Gitarre Hersteller_Palmer
Test
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10.10.2018

Praxis

Zu Beginn des Praxischecks möchte ich zunächst überprüfen, wie sich das reine DI-Signal des Preamps ohne Hinzunahme der Klangreglung verhält und bringe dafür den DI-Schalter in die Pre-Position. In diesem Setting hat weder der Fußschalter noch das Gain-Poti Einfluss auf das Klanggeschehen.

Was ich hier geboten bekomme, kann sich absolut hören lassen. Das Pedal gibt in transparenter und kräftiger Weise das Piezosignal meiner Akustikgitarre wieder. Im Vergleich mit dem DI-Signal meines ebenfalls recht neutral arbeitenden Studio-Preamps lässt sich quasi kein Unterschied feststellen.

So klingt das pure DI-Signal des Palmer Acoustic Pocket Preamps.

Nun aktivere ich auch die Klangreglung des Pedals und möchte hören, wie sich die einzelnen Modi auf den Pickupsound auswirken. Dabei sei gesagt, dass der MAGN. Modus natürlich für magnetische Tonabnehmer vorgesehen und demzufolge für meine Testgitarre, die mit einem Piezo arbeitet, nicht gedacht ist. Der Vollständigkeit halber und um zu hören, was das Pedal hier mit dem Sound anstellt, nehme ich aber auch diesen Modus auf.

Der A.G. Modus wird im Vergleich zum A.B. Modus nur im Bass etwas beschnitten.

Im Bandkontext wäre der A.G. daher auf jeden Fall eine gute Wahl. Für Solo-Spielweisen sehe ich aber ansonsten keinen Grund, nicht auch den A.B. Modus einzusetzen, um das volle Klangspektrum zur Verfügung zu haben. Gut hörbar ist außerdem der stark veränderte Frequenzverlauf im Magn. Modus. Hier hat man sich also durchaus Gedanken gemacht.

Bevor man den EQ bemüht, lässt sich der Sound auch noch mit dem Style-Schalter vorkonfigurieren. Dafür drehe ich das Blend-Poti voll auf, um den Einfluss des EQs (der im Zusammenspiel mit der Style-Funktion arbeitet) zu hundert Prozent wahrnehmen zu können. Dabei steht ein Flat-, ein Modern- und ein Vintage-Preset zur Auswahl.

Wir hören nun alle drei Sounds in der genannten Abfolge. Der Mode-Schalter steht dabei auf A.B..

Der Modern-Modus bringt, im Gegensatz zum neutral arbeitenden Flat-Modus, die typische Mittenwanne ins Signalgeschehen. Eine Option, die bei vielen AkustikPreamps angeboten wird und durchaus sinnvoll im Bezug auf Piezosignale sein kann. Besonders, wenn man das Signal danach noch mit dem EQ nachjustieren kann. Nur der Vintage-Mode greift für meinen Geschmack etwas zu stark ein und verbiegt das Signal zu sehr.

Nun wollen wir uns aber auch den EQ näher zu Gemüte führen. Wie sich zeigt, arbeitet dieser recht musikalisch und dabei nicht allzu aufdringlich. So schafft man es selbst mit voll aufgedrehten Höhen und Bässen nicht, dem Preamp allzu wummernde oder harsche Sounds zu entlocken, was bedeutet, dass man hier auch ruhig etwas kräftiger zulangen kann.

Mit dem Mittenpoti lässt sich sehr einfach der gewünschte Frequenzbereich finden, der hervorgehoben oder auch zurückgenommen werden soll. Und auch hier arbeitet der EQ sehr gutmütig.

Für das erste Audiobeispiel spiele ich eine Fingerpicking-Figur. Um den Einfluss des EQs besser darzustellen, hört ihr das Pedal zunächst im Bypass. Im zweiten Durchlauf aktiviere ich dann die Klangreglung samt EQ-Einstellung. Der Style-Schalter steht dabei auf Flat.

Mit dieser dezenten Korrektur am EQ wirkt das Signal sofort eine Spur griffiger und präsenter. Sehr gut!

Um die effektive Wirkung des EQs zu unterstreichen habe ich im Folgenden noch ein Flat-Picking aufgenommen. Wie sich zeigt, ist die Blend-Option dabei ein interessantes und intuitiv einsetzbares Tool zur Signalabstimmung. Dabei kann der EQ beispielsweise auch wie im nächsten Beispiel offensiver eingesetzt und anschließend quasi wieder etwas entschärft werden, ohne dass der Grundcharakter der gewünschten EQ-Einstellung aus dem Blick gerät. Es lohnt sich hier also zu experimentieren!

Sehr hilfreich ist ohne Frage auch die FX-Insert-Option, bei der zusätzliche Effekte eingeschleift werden können, um diese dann beispielsweise nur über den Amp-Out auszugeben. So kann man im Live-Kontext mit dem vorjustierten Sound inklusive Effekte über den Amp spielen, den Techniker aber gleichzeitig mit einem neutralen Signal versorgen. Vor meinem AER-Amp macht unser kleiner "Acoustic-Helper" übrigens ebenfalls eine gute Figur.

Klanglich überzeugt der FX-Insert absolut. Nur ein Insert-Kabel muss beim Nutzen dieser Option eingeplant werden.

Wir hören dazu ein Beispiel, bei dem ich ein moduliertes Delay eingeschleift habe.

Beim Abhören des Signals über den Kopfhörerausgang gibt sich die Klangregelung mit einem gewissen Rauschen zu erkennen. Das Einspeisen von externen Stereoquellen, beispielsweise von einem Smartphone oder Tablet, funktioniert über den Aux-In aber ansonsten bestens, sodass das Gerät durchaus auch unterwegs zum Üben eingesetzt werden kann.

Um Feedback entgegenzuwirken, stehen gleich zwei Optionen am Pedal zur Verfügung. Über den Notch-Filter kann die Resonanzfrequenz, die Probleme bereitet, von 20 Hz bis 400 Hz gesucht und schmalbandig abgesenkt werden. Außerdem hat das Gerät auch eine Phasenumkehr in der Hinterhand. Der Notch-Filter arbeitet recht unauffällig und kann bei moderatem Feedback-Aufkommen durchaus hilfreich sein.

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