Hersteller_Paiste Becken_Pro_Paiste_Reign_ComboHat
Test
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12.11.2015

Praxis

Die kleinen Combo Crisp Hi-Hats klingen sehr präzise und gleichzeitig durchsetzungsstark

Als explosiv und präsent, dabei aber kontrolliert, würde ich Stewart Copelands Hi-Hat-Arbeit beschreiben. Da ist es kein Wunder, daß sein neues Signature-Modell diese Attribute, sowohl klanglich als auch vom Spielgefühl her, bedient. Die beeindruckende Fertigungsqualität sorgt für einen fast luftdichten Sitz der beiden Becken aufeinander, fest geschlossenes Spiel erzeugt einen kurzen, hohen, und – da ist das Wort – crispen „Tick“. Schnelle Doppelschläge spielen sich fast von alleine. Öffnet man die Becken, erklingt ein glockig-mittiger Ton, von schlürfigem Retrosound sind sie damit weit entfernt. Hier macht sich das Gewicht des Top-Beckens bemerkbar, welches der kleinen Hi-Hat einerseits zu einer erwachsenen Lautstärke verhilft, den halb- und ganz geöffneten Sound aber etwas ins Kehlige driften läßt. 

 

Das Rude „The Reign“ Power Ride ist nichts für schwache Nerven

Daß sich ein Becken, welches sich als Signature-Ride von Dave Lombardo zu erkennen gibt und fast vier Kilogramm wiegt, nicht als Allrounder empfiehlt, sollte klar sein. Ich bin beim ersten Anspielen aber doch überrascht, mit welcher Mühelosigkeit dieses Gerät mein Studio mit seinem tiefen und lauten Sound flutet. Ein kräftiger Schlag auf die Glocke (des Beckens, wohlgemerkt!) läßt auch vorbereitete Kollegen unvermittelt zusammen zucken, beeindruckend ist auch das tragende Sustain, welches ebenfalls tief und mächtig daher kommt. Im Spiel zeigt sich, daß dieses Instrument einen gewissen Raum und den passenden musikalischen Kontext braucht. Für übermäßig dynamische Anwendungen ist es definitiv nicht gemacht, ebenso wenig zum „Durch-Crashen“.  Hier ist klassische Metal-Ride-Arbeit mit der Stickspitze auf dem Profil beziehungsweise mit dem Stickschaft auf der Kuppe gefragt. Am wohlsten fühlt sich das Reign Ride in lauten Bands oder auf großen Bühnen, auf denen Projektion über weite Distanzen gefragt ist. Insgesamt haben wir es mit  einem kompromisslosen, den Slayer-Sound sehr authentisch reproduzierenden Instrument zu tun.

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