Bass
Test
7
18.08.2009

PRAXIS

Das Gewicht gibt Parker mit neun Pounds, also etwa vier Kilo an, das Testinstrument lag mit 4,3 kg geringfügig darüber, was für einen Longscale Fünfsaiter völlig ok ist. Umgehängt verteilt sich das Gewicht dann auch recht gleichmäßig und der Bass trägt sich aufgrund seiner Korpuswölbung erwartungsgemäß komfortabel am Gurt.

Dank des großzügig ausgeschnittenen unteren Cutaways sind auch die höchsten Bünde gut zu erreichen. Das Einzige, was mich am Handling des PB65SP stört, sind die relativ scharfen Kanten am Korpus. Ich denke, dass jeder, der den Bass nicht in Höhe seiner Kniescheiben trägt (was zugegebenermaßen gerade en vogue ist), stützt das rechte Handgelenk beim Spielen am Korpus ab. Zumindest an dieser Stelle würde dem Parker etwas Shaping gut zu Gesicht stehen, denn den Druck auf das Handgelenk fand ich nach einiger Zeit wirklich sehr unangenehm, was sich letztendlich auch negativ auf die Spieltechnik auswirkt. Wie schon erwähnt, ist das String-Spacing mit 16 und 16,5 Millimeter sehr eng und kann leider auch nicht vergrößert werden. Ich persönlich komme damit gut klar, es gibt aber durchaus Spieltechniken, die dadurch erschwert werden. So bevorzugen beispielsweise heftige Slapbassspieler in der Regel ein weiteres Spacing. Man sollte also wirklich vorher checken, ob man mit seiner jeweiligen Spieltechnik auf dem Parker klarkommt. Davon abgesehen ist der futuristisch anmutende Bass aber durchaus mühelos und komfortabel zu handhaben.

Stellt sich die Frage, ob er auch so klingt, wie er ausschaut? Irgendwie schon, wie ich finde. Die Grundausrichtung des Sounds ist genauso modern wie das Äußere des Basses und wie man es von einer Neck-Through-Konstruktion mit Humbuckern auch erwartet: ein breites Spektrum mit brauchbaren Frequenzen. Dabei klingt besonders der Höhenbereich sehr fein und gibt dem Sound seine Definition. Die Tonansprache ist - typisch für einen durchgehenden Hals - sehr direkt und gleichmäßig über das ganze Griffbrett, aber eben nicht so punchig wie bei guten Schraubhalsbässen. Das „D“ und die benachbarten Töne auf der „G“ - Saite klingen etwas schneller aus, aber von einem Deadspot zu sprechen wäre übertrieben.

 

 Bass-Pickups von EMG eilt der Ruf voraus, sehr Hifi-mäßig zu klingen, manche empfinden sie sogar als eher steril. Geschmacksache, aber die EMG-Ausstattung bei unserem Testinstrument finde ich sehr gut geeignet, das breite Frequenzspektrum des PB65SP zu übertragen. Der Höhenregler kümmert sich wirklich um den oberen Frequenzbereich, ohne aufdringlich zu werden, und der Bassbereich gerät auch bei stärkeren Anhebungen nicht aus den Fugen. Man kann den Parker sogar zum Knurren bringen - Bridge Pickup voll auf und ein wenig Bass für die Schubkraft dazu - nicht übel. Damit Ihr einen besseren Eindruck vom Sound des PB65SP bekommt, habe ich natürlich wieder ein paar Samples aufgenommen.

3 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare