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05.04.2018

PSI Audio Active A14-Studio und SUB A125-M Test

Aktiver Nahfeldmonitor und Subwoofer

Wer hat´s erfunden?

Die Schweizer sind bekannt für hochwertige Handarbeit – seien es Uhren, Taschenmesser, Schokolade oder eben auch Lautsprecher. Der Hersteller PSI Audio verschafft diesem Image mit High-End-Monitoren und Subwoofern der gehobenen Mittelklasse weitere Geltung. Bereits im Test hatten wir die großen Drei-Wege-Monitore A25-M und haben sie für sehr gut befunden.

Nachdem PSI das Sortiment zuerst um die Studiovariante des A14 ergänzte, wurde mit dem SUB A125-M zur Musikmesse die ideale Ergänzung für kleine Nahfeldsysteme präsentiert. Ob es sich um das perfekte Trio handelt? 

Details

Allgemeines

Bei den PSI Audio Active A14-Studio handelt es sich um die kleinsten Zwei-Weg-Monitore aus dem Schweizer PSI-Sortiment. Ausgestattet mit einem kleinem 4-Zoll-Woofer und dem gewohnten 1-Zoll-Tweeter prädestinieren sich die Monitore dabei besonders für Arbeitsplätze mit gehobenen klanglichen Ansprüchen bei begrenzten Platzangebot. In Verbindung mit dem „passenden“ Subwoofer SUB A-125 muss man dabei aber dennoch nicht auf Tiefgang und Pegel verzichten. Aber immer der Reihe nach!

Klein aber fein

Die Maße der A14 betragen 163 x 243 x 170 mm (BxHxT) und sie wiegen 5,5 kg. Sie sind also in etwa so groß wie mein Mac Pro, Modell „Mülltonne“. Der Woofer lässt mit seinen vier Zoll entsprechend wenig Rand am Gehäuse übrig. Der vorderseitige Bassport unterhalb des Woofers ist ein schlanker Spalt. Und der Hochtöner steckt in einem Waveguide. Alles recht simpel und pragmatisch designt.

Das zeigt sich auch bei den Anschlüssen und kaum vorhandenen Filtern: XLR-only, Volume-Poti und ein regelbarer Roll-Off (Low-Cut). Das war es – nicht mehr. Insgesamt wirken die A14 also eher schlicht als elegant, dennoch sehr robust und ordentlich verarbeitet.

Analog, bi-amped und ziemlich flat

Die PSI A14 sind Aktivlautsprecher und als solche werden sich von getrennten Endstufen nach der aktiven Trennung bei 3,5 kHz versorgt. An den Woofer werden 70 Watt RMS, an den Tweeter 30 Watt RMS geliefert. Dabei kommen Klasse-G-Verstärker zum Einsatz, welche im Grunde wie Class-A/B-Verstärker funktionieren, jedoch deutlich weniger Energie im Niederleistungsbereich benötigen. Das wird u.a. durch eine Umschaltung zwischen niedriger und hoher Railspannung ermöglicht.

Mit seiner Gesamtleistung von maximal 100 Watt bringt es das Paar freistehend auf stolze 112 dB „Program Max SPL“. Recht laut für eine Box dieser Größe, wenn auch Angaben zum tatsächlichen Verzerrungsgrad in dieser Grenzsituation durchaus wünschenswert gewesen wären. Der allgemeine Verzerrungsgrad (THD) ist indes mit unter 1,8% für 95 Hz bis 15 kHz beziffert.

Der Übertragungsverlauf wurde ferner beim einem -6dB Abfall – und nicht wie üblich bei -3dB – mit 56 Hz bis 22 kHz bemessen. Das ist vor allem in dieser Liga sonderbar, weil schönend. Da hilft die etwas aussagekräftigere Angabe der Toleranz weiter: ±2.5 dB im Bereich von 65Hz bis 18kHz sind für einen analogen Speaker wirklich sehr gut. Die untere Eckfrequenz bei -3dB dürfe damit bei rund 60 Hz liegen.

Innere Werte

Im inneren der PSI Audio A14 versteckt sich auch noch die ein oder andere „3-Buchstaben-Technologie“. Beispielsweise Adaptive Output Impedance – kurz AOI –, was für ein Abstoppen der Membran vor der Transienten-Wiedergabe sorgen soll. Transienten sollen somit von Verfälschungen durch das Ausschwingen der „trägen“ Membran verschont bleiben, ergo: trockener und sauberer klingen. Neben AOI gibt es auch noch CPR, was wiederum für Compensated Phase Response steht und Phasenverschiebungen kompensiert, was im Ergebnis wiederum für ein stabileres Stereoimage sorgt.

Hinzukommt ein schaltbarer Standby, der allerdings etwas anders umgesetzt wurde, als man das „normalerweise“ kennt. Er wird via Phantom Standby Control (PSC) in Verbindung mit dem proprietären PSI Audio R&B „Router und Bass-Management“ über die Signalleitung ferngeschalten. Weitere Informationen findet ihr auf Herstellerseite.

Die A14-Monitore gibt es in Schwarz, Weiß und dem typischen Bordeauxrot, wobei das „Studio RED“ in gedämpftem Licht doch eher braun wirkt. Für den rustikaleren Gebrauch gibt es die A14 auch als Broadcast-Edition mit praktischem Bügelkonstrukt für Transport und Wandmontage sowie mit Woofer-Schutzgitter. 

Der Subwoofer A125-M ist in den selben Farben verfügbar, genau wie der größere Subwoofer A225-M.

Subwoofer A125

Der A125 mit seinen Maßen von 320 x 480 x 385mm (BxHxT) nimmt Volumen-mäßig durchaus acht A14 in sich auf, was nebeneinander stehend durchaus irritieren mag. Auch das üppige Gewicht von 20,5 kg lässt den A125 zunächst etwas übertrieben wirken. Aber was war nochmal besser als Hubraum? Richtig: noch mehr Hubraum.

Mit 150 Watt RMS Klasse-G-Leistung produziert der Subwoofer ebenfalls einen kräftigen maximalen Schalldruckpegel von 106dB. Und das bei einem Frequenzgang von 28 Hz bis 90 Hz – ebenfalls bei -6 dB Abfall gemessen. Er ist dabei so abgestimmt, dass er ein Paar A14 für einen möglichst linearen Gesamtübertragungsverlauf optimal ergänzt. Die für einen Subwoofer durchaus kompakte Treibermembran von acht Zoll ist dabei nach vorn gerichtet und mit ober- und unterseitigen Portschlitzen ergänzt.

Sparta sein Vater

Anschluss- und Einstellungsseitig gibt es bei diesem Subwoofer von PSI Audio, wie auch bei den A14-Monitoren, so gut wie nichts weiter zu vermelden: Stereo-XLR rein, Stereo-XLRE raus, Pegel-Poti und das war es. Das Eingangssignal wird dabei unverändert durchgeschliffen – der Sub greif das Signal also quasi nur parallel ab. Ein Low-Cut muss entsprechend an den Satelliten aktiviert werden.

Es gibt also keinen Bypass, keinen Phase-Switch, kein variables Crossover, keine Remote und auch keine sonstigen weiteren Variablen. Der A125 möchte also keinesfalls als Universal-Subwoofer verstanden werden. In Anbetracht der Set-Lösung fällt der Verzicht auf diese Optionen aber durchaus positiv aus. Denn wo nix ist, kann man auch nichts verstellen.

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