Test
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13.10.2017

Pioneer DDJ-SR2 Test

DJ-Controller für Serato

Man kann immer einen draufsetzen

Heute im Test: der Pioneer DJ DDJ-SR2 für Serato DJ, eine Symbiose aus Zweikanal-Mischpult und DJ-Controller, ausgestattet mit FX-Sektionen, Performance-Pads und zahlreichen Stellschrauben für den DJ-Mix und Live-Remix-Action. Der Testkandidat positioniert sich zwischen DDJ-SX2 (Test hier) und DDJ-SB2 (Test hier) und tritt in die Fußstapfen des DDJ-SR, dem er ein entscheidendes Merkmal voraus hat: einen Standalone-Mixer mit Anschlussschnittstellen für Turntables nebst Serato DVS-Option. Und es gibt noch einige weitere Neuerungen, von denen wir hier berichten wollen.

Details

Der DDJ-SR2 wird mitsamt einem USB-Kabel, einem Netzteil, einer Pitch ’n Time-Lizenz und den üblichen Faltblättern ausgeliefert. Er misst 55 x 65 x 33 Zentimeter und ist damit ein wenig zu groß für das Messenger-Bag geraten. Nichtsdestotrotz fällt er mit 3,7 Kilo Gewicht etwa 20 Prozent leichter aus als sein Vorgänger und wirkt so angenehm leicht. Er lässt sich mit einem geeigneten Transportbehältnis ohne großen Aufhebens mit Bus und S/U/Bahn zum Gig schleppen.

Beim Erstkontakt fällt auf, dass der DDJ-SR2 mit einer Frontplatte und Jogwheel-Scheiben aus Aluminium aufwartet, das restliche Case aus Kunststoff gefertigt ist und die Wanne sicher auf dem Unterboden steht, obwohl die verbauten, laut Messschieber kaum einen Quadratzentimeter betragenden Gummifüßchen geradezu winzig ausfallen. An der Seite gibt es zwei geriffelte Griffmulden, praktisch beim „Hochwuchten“ und dem anschließenden Verstauen oder Aufbauen.

Die Haptik und Verarbeitung der Bedienelemente weiß ebenso zu gefallen: Probat gleitende 45-Millimeter-Fader in den Kanälen, sanft drehende Knobs mit bombenfest verschraubten Metallstiften, auf denen gummierte griffige Gummikappen sitzen, die bei Bedarf gegen Chroma Caps und Co. ausgetauscht werden können, solltet ihr es etwas bunter mögen. Tastenmäßig ist so ziemlich alles vertreten, was man vom Hersteller kennt. Hart und weich, schwarz, milchtrüb, beleuchtet, bedruckt, eckig, rund – je nach Funktion. Laut Datenblatt wurde in der Revision die Audioqualität optimiert und der Proband tritt mit einigen praktischen Updates ins Rampenlicht, beginnend mit den Anschlussschnittstellen am …

Backpanel

Dort trifft man auf zwei Paar Phono/Line-Inputs als Cinch sowie einen Mikrofoneingang als 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse ausgeführt, der an der Vorderseite eingepegelt wird. Klangregelung, Talkover oder Einschaltknopf sind nicht zugegen. Die Verbindung mit der Beschallungsanlage darf für den Master entweder über symmetrische XLR-Outputs oder Cinch erfolgen. Für die DJ-Monitore steht ein separates, ebenfalls symmetrisches Klinkenbuchsen-Paar (Booth) bereit. Neu hier ist auch die Netzteilbuchse: Ist sinnvoll, wenn man bedenkt, dass der DDJ-SR2 nun auch standalone funktioniert. Damit euch das Teil in der freien Wildbahn nicht gemopst wird, ist zudem eine Diebstahlschutz-Ausfräsung für ein Kensington-Schloss vorhanden. Power-Switch und -Buchse sowie USB-Port vervollständigen die Rückseite. Vorn sind zwei Kopfhöreranschlüsse und besagter Gain-Regler fürs Mikrofon zu finden. Doch wo sind bloß die Curve-Controls geblieben?

Bedienoberfläche

Der Mixer hat kosmetische und funktionale Updates erhalten, angefangen beim Deckswitch für Deck 1, Deck 3 sowie Phono 1 in Kanal 1 und Deck 2, Deck 4 und Phono 2 in Kanal 2. Die Tasten, die beim SR1 noch neben den Tellern zu finden waren, sind dementsprechend wegrationalisiert worden. Die Pegelmeter sind beim SR2 hingegen besser aufgelöst und zudem von zwei auf vier an der Zahl angewachsen (Chanel A, Channel B, Stereo-Master), wo zuvor zwischen Summe und Kanalmeter umgeschaltet werden musste. Die Pegel von Master und Booth sowie Sampler sind separat anpassbar, für den Kopfhörer gibt es neben Volume das obligatorische Cuemix-Poti.

Nicht minder haben sich Pioneer die Decksektionen vorgeknöpft. Wandert der Blick gen Norden, entdeckt man ein neues Tasten-Layout für Slip, Censor, Vinyl-Mode und Gridding, dazu einen Needle-Search-Streifen und eine leicht veränderte Effektsektion. Ferner leuchten die Performance-Pads nun bunt und nicht mehr nur blau/rot. Gleiches gilt für die Modus-Tasten, wo man auf neue Betriebsarten wie Pitch-Play trifft, mit denen sich der SR2 an den großen Brüdern orientiert. Andere wie Sampler Roll oder Combo FX fielen dem Rotstift zum Opfer.

Die praktische Autoloop-Größenanzeige ist bedauerlicherweise gewichen, stattdessen gibt es den „Standard-Baukasten“ mit manuellen und automatischen Loops, Shifting, Slot-Anwahl und Schleifendoppler/-halbierer.

Gleich darüber, wo zuvor die nun nicht mehr benötigten Pad-Plus Tasten beheimatet waren, finden sich jetzt dedizierte Bedienelemente für Key-Match, Key-Sync und Key-Reset ein. Funktionen, welche die im Lieferumfang enthaltene Pitch ’n Time Lizenz einfordern und uns nun in den Praxisteil überleiten.

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