Test
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21.07.2014

Praxis

Der Kauf und die Installation des Mellotronics M3000 (Version 2.72) in Apples App Store verlief erwartungsgemäß ohne nennenswerte Ereignisse. Die Größe des Downloads umfasst 189 MB und auf dem iPad ist das Betriebssystem iOS 5.1 die Mindestanforderung.

Sound

Der Soundqualität des iOS-Mellotrons bewegt sich auf dem ähnlichem Niveau vergleichbarer Plug-ins oder Library Sounds. Charaktervolle, analoge LoFi-Artefakte sowie leichte tonale Verstimmungen sind hier ausdrücklich erwünscht. Beim Layering einiger Sounds empfinde ich die gegenseitige Verstimmung allerdings als ein wenig grenzwertig, wodurch sich manche Kombinationen ausschließen. Bezüglich des verwendeten Audioformats wird ausschließlich die Samplingfrequenz (44,1 kHz) angegeben, da meine Ohren keine Kompressionsartefakte ausmachen, vermute ich weiterhin eine Auflösung von 16 Bit.Im folgenden Audiobeispiel hören wir ein per CC#01 moduliertes Layer der Voices Piano, MKII Vibes und MKII Flute.

Bedienung/GUI

Aufgrund der überschaubaren Einstellmöglichkeiten ist die Bedienung des „iPad-Mellotrons“ ausgesprochen simpel. Dank der sinnvollen MIDI-Implementation mit 2-fachem Multimode (im Loop-Modus), Controller-Zuweisungen und Programm Change zur Anwahl der „Bank“ kann man dem M3000 in Verbindung mit einem Audio/MIDI-Interface (mit Ladefunktion) sogar eine echte Live-Performance-Tauglichkeit bescheinigen. Da einige Features wie z.B. Inch Tapes und Voice D sich dem Erstbenutzer nicht Anhieb erschließen, ist ein Blick in die Bedienungsanleitung hilfreich. Die liebevolle und British-schrullige Anleitung (inklusive Videos) wird zwar kostenlos zum Download bereitgestellt, allerdings nur unter Zuhilfenahme der separaten App iBooks nutzbar – ein unkomplizierteres Öffnen direkt aus der M3000 App würde ich bevorzugen.

Im nächsten Audiobeispiel hören wir eine Akkordfolge mit verschiedenen Mellotron-typischen Flächensounds, die ich unter Verwendung des internen Halleffekts der M3000-App in meine DAW aufgenommen habe. Die Aufnahmen bestehen aus jeweils einer einzigen Voice, die ich am Ende der Kadenz überlappend arrangiert habe, um mögliche Layer-Kombinationen zu präsentieren.

Als abschließender Soundeindruck folgt noch ein kurzes „retro-tragisches“ Duett mit MKII Flute und MKII Clarinet.

Die obige Abbildung zeigt die Oszilloskop-artige alternative Ansicht des M3000. Wenn man sich schon soviel Mühe gibt, wäre mir persönlich eine Extraprise Vintage-Flair an der gesamten Benutzeroberfläche lieber gewesen, wobei dies natürlich Geschmackssache und absolut nicht Schlacht entscheidend ist. Mein einzig konkreter Verbesserungsvorschlag wäre die Anwahl der Voices per Pulldown-Menü oder Browser, da das ausschließliche „Weiter-Skippen“ per Pfeil-Button trotz der überschaubaren Anzahl an Voices manchmal etwas mühselig ist.

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