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20.07.2021

Pioneer DJ VM-70 Test

DJ und Studio Monitorbox

Monitore für DJ-Booth und Bedroom-Studio - best of both worlds?

DJs wünschen sich für die Booth zuhause schicke Boxen mit fettem Klang. Producer erwarten von ihren Lautsprechern einen unbestechlich linearen Frequenzgang. Pioneer DJ schickt mit der neuen VM-Serie drei Aktivmonitorboxen ins Rennen, die an diese beiden Szenarien schnell und ohne langwieriges Programmieren mit einem eingebauten DSP angepasst werden können. Wir sind gespannt, ob der Spagat gelingt.

Details

Die Pioneer DJ VM-70 sind die mittleren Vertreter der neuen VM-Serie, einem Trio „variabler Monitorboxen“, vielleicht daher auch das Kürzel „VM“. Es gibt noch die größeren VM-80 mit 8-Zoll-Bass und die kleineren VM-50 mit 5-Zoll-Tieftönern. Letztere sind auch in weißem Finish erhältlich, ansonsten präsentiert sich die VM-Serie vornehm in mattem Schwarz. Die VM-Serie löst die Pioneer S-DJ-Aktivlautsprecherserie ab.

Die S-DJ80X erzielte im Bonedo-Test vor 7 ½ Jahren glatte fünf Sterne. Und auch mit der Nachfolgergeneration strebt Pioneer einen möglichst linearen Frequenzverlauf an. Entsprechend hoch sind also die Erwartungen an unser Testkandidatenpärchen.

Welcome

Die Speaker kommen in zwei einzelnen, seriös bedruckten Kartons ins Haus. Transportgesichert durch Schaumstoffelemente lassen sie sich mit einem beherzten Griff in das auf der oberen Rückseite eingebaute Bassrohr gut aus dem Karton ziehen. Im Lieferumfang enthalten sind neben Box und Kaltgerätenetzkabel noch weiche Standfüße zum Aufkleben, angenehm knapp gehaltene Bedienungsanleitungen sowie Garantiehinweise und Vorsichtsmaßnahmen in diversen Sprachen, inklusive Englisch und Deutsch

Vorderseite

Die VM-70 sind über 34 cm hoch, mehr tief als breit (31,2  vs. 22,9 cm) und jeweils mit einem 6,5-Zoll-Tieftöner und dem 1-Zoll-Kalottenhochtöner bestückt, der in allen drei Modellen der VM-Serie seinen Dienst verrichtet.

Beide Speaker sind in eine hexagonale, mattschwarze und 4 mm dicke Aluminiumfrontplatte eingelassen und verschraubt. Diese ist von vorne auf das mit Vinyl überzogene MDF-Bassreflex-Gehäuse aufgesetzt, ähnlich wie man das von KRK-Boxen kennt. Durch die an den Ecken dynamisch schräg nach hinten fliehende Front und die zweifarbig matt und glänzend schwarzen Oberflächen fügt sich das Boxendesign nicht nur schön in die aktuelle Pioneer DJ-Design-Sprache ein, die spezielle Form soll auch helfen, unerwünschte Vibrationen zu unterdrücken.

Die Woofer-Membran aus Aramidfaser ist laut Hersteller um 30 % leichter und trotzdem robuster als herkömmliche Membrane, wodurch tiefe Frequenzen deutlich schneller wiedergegeben werden sollen. Der Softdome-Hochtöner sitzt in einem Horn und ist mit einem Bügel geschützt, der ähnlich prägnant wirkt wie der Röhrenschutz des Ninja Tune Zen Delay.

Die schmale, horizontale, weißblaue Status-LED greift dieses Designelement rechts auf und so wirkt die VM-70 von vorne schon mal ziemlich schick und edel.

Rückseite

Hinten geht es nüchterner zu. Ganz oben sitzt die mit einem schwarzen Plastikring verkleidete Bassreflexöffnung. Darunter finden wir eine symmetrische kombinierte XLR/TRS-Buchse und einen unsymmetrischen Cinch-Eingang. Daneben einen gerasterten Lautstärkeregler, einen Auto-Standby-Wahlschalter und die beiden Vierweg-Drehschalter für den DSP.

Hiermit kann die Box sehr unkompliziert an verschiedene Raumgegebenheiten und Hörwünsche angepasst werden. Pioneer verzichtet auf komplizierte Menüs mit Tipptasten und Displays, die Bedienung über zwei einfache Drehschalter für Höhen und Bässe finde ich persönlich gut und praxisnah. Monitorlautsprecher dienen schließlich vorrangig der Analyse, da braucht es keine allzu individuelle Klangschrauberei. Zwei aufgedruckte Grafiken erklären die jeweiligen DSP-Kurven.

Innere Werte

Im Inneren der Box arbeitet ein Class-D-Verstärker mit 96 kHz DSP, der den Hochtöner mit 30 W und den Woofer mit 70 W befeuert und einen maximalen Schalldruck von 112 dB bei einem Frequenzbereich von 37 Hz – 36 kHz erreicht. Die Wechselstromaufnahme ist von 110 V – 240 V, 50 Hz / 60 Hz möglich und jeder Kandidat bringt 7,7 kg auf die Waage. Und wie klingt das?

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