Gitarre Hersteller_Mooer
Test
1
30.11.2018

Praxis

Ich halte mich an die Empfehlung der Herstellers und verbinde das Pedal mit dem FX-Return meines Marshall JVM 410 Topteils und umgehe damit die Preamp-Sektion des Amps. Die angeschlossene 2x12" Box nehme ich mit einem SM 57 ab und bearbeite die aufgenommenen Audiofiles natürlich nicht weiter.

Los geht es mit dem Clean-Kanal des Pedals, bei dem sämtliche Regler auf die 12-Uhr-Position zeigen. Im ersten Beispiel ist eine Tom Anderson Strat zu hören, das zweite habe ich mit einer Telecaster eingespielt und das dritte mit einer Düsenberg Starplayer. Ich bin schon gespannt, wie das Pedal die unterschiedlichen Gitarrensounds überträgt.

Alle drei Gitarren werden direkt und mit einem deutlich im Vordergrund stehenden Mittenbild übertragen. Für meinen Geschmack klingt der Sound jedoch etwas verschnupft. Gerade die Telecaster sollte, was das angeht, wesentlich frischer dargestellt werden. Im Bassbereich zeigt sich der Kanal recht ausgeprägt, was für einen fetten Sound sorgt.

Am bedecktesten klingt für mich jedoch die Düsenberg, die auch für das folgende Beispiel herhalten muss.

Ich drehe nun die Höhen am Pedal ganz auf und möchte herausfinden, ob das Höhenbild dadurch belebt werden kann, ohne den Grundsound zu verdrehen.

Test bestanden. Die Gitarre kann dank des voll aufgedrehten Treble-Reglers von ihrem Schnupfen befreit werden, und das ohne hörbaren Einfluss auf den Grundsound. Und auch mit ganz aufgedrehtem Gainregler lässt sich der cleane Kanal nicht dazu bewegen, auch nur ansatzweise zu zerren.

Ich schalte jetzt in den Overdrive-Kanal, drehe alle Regler wieder in die Mittelstellung und greife zu einer Les Paul. Im zweiten Beispiel ist wieder die Düsenberg zu hören und im dritten kommt eine Telecaster zum Einsatz. Die Regler am Pedal bleiben bei allen Beispielen in der Mittelstellung.

Das Pedal liefert einen satten und deutlich zerrenden Overdrive-Sound, der sich für meinen Geschmack am besten mit "Juicy" beschreiben lässt. Jedoch fallen die Klangunterschiede der zum Teil deutlich unterschiedlichen Gitarren geringer aus als erwartet. Zumindest die Telecaster sollte ein hörbar differenzierteres Klangbild abgeben. Beim genaueren Hinhören sind natürlich feine Unterschiede auszumachen, im Bandkontext fallen so feine Nuancen meiner Erfahrung nach aber eher unter den Tisch.

Was der Gainregler in unterschiedlichen Stellungen zu leisten vermag, soll das nächste Beispiel herausfinden. Dazu bewege ich ihn pro Durchgang von 9 Uhr über die Mitte hin auf 15 Uhr und ende mit dem Rechtsanschlag. Dazu greife ich zu meiner Music Man Reflex.

Schon in der 9-Uhr-Stellung kommt ein rockiges Brett aus den Speakern, das mit der Mittelstellung einen deutliche Zuwachs an Gain erhält und sich bis zum Rechtsanschlag eigentlich nur noch durch die hinzukommende Kompression verdichtet. Genug Gain also, um fette Leadsounds zu generieren. Das Mittenbild zeigt sich ausgesprochen dominant und sorgt für ein gutes Durchsetzungsvermögen. Auch was die Attacks betrifft, wird selbst bei maximalem Gain jeder Attack deutlich herausgearbeitet.

Es folgt ein Beispiel mit veränderter EQ-Einstellung. Dazu bringe ich Bässe und Höhen in die Maximalstellung und belasse die Mitten auf 12 Uhr. Als Gitarre kommt nun eine Tom Anderson zum Einsatz.

Das gefällt mir ausgesprochen gut, denn das Pedal liefert einen modernen, breiten Metal-Sound, der sehr frisch ans Werk geht und fast schon giftig aus den Speakern kommt. Die Akkorde werden breit und fett dargestellt.

In den letzten beiden Beispielen stelle ich das per Mikrofon abgenommene Signal dem frequenzkorrigierten gegenüber.

Die beiden haben offensichtlich nicht besonders viel gemeinsam, allerdings gefällt mir die Speaker-Simulation ziemlich gut, denn sie wirkt in sich ausgewogen und kann mit einer gewissen Wärme und Direktheit punkten.

Dazu lässt sich das Signal ja auch noch mit einem EQ, beispielsweise aus einer DAW, bearbeiten. Die Basis dazu liefert das Pedal auf jeden Fall.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare