Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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08.03.2018

Praxis

Der Mooer GE200 erlaubt diverse Setup-Szenarien, die wir einzeln betrachten wollen. Zu Beginn spiele ich das Pedal direkt in meine Soundkarte und verwende die integrierte Endstufen- und Cabsimulation, wobei ich einzelne Werkspresets durchsteppe:

Die Sounds lassen die zugrundeliegenden Vorbilder sehr gut erkennen und die Presets wurden sinnvoll programmiert, auch wenn die Klangqualität nicht ganz an die Platzhirsche im Modellingsektor heranreichen kann. Doch wer weiß, vielleicht lassen sich durch etwas genaueres Einstellen noch ein paar Prozentpunkte hinsichtlich der Ampsounds gewinnen, denn bei digitalen Simulationen kann mit dezent eingestellten Boost-Pedalen oder vorgeschalteten Kompressoren das Signal lebendiger gestaltet werden. Und tatsächlich kann dem GE200 mit etwas Tweaking-Arbeit noch ein Funken mehr an Spritzigkeit und Frische abgerungen werden. Auch wenn die Dynamik und der Druck nicht ganz so ausgeprägt sind wie bei Fractal Audio, Kemper und Co., so überrascht mich doch sehr die Authentizität und das Spielgefühl, das ich in einer solchen Preisliga nicht erwartet hätte.

Hier verwende ich einen Fender clean, setze aber einen linearen Pure Boost davor:

Nun ein AC30 mit leichter Kompression davor:

Hier ein JCM800 mit etwas Kompression:

Nun gehts an die Effektsektion und ich schalte einige Time- und Modulationseffekte durch. Manche Phaser und Flangersounds überzeugen mich nicht hundertprozentig und auch das Tracking der Pitch-Shifter-Sektion ist stellenweise etwas unsauber, aber die meisten Brot- und Buttereffekte entsprechen einer soliden Qualität.

Nun hört ihr eine Ampsimulation, zu der ich eine Drittanbieter-Impulsantwort lade. Dieser Vorgang gestaltet sich als sehr einfach und in der Editiersoftware wird meine geladene IR sofort mit Namen angezeigt.

Auch wenn die "On Board"-Impulsantworten recht ordentlich sind, denke ich, dass man hier noch viel Spielraum hat und die Klangqualität mancher Modelle durch den Erwerb von IRs anderer Anbieter noch steigern kann:

Im letzten Beispiel möchte ich hören, wie sich das GE200 direkt in eine Endstufe schlägt und spiele das Pedal in den Return eines Mesa Boogie Mk5, dessen Box mit einem Mikrofon abgenommen wird. Der Sound der Röhrenendstufe tut dem Pedal richtig gut und kann den Druck und die Tiefe des Sounds definitiv um ein paar Prozentpunkte steigern:

Zum Abschluss hört ihr das GE200 vor einem cleanen Amp und einem virtuellen BB-Preamp in der Drive-Sektion. Dieses Setup setzt natürlich auch alle Delay-, Reverb- und Modulationseffekte vor den Echtamp. Da der GE200 keinen Einschleifweg hat, entfällt die Vierkabelmethode, insofern muss das Pedal eingeschleift werden, will man die Effektsektion hinter seinem Amp haben.

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