon auf wie einfaches Lautsprechergitter, günstiger realisierte Abstellmöglichkeiten und eben eine spartanische Bedienung des verbauten DSPs. Zubehör wie eine vernünftige Boxenabdeckung, Transporttasche oder Bügel für die fliegende Aufhängung sind nur optional gegen Aufpreis erhältlich. Hier wurde haarscharf kalkuliert.

Mit knapp 10 kg Eigengewicht folgt mir die Box überall hin. Die 55° Monitorschräge erlaubt eine direkte Positionierung vor meine Füße, perfekt für beengte Bühnenverhältnisse. Ansonsten sind alle klassischen Aufstellmöglichkeiten mit der Box gegeben. Die Einsetzbarkeit ist streng an eine Stromversorgung und reguläre Verkabelung gebunden. Eine Bluetooth-Schnittstelle hat in die CP-Serie keinen Eingang gefunden.

Klang

Wie nicht anders zu erwarten, rauscht die CP8 nach dem Einschalten säuselig vor sich hin. Ein weiteres Aufrauschen bei größerer Verstärkung ist allerdings nicht gegeben und dem Musikgenuss steht nichts im Wege. Der Master-EQ (Contour) steht vorerst auf „Default“ und der Klang nötigt mich zu einem „Donnerwetter!“. Die Einstellung Default entspricht einem schlanken Hi-Fi-Sound der Oberklasse und bietet somit einen satten Frequenzgang bis in die Spitzen. In der 8-Zoll-Variante ist unter 53 Hz nichts mehr los, doch bis dahin bildet sich der Bass-Bereich wunderbar straff und aufgeräumt ab.

Das Bespielen mit verschiedenen Genres macht einen Heidenspaß und bringt mich dazu, die Box ordentlich auszufahren. Dabei fällt mir die harte Kante in den Höhen auf, etwas untypisch für amerikanische Lautsprecher. Es wird also oben nicht seidig abgerundet, sondern die Brillanz bis zum letzten Funkeln ausgefahren.

Die erreichbare Lautstärke ist für das kleine Fabrikat enorm und die Leistungsverteilung der Ressourcen auf Hoch- und Tieftöner geht voll auf. An der Leistungsgrenze erhalte ich im Stilmix bei ca. einem Meter Abstand 108 dB(A) Lautstärke, 100 dB(A) in drei Metern und ab 6 Meter immerhin noch 98 dB(A). Der zu bespielende Bereich von 90° vor der Box stimmt auch.

Neben der Master-EQ-Grundeinstellung wartet die CP-Serie mit dem DANCE-Preset auf, welches einer Art Loudness-Schaltung entspricht, die Bässe werden etwas runder, allerdings auch weicher. Die Höhen bekommen noch mehr Präsenz, was bei großen Lautstärken hier und da in schreiende Abstrahlung resultieren kann. Da bevorzuge ich die DEFAULT-Einstellung, doch wer einfach noch eine Spur mehr als DEFAULT braucht, bekommt bei DANCE genau das, was er braucht.

Die Presets DEFAULT und DANCE der Contour-Schaltung sind auch mit externem Subwoofer fahrbar. Bei beiden Presets wird die Frequenz unter 80 Hz steilflankig abgeschnitten. Parallel im Einsatz habe ich eine Yamaha DXS18 XLF, vielleicht etwas dick aufgetragen, aber gerade verfügbar. Das Ergebnis lässt sich hören. War vorher die Box eher für kleine Konzerte geeignet, öffnet sich jetzt das Einsatzgebiet auf mobile Disco-Systeme, selbst mit werksfremden Fabrikaten, die die Frequenzen bis 80 Hz bedienen.

Stimmig gelungen ist das MONITOR-Preset, alles, was nur irgendwie rumpeln könnte, ist weggefiltert. Dafür liegt die Betonung auf die oberen Mitten, ohne dass sich ein nervöses Feedback irgendwo ankündigt.

Ist schon im normalen Betrieb die Einbindung eines Shure SM58 hervorragend, so klingt es bei der Einstellung SPEECH phänomenal. Die Stimme bildet sich über die Box genau so ab, wie ich sie auch ohne Mikrofon gewohnt bin. Bei DEFAULT und DANCE schon ohne irgendwelche komischen Schuhkarton-Frequenzen, unterstützt SPEECH die Stimme absolut professionell und klar.

Natürlich muss ich am Mikrofoneingang den Mic-Boost von +25 dB betätigen, damit ich die Stimme in das aktuelle Geschehen einbinden kann. Die Verstärkung kann ich dann rauscharm und ohne Gefahr durch Feedbacks bis zu ¾ aufdrehen. Bei mehr Verstärkung halte ich besser einen Sicherheitsabstand von einem bis zu zwei Metern ein.

QSC empfiehlt für das Bespielen der Box mit Instrumenten, eine DI-Box zwischenzuschalten. Trotzdem stecke ich meinen E-Bass mal in den Line-Input und bin überrascht, wie gut die Soundqualität auch ohne DI-Box ist. Außer dem reinem, knorzigen Bass-Signal kommen keine weiteren Störgeräusche über die Lippen der CP8. Das funktioniert besser als angesagt, zur Not geht’s halt auch mal ohne DI-Box.

Einsatz

Prinzipiell ist die CP8 ein System für den reisenden Musiker und Sprecher, an dessen Zielort es eine Steckdose gibt. Hauptaugenmerk ist auf gute Transportierbarkeit und astreinen Klang gelegt. Solo betrieben erreicht die CP8 mindestens 85 Leute. Verschiedenen Contour-Presets des Master-EQs erlauben eine reiche Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten für Singer-Songwriter, kleine Combos, aber auch als leichte, durchsetzungsfähige und gut klingende Monitorbox.

Im Verbund mit einem leichten, aktiven Subwoofer empfiehlt sich die kleine CP8 ebenso für reisende DJs. Letztendlich auch das passende Tool für Sprecher, Dozenten und alle, deren Stimme weit getragen werden muss. Der Mic-Input holt noch die letzte Brillanz aus einem Shure SM58; angenehm, rollend und knackig.

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