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Test
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05.08.2018

Newfangled Audio Elevate Bundle Test

Mastering Plugin-Bundle

KI und "Innenohr"-Filterbänke für beste Ergebnisse

Newfangled Audio ist ein neuer Name am Plug-in-Markt, der mit einem neuen Ansatz seinem Namen alle Ehre macht, denn newfangled bedeutet so viel wie neumodisch. Gegründet wurde Newfangled Audio von Dan Gillespie, der bisher hauptsächlich als Programmierer der DSPs von Eventide in Erscheinung getreten ist. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Plug-ins dieses Newcomers unter anderem über den Online-Shop von Eventide vertrieben werden.

Als erstes Produkt wurde 2017 der 26-bandige Entzerrer EQuivocate veröffentlicht. Danach wurde der Mastering-Limiter Elevate vorgestellt, wobei dieses Etikett dem Elevate eigentlich nicht ganz gerecht wird. Es handelt sich hier vielmehr um einen Mastering-Werkzeugkasten, welcher Multiband Mastering Limiter, Multiband EQ, Multiband-Transientenbearbeitung und Spectral Clipper beinhaltet. Beide Plug-ins sind momentan ausschließlich als Bundle erhältlich.

Das neumodische bei Newfangled Audio ist laut Homepage des Unternehmens die Verknüpfung traditioneller DSP Programmierung mit künstlicher Intelligenz. Dies wird insbesondere durch die sich anpassenden Parameter des Elevate Limiters deutlich.

Details

Linear Phase

In beiden getesteten Plug-ins kommen linearphasige FIR (finite impulse response) Filter zum Einsatz, welche unter anderem durch ihre dreieckige Form Pre-Echos und Phasenverschiebungen bei der Filterung vermeiden und besonders natürlich klingen sollen.

Die voreingestellten Frequenzen der 26 Filter sind nach der Mel-Skala verteilt und machen als Ausgangspunkt für die meisten Anwendungen Sinn, da diese Skala auf die besonders empfindlichen lwHfh.Bereiche des Innenohrs abgestimmt ist.

Die Mel-Skala

Die Mel-Skala wurde 1937 von Stanley Smith Stevens, John Volkman und Edwin Newmann entwickelt. Sie wurde mit dem Ziel erarbeitet die Wahrnehmung von Tonhöhen im Innenohr abzubildenb. Die Frequenzen der einzelnen Bänder der Mel-Skala sind so gewählt, dass diese von uns als gleichmäßig über das Frequenzspektrum verteilt empfunden werden, was sie bei mathematischer Betrachtung nicht unbedingt sind. Während der Abstand benachbarter Frequenzbänder eines herkömmlichen Terzband-EQs zwischen 25% und 28% der jeweils tieferen Frequenz beträgt, sind es bei den voreingestellten Frequenzen der Newfangled Audio Plug-ins zwischen 12% und circa 114%. Das Ergebnis ist eine auf der psychoakustischen Empfindung von Tonhöhen basierende Skala, welche auf die unterschiedliche Wahrnehmung der Frequenzbereiche im Innenohr abgestimmt ist.

Bei den Newfangled Audio Plug-ins können die Anzahl der Filter und deren Frequenzen vom Anwender jederzeit angepasst werden, wobei die maximale Filteranzahl 26 beträgt. 

Die mitgelieferten Presets, deren Namen bereits vermitteln, welchen Zweck sie erfüllen sollen, sind sehr hilfreich und zeigen, wie verschiedene Toningenieure die Newfangled Audio Plug-ins einsetzen.

Download und Installation

Der Download und die Installation funktionieren problemlos. Das Paket setzt mindestens Windows 7 beziehungsweise MacOS 10.7 voraus. Beide Plug-ins werden als AAX Native, VST2, VST3 und AU geliefert und benötigen zur Autorisierung das iLok-System. Es stehen jeweils 2 Autorisierungen zur Verfügung.

Auf meinem Testsystem, einem Apple iMac 3,5 GHz Intel Core i5 von 2014, steigt der Bedarf an CPU Leistung bei Einsatz des EQuivocate um ca. 10 % und bei Einsatz des Elevate um 15-20 % an. Das ist nicht gerade wenig, aber auch kein CPU-Killer.

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