Software
Test
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20.11.2015

Output Exhale Test

Vocal-Sample-Library

Tütchen auf, Effekte drüber, fertig!

Vocal-Sample-Library Output Exhale: Die amerikanische Sample-Schmiede Output rüstet ihr Library-Arsenal nach „Rev“ und „Signal“ dieses Mal im Bereich Vocals auf. Für Exhale will man in Hollywood Sänger und Produzenten zusammengetrommelt haben, um mit ihnen aus Vocals ein einzigartig kreatives Kontakt-Instrument zu erschaffen.

Neben den chromatisch spielbaren Sounds, die man sonst von Vocal-Librarys gewohnt ist, legt Output eine Schippe drauf und liefert Loops und Slices, die in Schleife abspielbare Sounds und Stutter-Effekt-ähnliche Samples abfeuern. Mit Exhale verspricht Output die „erste echte moderne Vocal-Engine“, die die Kreativität auf ein neues Level bringen möchte. Hält die Library tatsächlich, was sie verspricht? Und was kann sie, was andere Librarys nicht auch schon können?

Details

Library

Exhale ist für den Sample-Player Kontakt und den kostenlosen Kontakt-Player von Native Instruments erhältlich. Die 8,5 Gigabyte umfassende Library verfügt über 500 vorgefertigte Presets, die sich praktischerweise mit dem Tag-basierten Browser verwalten lassen. Neben dem Eingrenzen durch die Tags bei der Suche können auch eigene Presets kreiert und beim Speichern mit Tags versehen werden, um sie später schneller wiederzufinden. Ein zusätzliches „User-Tag“ beschleunigt die Suche nach den eigenen Presets.

Konzept

Zur Klangerzeugung dienen die drei Arbeitsmodi „Notes“, „Loops“ und „Slices“. In den Notes befinden sich 80 frei wählbare Vocal-Samples unterteilt nach Oneshots, Pads, Tape 1 und 2, die zur chromatischen Spielweise dienen. 

Der Loop-Mode hingegen beinhaltet 40 Loop-Bänke mit 13 Loops pro Bank, die zum Master-Tempo synchron laufen und im im Bereich von C2 bis C3 getriggert werden. Im Slice-Mode dienen 40 Vocal-Phrasen als Klangquelle, von denen jede in 13 Slices, also einzelne Fragmente der Phrase unterteilt ist. Die Slices sind ebenfalls im Key Range von C2 bis C3 spielbar. 

Damit die Loops und Slices auch zur Tonart der Produktion oder der Performance passen, bietet Exhale eine Sektion, in der sie praktischerweise in einer Dur- und Moll-Skala in ihrem Grundton angepasst werden können. Das ist natürlich sehr praktisch, denn die Loops und Schnipsel hält man dadurch ganz leicht „in Tune“.

Bedienoberfläche

Nachdem Exhale geladen ist, sind auf den ersten Blick die vier Macro Fader der Main Page ersichtlich, die der Hersteller bereits in seinem Kontakt-Instrument „Signal“ verwendete. Wer sich einmal mit „Signal“  oder der kostenlosen Variante „Signal Free“ beschäftigt hat, die wir ebenfalls im Test hatten, der merkt gleich auf Anhieb, dass die Output-Jungs in puncto Design eine klare Linie fahren – das grafische Interface und die Engine von Signal und Exhale sind nämlich fast identisch.

Engine Page

Alle Feineinstellungen werden im Herzstück von Exhale vorgenommen: Der sogenannte Engine Page ermöglicht Zugriff auf Klangquellen, Rhythm-Sektion und Effekte. Allerdings wirkt dieser Bereich zunächst etwas unübersichtlich, durch die verschachtelten Menüs findet man sich nicht unbedingt auf Anhieb gut zurecht. 

Source Panel

Hier werden die Klangquellen ausgewählt, die je nach Modus (Notes, Loops, Slices) unterschiedliche Quellarten bereithalten. So stehen im Notes-Mode zudem zwei Sources (A und B) zur Verfügung, in die unterschiedliche Klänge geladen werden können. Als da wären One-Shots, Pads und die sogenannten „Tape-Loops“. Letztere geben meist Phrasen-ähnliche Vocal-Sounds in Schleife wieder und bringen somit schon als Ausgangsmaterial etwas Bewegung ins Spiel. Im Gegensatz zu den Loops aus dem Loop-Mode sind die Tape-Loops allerdings chromatisch spielbar. Im Gegensatz zum Modus „Notes“ gibt es im Loop- sowie im Slice-Mode nur eine mögliche Klangquelle, was zwar nicht sonderlich schlimm ist, allerdings kann man die Loops und Slices nicht innerhalb einer Exhale-Instanz layern. Falls nötig, könnte man in diesem Fall einfach noch eine Exhale-Instanz in Kontakt laden, was natürlich wieder mit höherem Ressourcen-Verbrauch verbunden ist.

In der Mitte der beiden Sources A und B befindet sich der 4-Band-Equalizer und die Amp-Hüllkurve, die jeweils für jede Source zur Verfügung stehen – da freut sich das Layering-Herz. Mit einem Klick auf das kleine Zahnrad gelangt man hier auch zur Steuerung von „Glide“ und „Velocity Sensitive“ sowie einer Option zur monophonen Klangerzeugung. Die „Bank-Settings“ der Modi Slices und Loops sind mit den Parametern Volume, Formant Shift, Playback-Speed, 4-Band-Equalizer und den ADSR-Hüllkurven ausgestattet. Die einzelnen Sounds der jeweiligen Bank wiederum werden unter „Note-Settings“ in Volume, Tune, Pan und Reverse angepasst.

Rhythm Panel

Zur rhythmischen Modulation warten 35 Wellenformen und ebenso 35 Patterns einer Art Step-Sequenzer nur darauf, die Klangquellen in Bewegung zu bringen. Diese Rhythms, die ähnlich wie LFOs arbeiten, steuern die unmittelbar darunterliegenden Modulations-Effekte: Volume, Pan, Filter, Phaser, Talk und Saturate. Wie stark eine Klangquelle moduliert wird, lässt sich durch den Parameter „Mod Sends“ regeln. Die Rate der Modulation bietet neben „Bars“ und „Regular“-Werten auch „Dotted“ und „Triplet“. Den Möglichkeiten der Modulation sind hier also kaum Grenzen gesetzt.

Insert-Effekte

Klangliche Manipulationen ermöglichen die Insert-Effekte mit Pitch, einer Distortion-Einheit inklusive „Screamer“, „Cabinet“ und „Lofi“ sowie Chorus, Flanger, Kompressor, 5-Band-Equalizer, Delay und einem Faltungshall.

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