Gitarre Hersteller_Palmer Hersteller_Adam_Hall
Test
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16.10.2013

Praxis

Der Amp ist mit seinen drei Reglern kinderleicht zu bedienen, ein Blick in die Bedienungsanleitung ist nicht unbedingt notwendig. Trotzdem möchte ich ihn empfehlen, denn dort gibt es einiges Wissenswertes über Class A Schaltungen und Gleichrichterröhren zu lesen.

Wie wir inzwischen wissen, kann ein 5-Watt-Amp einen satten Schalldruck generieren, und so sieht es auch beim Fab 5 aus: Mit Full Power bestreitet der kleine Brüllwürfel auch eine leise Bandprobe. Die Cleanreserven gehen aber über die gehobene Zimmerlautstärke nicht hinaus. Mit einer Single Coil Gitarre erhält man bei abgedrehtem Boost und Volume bis 12 Uhr noch einen unverzerrten Ton, danach wird es angenehm schmutzig. Hier ist erst einmal der unverzerrte Sound mit der Strat.

Wichtig: Die Angaben zu den Reglereinstellungen entsprechen den Zahlen auf dem Bedienfeld (0 bis 10).

Gitarre Volume Tone Boost
Strat 5 5 0

Der Amp hat eine sehr gute und direkte Ansprache, auch das Dynamikspektrum ist recht breitbandig aufgestellt. Man kann wunderbar mit dem Anschlag an der Gitarre variieren, der Verstärker folgt auf Schritt und Tritt. Das ist schon ansatzweise beim vorangegangenen Beispiel hörbar, mit angezerrtem Sound wird es aber noch wesentlich deutlicher. Die nächste Akkordfolge habe ich in vier Runden gespielt: Zuerst leicht mit dem Daumen angeschlagen, danach leicht mit dem Pick nah am Hals. Im dritten Durchgang bin ich mit dem Pick mehr zum Steg gegangen und habe dort leicht angeschlagen, zum Schluss an gleicher Position hart. Jede Veränderung im Sound ist deutlich auszumachen.

Gitarre Volume Tone Boost
Strat 10 5 0

Die maximale Zerre mit einer Singlecoil-Gitarre gibt es im nächsten Beispiel, dazu habe ich Volume und Boost voll aufgedreht. Ergebnis: Der Fab5 rockt standesgemäß.

Gitarre Volume Tone Boost
Strat 10 5 10

Jetzt widmen wir uns den Humbucker-Gitarren, die Les Paul wird ausgepackt und bei gleicher Einstellung kommt folgender Sound aus dem Speaker:

Gitarre Volume Tone Boost
Les Paul 10 5 10

Der Amp ist dabei in einer kernigen Endstufenzerre mit gutem Kompressionsverhalten. Das ist das brachialere Ende der Fahnenstange, MidGain-Sounds mit gutem Sustain und klarer Lead-Tauglichkeit. Was man aber mit dem Fab 5 besonders gut einstellen kann, sind in Kombination mit Boost und Volume sehr unterschiedliche Facetten von Zerrsounds. Bei höheren Volume-Settings schmatzt die Endstufe, Crunchsounds kommen sehr gut bei niedrigerem Volume und höherem Boost. Hier sind zwei Beispiele mit unterschiedlichen Volume-Boost-Einstellungen.

Gitarre Volume Tone Boost
Les Paul 4 8 8

Gitarre Volume Tone Boost
Les Paul 8 8 2

Mit dem Tone-Regler sind weitere Feinabstimmungen möglich, allerdings keine extreme Klangverbiegungen, die auch dem Charakter und dem Konzept des Amps widersprechen würden. Hier geht es dezent und musikalisch zur Sache, der Ton ist weicher bei komplett abgedrehtem Tone-Poti, aber nicht muffig. Das andere Extrem, Tone auf Rechtsanschlag, hat zwar schneidende Höhen im Gepäck, ist aber nicht bissig. Für mein Ohr eine sehr homogene Abstimmung. Das trifft auch auf den Grundsound zu, der über den Frequenzbereich sehr ausbalanciert ist. Hier sind drei Einstellungen mit dem Tone-Regler:

Gitarre Volume Tone Boost
SG 6 0-5-10 5

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