Test
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08.10.2010

Praxis:

Das Verkabeln der Speaker dauert nicht lange: Netzkabel rein, Audiokabel rein, Anschalten, fertig! Als Wandler kommt mein bewährtes RME Fireface 400 zum Einsatz - sowie ein TC Levelpilot zur Lautstärkenregelung. Als Signalquelle dient mein Rechner, dessen Playlist mit jeder Menge Wav-Files garniert wurde.

Im Vergleich zu meinem Altbestand (Genelec 8040) fällt mir sofort auf, wie subtil der A25-M in den oberen Mitten "weichzeichnet" und in den Höhen schön feinperlig, mit einem gewissen Hi-Fi Understatement, auflöst.

Dafür ist letzten Endes natürlich auch der zusätzliche, dritte Weg verantwortlich, der vor allem in den oberen Mitten, gegenüber einem 2-Wege System, nochmals deutlich für ein Plus an Klarheit und Transparenz sorgt. Trotz des Verzichts auf eine Koaxialbauweise integrieren sich die Hochtöner sehr gut in der Schallwand: Reflexionen sind kaum wahrzunehmen, und die damit vermiedenen Phasenauslöschungen lassen auch hohe Frequenzen ungetrübt das Ohr erreichen.

Insgesamt bietet sich einem also eine sehr breitbandige Auflösung mit unglaublich vielen Details. Dass dafür natürlich auch ein entsprechend akustisch optimierter Abhörplatz notwendig wird, ist selbstverständlich. In einem schlechten Umfeld kann auch ein so hochwertiger Monitor keine Wunder bewirken. Im Gegenteil: Anpassungsmäßig zeigt sich der Speaker ja sehr konservativ: Bass Roll-Off und Level - das war´s! Die optimalen Soundeinstellungen nimmt man über die Variation des Aufstellortes vor. Hat man sich allerdings erst mal eingerichtet, wird man mit einem fantastischen Gesamteindruck belohnt.

Der Leistungsvorrat ist dem Verwendungszweck Nahfeldmonitoring entsprechend angemessen, aber nicht besonders überdimensioniert. Wer die Monitore als Hauptabhöre einsetzen möchte und auch gern mal hohe Pegel fährt, bzw. auch stark komprimiertes Material auf seinen Druck hin testet, wird höchstwahrscheinlich schnell an das 300 Watt Limit fahren. Es sei denn, man rüstet mit dem hauseigenen Subwoofer (oder einem anderen passenden Tiefton-Kollegen) auf. Dieser ist jedoch nicht Bestandteil dieses Tests.

Es ist natürlich immer eine Glaubensfrage, ob man absolute Linearität und Nüchternheit oder Spaß und Druck als Maß aller Monitordinge betrachtet. Sei es drum, die A25-M bieten beides: Absolute, professionelle Ehrlichkeit, gepaart mit dem Fünkchen Hi-Fi Glanz, wie es uns auch die Freifeldübertragungskurve eindrucksvoll beweist.

Nun geht es an die detaillierten Höreindrücke und die Klangbeschreibung einzelner, von mir oft verwendeter Referenztracks:

Muse - Undisclosed Desire:
"Bigger than Live" trifft hier den Nagel auf den Kopf. Alles kommt wirklich "huge", sehr präzise und bombenfest in der Breite platziert herüber. Selbst bei den sehr dichten Passagen zeichnen die Speaker ein sehr transparentes Bild. Der Tiefgang überrascht mit einem beachtlichen Fundament, das sich auch bei höheren Pegeln stressresistent zeigt.

Marilyn Manson - Evidence
Let´s rock! Manson-Songs sind für meinen Geschmack meist ein wenig zu aggressiv in den Höhen gemischt. Das zeigt einem auch die PSI Audio Abhöre, allerdings kann man trotzdem noch schön weit aufdrehen, ohne dass einem die Ohren anfangen zu bluten. Die Drums nageln dann noch immer sehr präzise im Groove, während die Gitarren nochmal ein ganzes Stück darüber schweben. Das wird vor allem im Solo sehr eindrucksvoll deutlich. So kommt Festivalstimmung auf! Auch sehr schön: In den leisen Passagen ist trotz geringer Dynamik noch immer alles sauber zu hören, und trotz der vorher hohen Pegel, "klingeln" die Ohren nicht.

The Libertines – The Man Who Would Be King
Nicht weniger rockig, aber doch ein ganzes Stück feinfühliger und luftiger. Hier macht die PSI besonders Spaß - keine Spur von Stress! Die Räume kommen wunderbar zur Geltung, und die Dynamik bleibt über den gesamten Songverlauf sehr schön erhalten, trotz einer doch mehr als moderaten Verdichtung.

Pendulum – Midnight Runner
Bass-Test! In gewohnter Rave-Manier schenkt man hier der Kick besonders viel Beachtung. Hut ab, hier kommt Druck von ganz weit unten. Allerdings vermisse ich für das volle "Druckerlebnis" dennoch ein wenig den Subwoofer. Keine Frage, die PSI gehen tief, aber eben nicht ganz tief in den Subbasskeller runter. Die von mir auch schon getestete Genelec 8260 taucht dagegen - auch ohne Sub - ein ganzes Stück tiefer.

Generell drängte sich mir der Vergleich mit dem neuem Genelec-Flaggschiff 8260 während des gesamten Hörtests ein wenig auf. Auf Grund der Koaxialbauweise offenbart Genelec zwar noch ein wenig mehr Mixschwächen, die PSI klingen hingegen ein wenig "sahniger". Preislich liegen beide Stereopaare zwar gut 3000 Euro auseinander, dafür bietet Genelec im Gegenzug noch viele Digitaloptionen und Raumkorrekturfunktionen. PSI hingegen präsentiert sich in dieser Hinsicht eher puristisch.

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