Gitarre Hersteller_PRS
Test
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29.01.2016

PRS SE 277 Semi-Hollow Soapbar Test

Bariton E-Gitarre

Kammerspiel

Mit der SE 277 Semi-Hollow Soapbar beschert uns PRS Guitars eine Baritongitarre mit einem stark gekammerten Korpus, die mit zwei PRS Soapbar Singlecoil-Pickups bestückt ist. Wo die meisten Hersteller auf massive Korpus-Konstruktion und leistungsstarke Pickups setzen, geht Paul Reed Smith hier einen komplett anderen Weg und lässt die Schwermetall-Kundschaft links liegen.

Oder vielleicht doch nicht? Immerhin preist er die Gitarre als universelles Werkzeug für alle Stilistiken an, von Country bis Metal. Deshalb werden wir sie im folgenden Test genauestens unter die Lupe nehmen und sie auf ihre Tauglichkeit in den verschiedensten Stilistiken untersuchen.

Details

Korpus

Die SE 277 wird mit einem Mahagoni-Korpus geliefert, der zumindest innerlich mehr als nur einige Federn gelassen hat. Er ist stark ausgefräst (Chambered Body) und verdeckt die Hohlkammern mit einer gewölbten Riegelahorn-Decke mit integriertem F-Loch. Diese Semi-Hollow-Konstruktion macht sich unmittelbar positiv bemerkbar, denn unser Testinstrument bringt lediglich 3,1 kg Gesamtgewicht auf die Waage, ein sehr geringer Wert für eine Bariton-Gitarre. Mit ihr durchsteht man auch längere Gigs in aufrechter Position und ohne nach dem Wochenende direkt den Physiotherapeuten aufsuchen zu müssen. Unser Testmodell kommt im Vintage Sunburst Finish mit Binding an der Zarge, alternativ dazu ist die Gitarre auch in Gray Black erhältlich. Auf der Korpus-Oberseite finden sich zwei Pickups, zwei Regler, ein Toggle-Switch und die vernickelte Brücke. 

Die PRS Designed Plate Style Bridge hat sechs einzeln verstellbare Saitenreiter, ist mit sechs Schrauben an der Decke montiert und liegt großflächig auf der Oberfläche auf. Die Saiten werden durch sechs Metallhülsen auf der Rückseite eingefädelt. In Kombination mit der Semi-Hollow-Konstruktion versetzen die Saiten den Korpus auf diese Art sehr gut in Schwingung. Die üblichen Fräsarbeiten finden sich an der Rückseite und dem unteren Cuataway, damit sich das Instrument besser an den Körper des Spielers anpasst und die hohen Lagen mühelos erreicht werden können.

Pickups

Die Gitarre ist mit zwei baugleichen SE Soapbar Tonabnehmern ausgestattet. Hierbei handelt es sich um Singlecoil-Pickups, die unter großen, cremefarbenen Kappen aus Kunststoff versteckt sind. Die Tonabnehmer sind auch in der SE 245 Soapbar verbaut und liefern im Gegensatz zu Standard-Singlecoils einen etwas höheren Output und kräftigere Mitten. Eingestellt werden sie mit einem Volume- und einem Tone-Regler, die Anwahl erfolgt über einen Dreiweg-Kippschalter, der entweder beide Pickups einzeln oder in der Mittelstellung gemeinsam schaltet.

Hals

Wir haben es bei der SE 277 mit einer geleimten Hals-Korpus-Konstruktion zu tun, ein Design, das sich in der Regel positiv auf das Sustain auswirkt. Der Hals ist aus Ahorn gefertigt und in einem etwas breiteren Wide Fat Profil geschnitzt, was nicht nur angenehm in der Hand liegt, sondern auch sehr gut zur Tiefton-Gitarre passt, bei der ja bekanntlich dickere Saiten aufgezogen werden müssen. Das Palisandergriffbrett beherbergt 22 Medium Frets, die, optimal abgerichtet und poliert, für ein sehr gutes Spielgefühl sorgen. Zur Orientierung fliegen die bekannten PRS-Vögel über's Griffbrett und an der Halskante findet man zusätzlich Punkteinlagen. Trotz des abgespeckten Bodys und einem längeren Hals mit einer Mensur von 27,7" (703 mm) - daher auch der Name - ist die Gitarre nicht kopflastig. Sie kippt deshalb auch nicht in Richtung Kopfplatte, wenn sie frei auf dem rechten Oberschenkel liegt. Der Sattel ist wie üblich aus Mr Smith's Spezial-Gebräu zusammengestellt und soll für einen stabile Ton und durch den Anteil an selbstschmierendem Grafit auch für gute Stimmung bei Bendings sorgen. An der Kopfplatte sind beidseitig PRS-Tuner aufgestellt, auch hier gibt es nichts Negatives zu vermelden, die Hardware arbeitet bestens.

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