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Test
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08.06.2019

Native Instruments Komplete Audio 6 MK2

USB2-Audiointerface

Up – oder Downgrade ?!

Das Audiointerface NI Komplete Audio 6 ist ein echter Klassiker. Es wird für sein robustes Äußeres und seinen soliden Klang geschätzt. Native Instruments ersetzt es nach über acht Jahren nun durch eine MK2-Version. Was ist anders, was ist besser – was ist schlechter? Wir finden es heraus!

Details

Aus alt mach neu

Das Native Instruments Komplete Audio 6 war eine sichere Bank: solide im Äußeren, simpel in der Bedienung. Verhältnismäßig günstig war es auch und damit ein echter Erfolg auf den Bühnen und in den Homestudios dieser Welt. Aus diesen Gründen wurde es auch über acht Jahre lang verkauft.

Die MK2-Version des USB2-Geräts ist weitestgehend identisch ausgestattet, wurde aber ein wenig technisch überholt und noch simpler in der Bedienung. Ein neues, moderneres schwarzes Antlitz gehört ebenfalls dazu, genau wie bei den neuen Interfaces NI Komplete Audio 1 und Audio 2. Native kennt eben den Markt.

Ideal Standard: vier analoge Wege rein und raus

Das NI Komplete Audio 6 MK2 ist so Standard, das man anstatt Standard auch fast Audio 6 sagen könnte. Das Bus-Powered-Interface bietet eingangsseitig zwei Preamps und einen zusätzlichen Stereo-Line-In – macht in der Summe vier analoge Kanäle rein.

Raus geht ebenfalls mit vier Kanälen, und zwar über zwei Stereo-Line-Outs und nun sogar gleich zwei Kopfhörerausgänge, alles 6,35 mm TRS (große Klinke). Hinzu kommt ein digitaler S/PDIF-Anschluss (Stereo rein und raus), den zwar kaum ein Nutzer je brauchen wird, aber so kann NI mit sechs Kanälen rein und raus werben. Das war auch schon bei dem alten Teil so.

Neu ist das maximale Auflösungsvermögen von 24 Bit/192 kHz, das MK1 konnte „nur“ 96 kHz – ein Umstand, der aber auch die wenigsten interessieren dürfte.

50dB-Preamps mit Combobuchsen

Die symmetrischen Stereo I/Os auf großer Klinke befinden sich alle auf der Rückseite, genau wie MIDI-I/O und der aus Stabilitätsgründen etwas eingerückte USB2-Anschluss (Typ B). Auf der Front finden wir hingegen die XLR/TRS-Combobuchsen der beiden Preamps, die Mikrofone, Instrumente (High-Z) oder Linesignale aufnehmen können. Eine gemeinsame 48V-Phantomspeisung ist an Bord, Low-Cuts gibt es nicht und die XLR-Verrieglung wurde eingespart. Schade.

Der maximale Gain beträgt nach wie vor 50 dB, was für ein Bus-Power-only-Interface durchaus in Ordnung ist, aber keinen Grund für Freudenfeste liefert. Der Gain, wie auch die Umschaltung zwischen Line und Instrument werden analog geregelt. Besondere Softwarekonsolen gibt es nicht, dafür ist aber alles schön einfach zu bedienen und musiker- sowie bühnenfreundlich. Entsprechend setzt das Interface auch auf Class-Compliant-Treiber inklusive ASIO und Core Audio. 

Einfaches Monitoring, komischer Line-Out 3/4

Es gibt zwei Kopfhörerausgänge und zwei Stereo-Line-Outs, aber nur vier Wandler. Das bedeutet, die beiden Kopfhörer erhalten immer das gleiche Wandlersignal wie der Line-Out 1/2. Eine Wahlmöglichkeit auch den 3/4 über die Kopfhörer zu hören – wie beim alten Komplete 6 – gibt es nicht mehr.

Die beiden Stereoausgänge auf der Rückseite werden direkt angesprochen, den Line-Out 1/2 kann man mit dem großen Regler auf der Oberseite außerdem in der Lautstärke anpassen. Dadurch können aktive Lautsprecher direkt angeschlossen werden.

Den Line-Out 3/4 kann man indes nicht am Gerät regulieren und er versteht sich nur mit symmetrischen Verbindungen - was durchaus unlogisch und vor allem unpraktisch ist, wie wir noch sehen werden. 

Was dafür nun geht: Man kann den Kopfhörern die Inputs 1/2 oder 3/4 hinzumischen. Das nennt sich Direct-Monitoring und damit lassen sich Signale ohne Latenz vorhören, was für das ungetrübte Einspielen oder Einsingen extrem hilfreich ist. Zusätzlich kann man dieses Vorhörsignal mono oder stereo schalten. Mehr geht nicht, es sollte aber reichen.

Schickes Display, tolle Software

Neu ist neben dem schlichten Gehäuse die klarere Strukturierung der Status-LEDs und Pegelvisualisierungen. Die Pegel der Inputs 1 bis 4 sowie der Line-Out 1/2 werden je von vier blauen und einer roten Clip-LED dargestellt. Hinzukommen drei weiße LEDs für den USB-Status, die 48 Volt und die MIDI-Aktivität. 

Der schwarze Kasten ist außerdem paar Zentimeter größer geworden und misst nun 200 x 55,6 x 136,55 mm (B x H x T). Das Gewicht ist im Vergleich zum Vorgänger mit 850 Gramm gleich geblieben. 

Neu ist auch das mitgelieferte Software-Paket: Es enthält Ableton Live 10 Lite, Maschine Essentials, Monark, Replika, Mod Pack und Solid Bus Comp – genau wie beim Audio 1 und Audio 2. Hinzu kommt beim Komplete Audio 6 noch Traktor LE 3 und ein 25-Euro-Gutschein für den NI Online Shop. Komplete Start wird ebenfalls als Inhalt beworben, ist aber sowieso ein  kostenloser Download für jedermann.

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