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Test
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07.10.2013

Pioneer DDJ-WeGO2 Test

Universeller DJ-Controller

Die Lichtorgel unter den Controllern als MK2

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr berichteten wir an dieser Stelle über den Pioneer DDJ-WeGo und fanden im Fazit fast nur lobende Worte über den ebenso günstigen wie leistungsfähigen Controller (Test hier). Auch die heute auf der Testrampe stehende zweite Edition mit der naheliegenden Produktbezeichnung DDJ-WeGO2 verfügt über alle Qualitäten des Vorgängers wie etwa mehrfarbig beleuchtete Jogwheels, integrierte Soundkarte, Plug&Play und iPad-Kompatibilität.

Ob und wenn ja, an welchen Stellen die neue Version darüber hinaus noch vom Hersteller getunt wurde, das wollen wir im Folgenden herausfinden.

Details

Der DDJ-WeGO2 ist ein klassenkompatibler, Plug&Play befähigter DJ-Controller, der sich via USB oder Apple Lightning gleichermaßen mit PCs, Mac-Rechnern und iOS-Geräten verbinden lässt. Eine Besonderheit sind, neben der neuen integrierten Halterung für Apples iPad/iPhone und den seitlich angebrachten Anschlüssen, vor allem die mehrfarbig hintergrundbeleuchteten Jogwheels. Und da deren LEDs nicht nur komplett angesteuert werden können, sondern auch segmentweise und damit hervorragend visuelle Informationen über den aktuellen Abspielzustand liefern können, haben Pioneer der Lichtshow den schicken Namen „Pulse Control“ verpasst. Ebenfalls auf der Habenseite zu verbuchen ist die Tatsache, dass sich der DDJ-WeGO2 über A/C-, B/D-Umschalttaster auch für den Vier-Deck-Betrieb heranziehen lässt. Das übrigens – so viel sei schon mal verraten – aufgrund der hintergrundbeleuchteten Jogwheels, ziemlich übersichtlich, denn für jedes Deck lässt sich eine eigene Farbe vergeben.

Auspacken

Unser Vorserien-Testmuster kommt in einem schnörkellosen weißen Karton ins Teststudio und enthält noch keine Daten-CD oder Anleitung. Wie schon beim Vorgänger darf man aber auch hier in der Serienproduktion mit einem guten deutschsprachigen Handbuch mit vielen Abbildungen und dem einen oder anderen unterhaltsamen Übersetzungsfehler im Stil von „Umschalten der Hautfarbe“ (changing the skin) rechnen. Mit an Bord ist in der neuen Version ein Anschlusskabel, das von Apples neuem Lightning-Stecker auf die entsprechende Terminal-Buchse am DDJ-WeGO2 adaptiert.

Auch im Karton zu finden ist ein mit drei Kunststoffschrauben an der Rückseite des DDJ-WeGO2 anzubringender iPad/iPhone-Halter. Dort legt man bei Bedarf den Mobilrechner einfach ein, wo er trotz des relativ hohen Neigungswinkels dank einer innen eingelassenen Gummilasche erstaunlich stabil ruht.

Äußerlichkeiten

Wie sein Vorgänger misst auch der DDJ-WeGO2 80 x 208,5 x 65 Millimeter (B x T x H). Im Gegensatz zum Einser-Modell ist er allerdings nicht mehr in fünf unterschiedlichen Farbvariationen erhältlich, sondern nur noch in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. In diesen drei Kolorationen ist dann, anders als bei seinem Vorgänger, auch die Faceplate eingefärbt. Keine Änderung gibt es dagegen beim Layout: An der linken und rechten Flanke sitzen die beiden 110-Millimeter-Jogwheels, um die sich im Kreisrund die Funktionstaster für die Effektabteilung (FX-Buttons 1-3, Control A: Key und B: Filter), den Transport und das Cueing schmiegen. Die unteren Taster verdienen dabei eine gesonderte Erklärung, denn sie lassen sich als Hotcues zur Anwendung bringen und alternativ als Sample-Trigger. Der obligatorische Sync-Button ist ebenso an Bord, wie zwei 45-Millimeter-Pitchfader mit Mittenrasterung für die Freunde des manuellen Beatmatchings. Gelungen ist der Autoloop-Encoder, mit dem sich durch Herunterdrücken automatische Wiederholschleifen aktivieren und durch Drehen in der Länge justieren lassen. Auch manuelle Schleifen sind in Kombination mit der Shift-Taste möglich. Beide Decks verfügen über einen Deck-Switch-Button, der dem linken Player das virtuelle Deck C und der rechten Seite das Deck D zuweist.

Das Zentrum des WeGo wurde von der Mixer-Sektion angemietet. Jede Deck-Seite verfügt über einen 45 Millimeter langen Linefader sowie eine 5-segmentige LED-Pegelanzeige. Darüber sitzt in jedem Kanal die dreibandige Klangregelung, gefolgt vom Crossfader (Spannweite: 45 Millimeter). Oberhalb der Equalizer hat ein Browse-Encoder Platz genommen. Mit diesem navigiere ich durch einzelne Files oder in Kombination mit der Shift-Taste durch Ordner. Um einen ausgewählten Titel ins Deck zu befördern, verwende ich die Load-Tasten.

Die beiden Vorhör-Taster sitzen direkt über den Linefadern. Mit ihnen lassen sich die Quellen wählen, mit denen die Cue-Sektion gespeist wird. Die Lautstärke der beiden seitlichen Kopfhörerbuchsen (Standardklinke und Mini-Version) bestimmt ein entsprechender Drehregler. Mit dem Mix-Drehknopf kann ich stufenlos zwischen Cue und Master blenden. Der Pegel des Mikrofonsignals (Standardklinke) wird mittels „Mic-Volume“ justiert. Gleich daneben befindet sich ein weiterer Drehregler für die Lautstärke des Masters, der über den seitlichen Stereo-Cinch-Ausgang herausgeführt wird. Insgesamt kann ich die Expertise, die mein Bonedo-Kollege Rick Ski dem DDJ-WeGo ausgestellt hat (Test: hier), nur bestätigen: Der Pioneer Controller hinterlässt in Bezug auf die Verarbeitung, die Haptik und besonders das Layout einen tadellosen Eindruck.

Software

Als gebündelte DJ-Software hat man sich bei Pioneer – wie schon in der Vorgängerversion – für Atomix Virtual DJ in der Limited Edition entschieden. Nach wie vor keine schlechte Wahl, sieht man mal von einigen Einschränkungen ab, die wir bereits im Test der „MK1“ abgehandelt haben. Aber auch mit dem großen Zampano unter den Musikmischungsprogrammen, Traktor Pro 2 nämlich, arbeitet der Controller anstandslos zusammen (mehr dazu im Praxisteil).

Eine ausdrückliche Empfehlung spricht man bei Pioneer allerdings auch für die Benutzung von Algoriddims djay 1 und 2 (Mac/iOS) aus. Und gerade in Verbindung mit Apples iPad macht der DDJ-WeGO2 natürlich einen sehr schlanken Fuß. Da ich leider (noch) nicht über ein iPad der vierten Generation aufwärts verfüge, werde ich an der entsprechenden Stelle des Praxisteils an meinen geschätzten Kollegen Peter Westermeier übergeben.

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