Test
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14.02.2020

Palmer Monicon XL Test

Analoger Monitorcontroller

Der solide Bolide

Nachdem Palmer nun schon seit einigen Jahren seine Monitorcontroller Monicon und die größere Variante Monicon L im Angebot hat, stellt der deutsche Hersteller allerlei nützlicher Tools für Studio und Bühne seinen bisher umfangreichsten Monitorcontroller vor.

Anders als seine Geschwister ist der Palmer Monicon XL ein aktiver Controller und weist eine teildigitale Steuerung auf. Dadurch können ein paar interessante Zusatzfunktionen realisiert werden. Der Signalpfad ist allerdings durchweg analog gehalten. Der Monicon XL kann mit drei Inputsignalen sowie drei Monitorpaaren umgehen, bietet Anschlüsse für zwei Kopfhörer und hat ein eingebautes Talkback-Mikrofon.

Details

Äußerlichkeiten

Der Palmer Monicon XL ist ein analoger Tabletop-Monitorcontroller. Etwa 25 cm breit und 21 cm tief ist der Platz, den der Monicon XL auf dem Schreibtisch einnimmt. Mit 1,5 kg bringt er ein wertiges Gewicht auf die Wage – kein Wunder, denn große Teile des Gehäuses sind aus Stahlblech gefertigt, ebenso wie die Anschlussplatte auf der Rückseite. Die Frontplatte ist mit matt-schwarzem Kunststoff verkleidet und in zwei unterschiedlichen Winkeln nach vorn geneigt, sodass alle Elemente des Monicon XL sehr gut abzulesen sind. Abgeschlossen wird das Gehäuse durch die kräftigen Seitenteile, die aussehen, als könnten sie den Monicon vor sehr grober Behandlung schützen.

Das Gerät ruht auf dicken Gummifüßen, sodass es auch bei hektischer Bedienung nicht verrutscht. Alle Drehknöpfe haben eine glatte, gummierte Oberfläche, die sie sehr griffig macht. Hier rutscht man nicht so schnell ab. Der Regler für die Monitorlautstärke ist größer als die anderen Regler ausgelegt, lässt feine Einstellungen zu und bewegt sich sehr gut. Die anderen Drehregler laufen leicht unterschiedlich schwer und sind im Gegensatz zum Lautstärkeregler leider nicht mit der Frontplatte verschraubt. Die Druckschalter zum Auswählen der Input- und Outputkanäle sowie die Mute-, Mono-, Dim- und Talk-Buttons sind milchig-weiß gummierte Taster mit einem sehr leichten, aber spürbaren Druckpunkt. Sind sie aktiviert, leuchten sie hell und gelb auf. Auch in sonnengefluteter Umgebung ist das sehr gut zu erkennen. Ein kleines Manko ist allerdings, dass die Steuerung kurz mit dem Druck des Knopfes beschäftigt ist. Drück man zwei Knöpfe gleichzeitig, wird also nur eines der Signale registriert. Das stört zum Beispiel dann, wenn man einen Outputkanal aktivieren und den alten zeitgleich deaktivieren möchte. Drückt man zwei Taster in sehr kurzem Abstand (<0,5 s), wird ebenso nur der erste registriert. 

Anschlüsse, Anschlüsse, Anschlüsse

Auf der Rückseite des Palmer Monicon XL präsentiert sich das umfangreiche Anschlussfeld. Es beginnt mit den drei Inputkanälen, wovon Kanal 1 und 2 jeweils als Stereopaar von symmetrischen 6,3mm-Klinkenbuchsen ausgeführt sind. Kanal 3 nimmt entweder ein Aux-Signal als Cinch-Stereopaar oder in einer Stereominiklinke entgegen. Außerdem kann er auch ein S/PDIF-Signal verarbeiten. Alle drei Outputkanäle bieten je ein Paar symmetrische 6,3mm-Klinkenbuchsen, wobei Kanal 3 zusätzlich eine Mono-Sum-Buchse bereithält, aber dazu später mehr. Über den Kanalanschlüssen lassen drei Trimmerpotis die Ausgangssignale für die Lautsprecherpaare einstellen. So muss man nicht jedes mal hinter die Monitore krabbeln, um die Levels der Lautsprecher auf ein Niveau zu bringen.

Die letzten vier Klinkenbuchsen sind unsymmetrische Ausgänge von Main und Cue. Sie geben das aus, was gerade auf der Vorderseite als Main und Cue Source ausgewählt ist, werden aber nicht vom Main-Volumeregler beeinflusst. Diese wären also zum Beispiel praktische Punkte, um ein weiteres Signal für einen externen Kopfhörerverstärker abzugreifen. Abgeschlossen wird die Rückseite vom Anschluss für das externe Netzteil und dem Ein-/Ausschalter.

Die Schaltzentrale

In der Inputsektion des Palmer Monicon XL wird per Taster gewählt, welche der Inputkanäle abgehört werden soll. Dabei können in Werkseinstellung einer, zwei oder alle drei Quellen aktiviert sein. Es lässt sich jedoch auch ein exklusiver Modus aktivieren, sodass nur eine Quelle ausgewählt werden kann und die anderen sofort stummgeschaltet werden, wenn eine neue Quelle ausgewählt wird. Genau so lässt sich die Quelle für den Cue-Kanal wählen. Dieser ist ein komplett unabhängiger Kanal, der ein oder mehrere Inputkanäle an die Kopfhörer oder einen externen Empfänger weitergeben kann. Der Cue-Kanal empfängt ebenfalls das Talkback-Signal, das vom internen Mikrofon aufgezeichnet wird. Wird der Talk-Button gedrückt, können also schnell Feedback und Anweisungen zwischen Engineer und Musiker ausgetauscht werden.

Analog zur Inputsektion werden auch die Outputs gewählt. Hier kann jedoch aus drei Modi gewählt werden. In Werkseinstellung können alle Ausgänge frei aktiviert und deaktiviert werden, sodass wieder ein, zwei oder alle drei Monitorpaare gleichzeitig benutzt werden können. Der zweite Modus ist wieder ein exklusiver, sodass jeweils nur ein Monitorpaar das Signal empfängt. Der dritte Modus ist für Nutzer eines Subwoofers gedacht und funktioniert wie folgt: Zwei Paare Monitore werden exklusiv von Out 1 und 2 geschaltet, sodass jeweils nur ein Paar aktiv sein kann. Hier kommt die Monobuchse von Output 3 ins Spiel, denn nun kann der Subwoofer auf Kanal 3 unabhängig zugeschaltet oder deaktiviert werden, sodass der Sub mit beiden Monitorpaaren genutzt und der Mix auch schnell ohne Sub geprüft werden kann. Ebenfalls auf der Vorderseite finden sich die beiden Kopfhöreranschlüsse sowie ihre unabhängigen Level-Regler. Die Kopfhörer können jeweils das Main- oder das Cue-Signal abhören. So muss der Engineer beim Aufnehmen zum Beispiel nicht den speziellen Mix des Musikers hören, sondern kann das große Ganze im Auge behalten.

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