Bass Hersteller_MXR
Test
7
18.06.2019

Praxis

Am besten versteht sich der MXR Dyna Comp Bass mit passiven Bässen, die nicht allzu pegelstark sind. Die Stärke der Kompression lässt sich dann mit dem Sensitivity-Regler sehr feinfühlig dosieren und der Sound bleibt auf dem gesamten Reglerweg sauber und unverzerrt. Mit einem meiner aktiven Bässe konnte ich den Sensitivity-Regler nur bis zur Hälfte aufdrehen, bei stärkeren Einstellungen lieferte der Dyna Comp leider nur noch unschöne verzerrte Sounds. Das ist aber freilich kein großes Ding, man kann den Kompressionsgrad in solchen Fällen einfach zurückregeln, bis der Sound wieder clean ist und arbeitet dann eben mit dem verbleibenden Reglerweg.

Die Nebengeräusche fand ich selbst bei starken Kompressionen eher moderat - das neue MXR-Pedal ist hier vielleicht minimal lauter als so mancher Boutique-Kompressor, aber durchaus noch im Rahmen.

Eines muss man jedoch wissen, wenn man den MXR zur Hand nimmt: Der Dyna Comp gehört nicht zu den Kompressoren, die ihren Dienst möglichst unauffällig verrichten und den Sound ohne jegliche Klangbeeinflussung verdichten. Er verändert den Sound nämlich durchaus auf eine angenehme Art - vor allem in den höheren Frequenzbereichen. Mein Jazz Bass klang durch den Dyna Comp Bass Compressor deutlich geschmeidiger und sanfter - das ist sie, die typische "Dyna-Comp-Magic"!

Durch diese Verdichtung erscheint der Basssound kompakter und kraftvoller, gleichzeitig ist allerdings naturgemäß auch ein leichter Verlust im Tiefbass-Bereich erkennbar. Aber keine Bange, denn genau hier kommt der Clean-Regler des Dyna Comp ins Spiel: Mit der Beimischung des trockenen Signals kann der Low-End-Verlust nämlich gezielt ausgeglichen werden, sodass der Sound auch bei heftigen Kompressionen seine komplette Tragfähigkeit behält. Und ein weiterer positiver Effekt diese Features ist, dass ein stark komprimierter Sound mit einer Dosis des sauberen Signal insgesamt wieder deutlich natürlicher und dynamischer wirkt - das Stichwort lautet "Parallel-Kompression"!

Die beiden Attack-Settings, die mittels eines kleinen Tasters auf der Front abrufbar sind, wurden von den MXR-Entwicklern sehr gut abgestimmt. Die Slow-Einstellung empfiehlt sich für knackige, perkussive Sounds, bei denen der Anschlag nicht gekappt werden soll. Wer schwebende Sounds mit langem Sustain erreichen möchte, drückt einfach den Attack-Taster, sodass auch die Transienten komprimiert werden. Klar, man erreicht den gewünschten Sound in der Regel genauer, wenn man die Attack-Zeit präzise an den Sound anpassen kann. Aber bei einem Pedal im Miniformat muss man zu Gunsten des Formfaktors eben mit Kompromissen in der Bedienung leben, und die beiden Settings funktionieren in der Praxis wirklich sehr gut.

Auch die Abstimmung des Tone-Reglers finde ich gelungen. Er greift bei den Hochmitten um 1kHz und wirkt sehr gut auf Durchsetzungskraft des Basssounds. Mit einem Boost werden Fingerstyle-Sounds präsenter und aggressiver, ohne zu nerven. Für gescoopte Slapsounds dreht man den Tone-Regler einfach gegen den Uhrzeigersinn und dünnt die Hochmitten je nach Geschmack aus. Klangwunder sind von einem simplen EQ-Regler dieser Art natürlich nicht zu erwarten, der Tone-Regler ist aber eine durchaus sinnvolle Ergänzung, die dem Dyna Comp Bass Compressor etwas mehr Flexibilität beschert.

Viel Spaß mit den Klangbeispielen:

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare